Am 18. Juni 1926 wurde der heute in Bad Honnef lebende Erich Krikkis geboren. Er glaubt zu wissen, wie er 100 Jahre alt werden konnte.
GeburtstagDie große Leidenschaft des 100 Jahre alten Bad Honnefers Erich Krikkis ist die Malerei

Erich Krikkis blättert in seinen „Erinnerungen“, im Hintergrund an der Wand hängen von ihm gemalte Bilder.
Copyright: Ralf Klodt
Am 18. Juni 1926 erblickte Erich Krikkis in Nienburg an der Weser das Licht der Welt – heute vor genau 100 Jahren. Der Vater ist Glasmacher und Hauptkassierer der örtlichen SPD, Mutter und die ältere Schwester machen die Familie komplett. Im Jahr 1932 wurde Erich eingeschult und machte dort nie Bekanntschaft mit dem damals oft als Zuchtmittel eingesetzten Rohrstock. Nach der 8. Klasse absolvierte er eine Lehre zum Zimmermann und legte 1943 die Gesellenprüfung ab.
Seinen Berufswunsch „Ingenieur“ wollte er an der Baugewerksschule in Holzminden umsetzen, aber nach zwei Semestern musste er für den Reichsarbeitsdienst für zwei Monate zum Einsatz nach Westpreußen. Nach einem Offizierslehrgang in Magdeburg musste er an die Front ins damalige Schlesien, wo er am 23. Februar 1945 durch einen Kopfstreifschuss und einen Durchschuss am Arm verwundet wurde.
Am Kriegsende auf abenteuerlichen Wegen zurück in die Heimat
„Das hat mir wahrscheinlich das Leben gerettet, weil ich dann ins Lazarett kam und mit einem Sonderausweis am 2. Mai 1945 auf abenteuerlichen Wegen wieder Richtung Heimat aufbrechen konnte“, erinnerte er sich. Im Juni 1945 kam er dort an, arbeitete als Hilfstechniker im Wasserbau und nach drei Semestern an der Staatsbauschule war er Regierungsbauinspektor, der bei der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Hannover an verschiedenen Stellen zum Einsatz kam. Seine Ehe, die er 1950 schloss und aus der eine Tochter hervorging, endete mit dem Tod seiner Frau 1969.
Am 2. November 1970 trat er eine Stelle im Bundesverkehrsministerium im Bereich Straßenbautechnik Referat Wasser als Oberamtsrat an, die er bis zu seiner Pensionierung am 1. März 1989 bekleidete. 1972 folgte die Ehe mit seiner Frau Lucia, die er in Bonn kennengelernt hatte und mit der er den Hausbau in Bad Honnef in Angriff nahm. „Wir waren damals die zweiten Anwohner hier in der Straße und fühlen uns immer noch sehr wohl“, sagen sie unisono.
Seiner Malleidenschaft ging Erich Krikkis schon lange nach und konnte nach dem Krieg seine Bilder gegen Zigaretten von Engländern tauschen, aber erst nach dem Eintritt in den Ruhestand belegte der Autodidakt erste Kurse bei der Volkshochschule oder bei professionellen Künstlern. Seine Frau hatte ihm einen Künstleraquarellkasten geschenkt, der fortan zusammen mit einem Extra-Koffer für die Bildertasche mit auf Reisen genommen wurde, die die beiden gern 30 Mal nach Langeoog führten.
Ein Rezept, wie man gesund und fit 100 Jahre alt wird, hat der Jubilar nicht parat, glaubt aber, dass seine sportlichen Aktivitäten wie Kanufahren, Fußballspielen und Wandern ebenso dazu beigetragen haben, wie abwechslungsreiche Mahlzeiten sowie hin und wieder ein Glas Wein. Erich Krikkis freut sich auf die Geburtstagsfeier mit Freunden und den Besuch von Bürgermeister Philipp Herzog an seinem Ehrentag.
