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Zwei Frauen starben bei WesselingAnwalt zweifelt Gutachten zum Unfallhergang auf der A555 an

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Das Fahrzeug der beiden getöteten Frauen brannte restlos aus.

Das Fahrzeug der beiden getöteten Frauen brannte restlos aus.  

Die beiden Angeklagten haben sich im Prozess gegenseitig belastet. Nun könnte einer eine Aussage korrigieren. 

Auch am sechsten Verhandlungstag im Prozess um den Unfall auf der A555, bei dem im Dezember 2023 bei Wesseling zwei Frauen ums Leben gekommen sind, ging es dem Gericht darum zu klären, wie hoch der jeweilige Anteil der beiden am Unfall beteiligten Ex-Nachwuchsspieler des 1. FC Köln gewesen ist.

Einer der beiden Angeklagten, der am Steuer eines Mercedes saß, signalisierte am Mittwoch (11. März) vor dem Landgericht Köln, dass er am nächsten Prozesstag einen Teil seiner bisherigen Aussagen korrigieren werde. Es geht darum, ob der Audi-Fahrer eine Chance gehabt hätte, dem VW Polo der beiden Unfallopfer auszuweichen und ihn zu überholen, wenn sein damaliger Mannschaftskamerad den Audi nicht mit seinem Mercedes gerammt und er die Kontrolle über seinen Wagen verloren hätte. 

Anwalt zweifelt an Gutachter

An den bisherigen Verhandlungstagen hatte sich das Bild verfestigt, dass der Audi-Fahrer ohne Einwirken des Mercedes-Fahrers mit hoher Geschwindigkeit auf das Heck des Kleinwagens aufgefahren sei. Zu diesem Schluss kam auch ein Unfallsachverständigter, der am Montag das Ergebnis seiner Untersuchungen vorgestellt hatte. 

Dieser Einschätzung trat am Mittwoch der Anwalt des Audi-Fahrers entgegen. Er stützte sich auf das letzte Video aus dem Audi vor der Kollision und Reifenabdruckspuren am Wagen, um darzulegen, dass sein Mandant noch hätte ausweichen könne, wenn der Mercedes-Fahrer den Audi nicht gerammt hätte. Der Richter legte dem Mercedes-Fahrer nahe, seine bisherigen Schilderungen zu korrigieren. (uwe)