Sein Rücktritt sei weder ein Eingeständnis der gegen ihn erhobenen Vorwürfe noch eine Abkehr von seinen politischen Positionen.
„Familiäre Gründe“Wesselinger Alexander Franz (Grüne) scheidet aus Kreisvorstand aus

Alexander Franz stand in der Kritik.
Copyright: Grüne
Nun also doch: Alexander Franz zieht sich aus dem Vorstand der Grünen auf Kreisebene zurück. Dies habe er seinen Kolleginnen und Kollegen in der Parteiführung in dieser Woche mitgeteilt. Anlass für seinen Rückzug seien ausschließlich „familiäre Gründe“. Sein Ausscheiden aus dem Kreisvorstand wäre „unter den veränderten Bedingungen“ ohnehin nur eine Frage der Zeit gewesen, teilte er dieser Redaktion mit.
Rhein-Erft-Kreis: Abwahlverfahren scheiterte knapp
Franz legt Wert auf die Feststellung, dass sein Rücktritt weder ein Eingeständnis der gegen ihn erhobenen Vorwürfe noch eine Abkehr von seinen politischen Positionen sei: „Ich stehe weiterhin zu dem, was ich inhaltlich gesagt und geschrieben habe.“
Vor zwei Wochen war ein Abwahlverfahren gegen ihn knapp gescheitert. Eine Mehrheit der Mitglieder stimmte einem Vorschlag zu, die Partei und der Wesselinger sollten sich in ein Mediationsverfahren begeben, um die unterschiedlichen Positionen in Einklang zu bringen.
Franz hatte den Anwesenden im Juli in einer Versammlung vorgeworfen, sie würden überflüssige Anträge zu Themen stellen, die bereits im Gang seien. „Ihr stehlt uns unsere Lebenszeit“, sagte er – und beantragte sodann für den letzten Tagesordnungspunkt geheime Abstimmung, was zeitaufwendig ist. Die Unterzeichner mehrerer Abwahlanträge kritisierten im Nachgang, Franz habe sich in Ton und Wortwahl vergriffen sowie als Mitglied des Kreisvorstands „ein Verfahrensrecht der Geschäftsordnung zweckentfremdet, um die Mitgliederversammlung für die Ausübung ihrer satzungsmäßigen Rechte zu sanktionieren“.
In seiner persönlichen Erklärung schreibt Franz, sein Ausscheiden löse keines der Probleme, über die im Kreisverband seit längerer Zeit gestritten werde. Er halte die Situation inzwischen für politisch problematisch. Wenn ein Kreisverband über Monate mit Personalfragen, Abwahlanträgen und internen Konflikten beschäftigt ist, besteht die Gefahr, dass diese Auseinandersetzungen irgendwann die eigentliche politische Arbeit beeinträchtigen.
