Ein Teil des Containerdorfs wird von Neunkirchen-Süd nach Much verlagert. Der Umzug ins Gewerbegebiet Bitzen kostet knapp 400.000 Euro.
Umzug aus Neunkirchen-SüdIm Gewerbegebiet Much entsteht ein Containerdorf für 130 Geflüchtete

Im Gewerbegebiet Bitzen wird ein Containerdorf für rund 130 Geflüchtete errichtet.
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Die Gemeinde errichtet eine weitere Großunterkunft für Geflüchtete. 130 Menschen haben in dem Containerdorf im Gewerbegebiet Bitzen an der Grenze zu Neunkirchen-Seelscheid Platz. Laut Bürgermeister Karsten Schäfer ein idealer Standort, der zu Fuß von der Haltestelle der Buslinie SB 56 erreichbar ist, aber nicht in unmittelbarer Nähe von Wohnhäusern liegt.
Die Familien und Alleinstehenden sind bereits seit einiger Zeit im Land und haben bislang auf dem früheren Thurn-Gelände in Neunkirchen-Süd gewohnt, obwohl die Gemeinde Much für sie zuständig ist. Das war möglich durch eine Zusammenarbeit der beiden bergischen Kommunen, die sogar eine gemeinsame Gesellschaft, die GKU, gegründet haben.
Die Containersiedlung in Neunkirchen-Seelscheid wird bis Ende 2026 aufgelöst
Nun aber soll der Standort entwickelt werden, ein Schulneubau ist im sogenannten Innovationsquartier geplant. Erste Gewerbebetriebe siedeln sich an, auch für Einzelhandel, Gastronomie, Freizeiteinrichtungen und Wohnen ist Platz. Auch hier führt die GKU Regie, weiteres Standbein ist der gemeinsame Baubetriebshof.
Die Containersiedlung an der Hennefer Straße, ohnehin nur für einen Übergangszeitraum baulich genehmigt, wird Ende des Jahres aufgelöst. In Ermangelung von Mietshäusern werden die meisten Geflüchteten erneut in Behelfswohnungen untergebracht.
Die Container, die sich im Besitz der GKU befinden, dort ab- und hier wieder aufzubauen verschlingt knapp 400.000 Euro. Sie würden nicht einfach auf die grüße Wiesen gesetzt, sondern benötigten Wasser- und Abwasserleitungen und Stromversorgung, erläuterte die Verwaltung in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates. Auch der Bauantrag und die Planung würden Geld kosten.
Bundesweit gehen die Flüchtlingszahlen zwar zurück, doch in den Kommunen sei dieser Trend noch nicht spürbar, erklärte Kämmerer Christopher Salaske. Zunächst zögen Bund und Land die eigenen Unterkünfte leer, die Gemeinde müsse mit weiteren Zuweisungen rechnen.
56 waren es bislang im laufenden Jahr. In Much habe die Unterbringung in Turnhallen bis dato „durch ein konstruktives Zusammenspiel von Politik und Verwaltung“ stets verhindert werden können. Im Gewerbegebiet Bövingen gebe es eine weitere Wohncontaineranlage, der Standort habe sich bewährt, sagte der Bürgermeister auf Nachfragen der Ratsmitglieder.
Einige Container stehen am Schulzentrum, darüber hinaus habe Much Gebäude und Wohnungen gekauft beziehungsweise angemietet, eine vergleichsweise teure Lösung, so der Kämmerer. Auch in der Unterhaltung: Es gebe Schimmelprobleme, „die haben wir in den Containern nicht“.
Much plant Bürgerinformation nach den Sommerferien
Das Projekt im Gewerbegebiet Bitzen ist laut Auskunft der Prokuristin des Kommunalunternehmens mit der Bauaufsicht des Rhein-Sieg-Kreises vorbesprochen – ein Bauantrag soll in Kürze gestellt werden. Das Grundstück befindet sich im Besitz der Gemeinde, anderweitige geeignete Flächen stünden derzeit nicht zur Verfügung.
Die Verwaltung werde nun mit den Gewerbebetrieben in Kontakt treten, kündigte Schäfer an: „Eine Bürgerinformationsveranstaltung ist unmittelbar nach den Sommerferien geplant.“
