BauarbeitenVerkehrschaos wegen A59-Sperrung droht – Angebote für Autofahrer in Rhein-Sieg

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Autos stauen sich auf der B56 in Sankt Augustin.

Auf der Bundesstraße 56 in Sankt Augustin fließt schon heute viel Verkehr. Während der Autobahnsperrung könnte sie zum Nadelöhr werden.

Eine Vollsperrung legt in den Ferien den Verkehr auf der A59 lahm. Wo in Rhein-Sieg Chaos droht – und welche Alternativen Autofahrer haben.

„Auf uns rollt was zu“, fasste Marc Hoffmann, Pressesprecher der Stadt Bonn, am Mittwoch zusammen, was die Region während der sechs Wochen Sperrung der A 59 in den Sommerferien erwartet. Die Sorge in der Bundesstadt und im Kreis ist allerdings eher, dass eben nichts mehr rollt. Wie berichtet, wird die Deutsche Bahn für den Neubau der S 13-Gleise zwischen Troisdorf und Oberkassel ab 22. Juni die Unterführung an der Autobahn 59 in Vilich erneuern.

Um die Folgen der damit verbundenen Autobahnsperrung für Pendler, Touristen, Berufsfahrer und Anwohner wenigstens einzudämmen, hat die Bundesstadt ein Bündel an Maßnahmen vorgestellt.

A 59-Sperrung wird Sankt Augustin besonders hart treffen

Im Rhein-Sieg-Kreis trifft es Sankt Augustin und dort die Anwohner und Nutzer der Bundesstraße 56 besonders hart. Die Straße wird während der Bauarbeiten zur zentralen Ersatzverbindung zwischen der Bonner Innenstadt und der Autobahn 560 in Siegburg.

Grafik zur Sperrung der A59.

Diese Umleitungen gibt es während der Sperrung der A59.

Damit ist sie während der Sommerferien das Nadelöhr im Rechtsrheinischen. Auch große Teile des Verkehrs nach Köln werden dort herrollen. Um möglichst vielen Pendlern das Umsteigen vom Auto auf Fahrräder, E-Bikes, Elektro-Roller oder Bus und Bahn schmackhaft zu machen, ändern Kreis und Bundesstadt die Regeln ihres Programms „Jobwärts“ für sechs Wochen.

Mitarbeiter aller Firmen, die bei „Jobwärts“ mitmachen, können an einem zentralen Standort auf die 30 E-Pedelecs, sieben Falträder, acht E-Motorroller und sieben Lastenräder für die Bauzeit kostenlos zugreifen.   Zusätzlich gibt es bei Händlern 180 weitere Zweiräder, die kostenlos zur Verfügung stehen, und für 180 Teilnehmer kostenlose Monatstickets.

Stadtbaurat rät Pendlern zum Umstieg auf Fahrrad, Bus und Bahn

Dirk Delpho vom Mobilitätsmanagement der Stadt Bonn hofft, dass die Arbeitnehmer in den Probewochen auf den Geschmack kommen und sich danach eigene E-Bikes oder das 49-Euro-Ticket besorgen.

Den 150.000 Pendlern in der Region rät der Stadtbaurat der Bundesstadt, Helmut Wiesner, möglichst alle Alternativen zum Auto auszunutzen. Dazu zähle neben Fahrrad, Bus und Bahn auch das Homeoffice. Zusammen mit Oberbürgermeisterin Katja Dörner hat Wiesner am Mittwoch ein Infoschreiben an alle Multiplikatoren der Region unterzeichnet.

Es ist Teil einer breit angelegten Kampagne, die die Stadt mit einer Agentur entwickelt hat. Sie informiert über die bevorstehenden Engpässe und zeigt die Alternativen zum Auto auf.

Baustelle am Bonner Stadthaus läuft parallel zur A 59-Sperrung

„Es ist nicht unsere Baustelle“, unterstrich Wiesner beim Pressegespräch mehrfach. Dennoch habe sich die Stadt auf die Autobahnsperrung vorbereitet. So verschieben die Tiefbauer während dieser Zeit weniger wichtige Straßenbauten, Ampelphasen für den Berufsverkehr laufen ganztags, und Gullys werden nur bei Bedarf gereinigt.

Nicht auf Gleisbauarbeiten verzichten können die Stadtwerke (SWB). Weil die Baustelle der Deutschen Bahn eigentlich in drei Wochen erledigt sein sollte, hatten die SWB den Austausch einer Weiche am Stadthaus für die verbleibenden drei Ferienwochen eingeplant. Jetzt laufen beide Baustellen parallel. In Bonn fahren Busse. Der Betrieb der Linie 66 zwischen Siegburg und dem Berta-von-Suttner-Platz läuft weiter. Autofahrern rät Marc Hoffmann, regelmäßig auf die Homepage der Stadt zu schauen.

Dort werde auch die aktuelle Verkehrslage „bluetooth-gemessen“ dargestellt. Außerdem gebe es aktuelle Auskünfte über die Anzeigetafeln in der Stadt. „Wir hoffen auf eine Wiederholung aus dem Jahr 2014“, sagte er. Damals war die Nordbrücke über sechs Wochen jeweils nur einspurig zu befahren. „Es kam weniger schlimm als befürchtet,“ sagte Hoffmann.

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