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Rund um ein KlohäuschenKleinste Marathonstrecke der Welt in Neukirchen-Seelscheid

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Auf dem Sportplatz Höfferhof in Neunkirchen-Seelscheid absolvierte Andreas Stolze die komplette Marathondistanz von 42,195 Kilometern auf einer nur rund 17 Meter langen Runde um ein Toilettenhäuschen. Insgesamt waren dafür 2.483 Runden notwendig.

Auf dem Sportplatz Höfferhof in Neunkirchen-Seelscheid absolvierte Andreas Stolze die komplette Marathondistanz von 42,195 Kilometern auf einer nur rund 17 Meter langen Runde um ein Toilettenhäuschen. Insgesamt waren dafür 2.483 Runden notwendig.

Andreas Stolze drehte 2483 Runden um eine Klohäuschen für den Lions Club.

Wer kennt das nicht? Man muss dringend auf die Toilette und es ist besetzt. Nervös tritt man während der Wartezeit von einem Bein aufs andere. Andreas Stolze hatte ein ähnliches Erlebnis jedoch aus ganz anderen Beweggründen. Er setzte ein Bein vors andere bei seinem Marathon rund um ein Toilettenhäuschen. Auf dem Sportplatz Höfferhof in Neunkirchen-Seelscheid absolvierte er die komplette Distanz von 42,195 Kilometern für einen guten Zweck.

Er ist sich sicher: Mit rund 17 Metern ist das die kleinste Strecke, die jemals bei einem Marathon auf der ganzen Welt gelaufen wurde. „Ich habe überall gesucht, auch im Guinessbuch der Rekorde habe ich nichts gefunden“, so Stolze. Deshalb waren offizielle Zähler dabei, der jede 2483 Runden ums Klohäuschen penibel notierte. Das Resultat wird jetzt bei den Leuten vom Guinnessbuch eingereicht.

Kampf gegen die Wassermassen beim Rekordversuch in Seelscheid

Wie kam er auf den Durchmesser? „Ganz einfach. Ich habe das Toilettenhäuschen zweimal hingelegt und so die Strecke erhalten“, erklärt Stolze im Gespräch mit der Redaktion. Um die enorme einseitige körperliche Belastung durch die permanenten Kurven zumindest etwas auszugleichen, wurde alle 30 Minuten die Laufrichtung gewechselt. Und nochwas: Wenn Stolze „mal musste“, dann nutzte er einfach das Toilettenhäuschen. „Das war ja der kürzeste Weg.“

Ein Plakat auf dem Sportplatz wies auf die Aktion hin.

Ein Plakat auf dem Sportplatz wies auf die Aktion hin.

Hinzu kam das Wetter. „Starker Regen und große Wassermengen machten den Tag für mich zu einer zusätzlichen Herausforderung.“ Doch genau hier zeigte sich, so Stolze, was die Veranstaltung am Ende besonders auszeichnete: eine außergewöhnliche Gemeinschaft. Zahlreiche Helferinnen und Helfer packten an, kämpften gegen die Wassermassen, kümmerten sich um die Strecke, zählten und dokumentierten die Runden, organisierten die Versorgung, machten Fotos und Videos und halfen überall dort, wo gerade Unterstützung benötigt wurde.

Auch auf der Strecke blieb Stolze keineswegs immer allein. Immer wieder schlossen sich einzelne Besucherinnen und Besucher, Freunde und Unterstützer spontan an und liefen einige Runden mit. Manchmal waren es nur wenige Runden, manchmal ein längeres Stück. Andere standen trotz des Regens am Rand, feuerten an, jubelten und sorgten dafür, dass aus den 2.483 Runden kein einsames Kreislaufen, sondern ein gemeinsames Erlebnis wurde.

Lions Club Neunkirchen-Seelscheid bekam pro Runde ein Spende

„Damit wurde aus einem vermeintlichen Einzelsport ein echtes Gemeinschaftsprojekt“, so Stolze. „Ich bin die gesamte Marathondistanz gelaufen, aber viele Menschen haben mir geholfen, dass ich das schaffen konnte.“ Genau darin spiegele sich das Motto der Aktion wider: „Sport verbindet Menschen.“

Und der sportliche Erfolg war nur eine Seite des Tages. Mit dem Marathon wurden gleichzeitig Spenden zugunsten des Lions Club Neunkirchen-Seelscheid gesammelt. Einige Unterstützer spendeten feste Beträge, andere verbanden ihre Spende unmittelbar mit der sportlichen Leistung. So entstand beispielsweise die Idee, für jede tatsächlich gelaufene Runde fünf Cent zu spenden.

Am Ende standen nicht nur 42,195 Kilometer und 2.483 Runden, sondern auch 1.702 Euro für den guten Zweck. Damit wurde der Sportabzeichentag auf dem Höfferhof zu einem Tag, an dem vieles zusammenkam: Menschen absolvierten ihre Sportabzeichen, andere halfen, organisierten oder feuerten an, einige liefen spontan ein Stück des Marathons mit – und gemeinsam wurden Spenden für die Arbeit des Lions Club Neunkirchen-Seelscheid gesammelt.

Nach mehr als acht Stunden war schließlich auch die letzte der 2.483 Runden geschafft. Was als etwas verrückte Idee begonnen hatte, wurde zu einem Erlebnis, das weit über die sportliche Leistung hinausging, freute sich Stolze.