Anstatt zu pendelnCoworking Space in Bad Honnef ist gut angelaufen

Jan Tallert, der für eine norwegische Firma arbeitet, deren deutscher Ableger in Bayern sitzt, nutzt den Coworking Space.
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Bad Honnef – Der kostenlose Coworking Space, den die Stadt Bad Honnef innerhalb des Projekts „#mobilwandel 2035“ in der Bahnhofstraße geschaffen hat und der Angestellten das Pendeln ersparen soll, ist im ersten Monat von 24 Nutzern in Anspruch genommen worden. Weitere 58 haben sich bei einer Besichtigung über das Angebot informiert.
„Die Resonanz ist schon bemerkenswert“
Für den ersten Monat sei man damit „ziemlich zufrieden“, sagten City-Managerin Miriam Brackelsberg und Erster Beigeordneter Holger Heuser am Dienstag, als sie eine Zwischenbilanz zogen. „Die Resonanz ist schon bemerkenswert.“ Heuser räumte aber auch ein, jenseits des laufenden Pilotprojekts wäre der Coworking Space „bei der aktuellen Auslastung nicht wirtschaftlich“.
Knapp 100.000 Euro kann die Stadt Bad Honnef in ein städtisches Logistikkonzept investieren. Möglich macht das eine Förderung in Höhe von 70.000 Euro, die der Stadt vom Bundesverkehrsministerium bewilligt worden ist. Insgesamt werden acht Projekte in Köln, Dresden, Berlin, Lüneburg, Bremen, Bad Honnef, Koblenz und Lahr mit 1,1 Millionen Euro unterstützt.
In Bad Honnef stehen laut Mitteilung der Stadt Maßnahmen im Mittelpunkt, die Emissionen verringern und den Verkehrsfluss verbessern sollen. Auch oder gerade in einer Stadt von der Größenordnung Bad Honnefs sei Logistik „der Dreh- und Angelpunkt der innerstädtischen Mobilität“. Von einer auf künftige Herausforderungen ausgerichteten städtischen Logistik könne der lokale Einzelhandel profitieren.
Die Stadt hat in den letzten wiederholt erfolgreiche Fördergelder eingeworben, darunter auch für Großprojekte wie die Insel Grafenwerth oder das Quartierszentrum in Selhof. (csc)
Die sechs kostenlosen Arbeitsplätze sind Teil des Wettbewerbs „#mobilwandel 2035“. In dessen Rahmen hat die Stadt 150.000 Euro Fördergelder vom Bundesumweltministerium bekommen, um sich über nachhaltige Mobilität und den Arbeitsplatz von Morgen Gedanken zu machen. Im Fokus: die Berufspendler. Kommt die Stadt mit ihrem am Ende des Prozesses erarbeiteten Konzept eine Runde weiter, könnte in Phase 2 eine Förderung von bis zu einer Millionen Euro fließen.
800 Bürger machten bei Online-Umfrage mit
Knapp 800 Bürgerinnen und Bürger haben laut Brackelsberg an einer Online-Umfrage teilgenommen, die im Sommer beim Tag der Mobilität gestartet wurde. Ein Ergebnis: Trotz Corona sind im Jahr 2020 rund 41 Prozent der Befragten fünfmal die Woche gependelt, die weitaus meisten mit dem Auto, unter anderem weil es schneller und bequemer ist. Dabei wäre für 52 Prozent der Befragten Homeoffice möglich gewesen.
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„Das ist ein Riesenpotenzial“, betonte die City-Managerin auch mit Blick auf den Coworking Space, der als eine Art „Labor“ funktioniert und sich seit der Eröffnung am 2. November ständig verändert hat, nachdem Nutzer etwa Bedenken wegen des Datenschutzes geäußert oder Privatsphäre beim Telefonieren vermisst hatten. Eine Konsequenz: Anfang kommenden Jahres wird eine Telefonbox installiert. Außerdem soll der Zugang über eine neue Schließanlage dann 24 Stunden täglich an sieben Tagen in der Woche möglich sein.
Kontakt zum Coworking-Space
Miriam BrackelsbergE-Mail: miriam.brackelsberg@bad-honnef.deTelefon: 02224-1876340
Kathrin SchmidtE-Mail: kathrin.schmidt@bad-honnef.deTelefon: 02224-184316
Anmeldung zu den Workshops per E-Mail unter mobilwandel@bad-honnef.de.
Am 5. Februar starten im Rahmen von „#mobilwandel 2035“ unter dem Stichwort „#ideenwerkstatt 2035“ insgesamt vier Workshops, in die Bürgerinnen und Bürger an zwei Terminen (5. und 19. Februar) eingebunden werden, um Ideen zu entwickeln und Maßnahmen zu erarbeiten.
Beim Auftakt werden fiktive Personen (Avatare oder Personas) anhand der Online-Umfrage entwickelt und deren Bedürfnisse beleuchtet. Bei zwei weiteren Veranstaltungen kommen Investoren und Arbeitgeber sowie Politik und Verwaltung hinzu. „Wir versuchen, alle Akteure ins Boot zu holen und alle Perspektiven einzubinden“, sagte Holger Heuser.


