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„Lebensfreude verbürgt“Warum die Stadt Bad Honnef künftig weniger Herz zeigt

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Das Rathaus der Stadt Bad Honnef.

Dokumente aus dem Rathaus zeigen künftig seltener die Dachmarke: Das Stadtwappen mit Herz und dem Slogan „Lebensfreude verbürgt“.

Die Stadt Bad Honnef nutzt künftig seltener die 2017 eingeführte Dachmarke „Lebensfreude verbürgt“, die das Stadtwappen mit einem roten Herz zeigt. Sie spricht von einer „Präzisierung“.

Die Stadt Bad Honnef, an deren Spitze seit November 2025 Bürgermeister Philipp Herzog (CDU) steht, zeigt in Zukunft weniger Herz. Und damit ist auch der zur Dachmarke gehörende Slogan „Lebensfreude verbürgt“ künftig weniger in der Öffentlichkeit präsent.

„Die bisherige Dachmarke Lebensfreude verbürgt kommt nach wie vor in den Bereichen Wirtschaftsförderung, Tourismus und Stadtinformation im Stadtmarketing zum Einsatz“, teilte eine Sprecherin der Stadt Bad Honnef auf Anfrage dieser Zeitung mit. „Auf allen offiziellen Dokumenten, Briefköpfen, Präsentationen, Bescheiden, Formularen und sonstigen städtischen Veröffentlichungen wird das städtische Wappen mit der Aufschrift Stadt Bad Honnef – Der Bürgermeister verwendet. “

Einführung der Bad Honnefer Dachmarke 2017 war recht aufwendig

Rückblick: Im Jahr 2017 wurde die neue Dachmarke mit viel Tamtam und mit Begleitung einer professionellen Werbeagentur eingeführt. So machte der damalige Bürgermeister Otto Neuhoff (parteilos) zunächst ein großes Geheimnis um die Marke. Er ließ die Marienkapelle in Rhöndorf verhüllen, großformatige Plakate aufstellen und Postwurfsendungen an alle Haushalte verschicken. Das Ganze gipfelte in ein „Bürgerwappenfest“ auf der Insel Grafenwerth.

„Wir wollen die Bürger emotional stärker an ihre Stadt binden“, erklärte das damalige Stadtoberhaupt. Heraus kam als Marke das Stadtwappen, das um ein rotes Herz ergänzt und mit dem Slogan „Lebensfreude verbürgt“ versehen wurde. Einen „mittleren fünfstelligen Betrag“ ließ Neuhoff die Aktion kosten.

Die Dachmarke zeigt das Stadtwappen mit einem roten Herz und dem Slogan „Lebensfreude verbürgt“.

Die 2017 eingeführt Dachmarke der Bad Honnef.

Und nun? „Das Bürgerwappen ist auf Dienstfahrzeugen, städtischer Arbeitskleidung, in Broschüren und vielem mehr zu sehen“, erinnert die zweiköpfige Ratsfraktion Volt, der offenbar als erstes die teilweise Abkehr von der Dachmarke auffiel. „Wird das jetzt entfernt oder nach und nach bei Neuanschaffungen nicht mehr damit versehen?“, fragt für Volt Ratsfrau Gabriele Clooth-Hoffmeister.

Die künftige Verwendung des städtisches Wappens „Stadt Bad Honnef – Der Bürgermeister“ gelte „für alle Veröffentlichungen sämtlicher Fachverfahren, interne und externe Mitteilungen sowie Berichte der Verwaltung“, teilte die Stadtsprecherin auf Anfrage weiter mit. Die Regelung „tritt am 1. Mai 2026 in Kraft und dient der besseren Handhabung“.

Schon in der Vergangenheit sei „im Rahmen der hoheitlichen Verwaltung weitgehend das formelle Wappen der Verwaltung verwendet“ worden. Die Stadt erklärte auf Nachfrage weiter, es handele sich nicht um eine Einschränkung bei der Nutzung der Dachmarke. „Vielmehr wird die Verwendung präzisiert. “ Die „Anpassung“ gehe zurück auf Beratungen im Verwaltungsvorstand und auf Rückmeldungen von Bürgern und Unternehmen.

Im August 2017 hatte der Stadtrat zwar einstimmig der Einführung der Dachmarke zugestimmt, bei einem zweiten Punkt war man sich aber nicht ganz so einig. „Das Wappen der Stadt in der seit 1973 verwendeten Fassung bleibt unverändert bestehen. Soweit die Verwendung des offiziellen Stadtwappens nicht zwingend vorgeschrieben ist, soll die Stadt – auch in der Vergabe an Dritte – zur Außendarstellung Logo und Claim der neuen Dachmarke verwenden“. Dieser Beschluss fiel seinerzeit mit 26 Ja-Stimmen gegen die Freien Wähler (2) und bei sechs Enthaltungen quer durch die Fraktionen.

Eine Frau macht ein Selfie in einem Foto-Spot, einem großen roten Herz.

Seit Sommer 2025 steht am Kirchplatz in der Bad Honnefer City der Foto-Spot in Herz-Form.

„Wir haben sicherlich andere Sorgen“, räumt Gabriele Clooth-Hoffmeister ein, die auch damals schon im Rat saß. „Aber in Anbetracht des bisher betriebenen Aufwandes für die Öffentlichkeitsarbeit und der Annahme des um das Herz erweiterten Wappens durch die Bevölkerung hätten wir uns gewünscht, dass diese Frage im Rat einmal Thema gewesen wäre. Volt Bad Honnef wird dem Herzen mit gebotenen Aufwand nachgehen.“

Und die Kosten der „Anpassung“? Die bewegten sich im niedrigen dreistelligen Bereich, teilte ein Stadsprecher mit. „Vorhandene Druckerzeugnisse, die Broschüren, Flyer, Plakate und Briefpapierbögen werden selbstverständlich aufgebraucht und erst nach Verbrauch mit Dachmarke oder Stadtwappen entsprechend der beschlossenen Präzisierung neubeschafft.“