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Spezialkräfte im EinsatzJunger Mann verschanzt sich in Ruppichteroth auf einem Dachboden

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In Ruppichteroth-Winterscheid hatte sich ein 18-Jähriger im Dachboden eines Hauses eingeschlossen und ließ niemand an sich heran.

In Ruppichteroth-Winterscheid hatte sich ein 18-Jähriger im Dachboden eines Hauses eingeschlossen und ließ niemand an sich heran. 

Ein großes Aufgebot von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst rückte an, Polizisten konnten den 18-Jährigen zur Aufgabe überreden.

Am frühen Dienstagmorgen (6. Januar) hörten Nachbarn in einem Haus an der Wendelinusstraße in Ruppichteroth-Winterscheid einen Mann laut rufen und randalieren. Schließlich wurden gegen 6.30 Uhr Rettungsdienst und Polizei gerufen, denn der 18-Jährige befand sich vermutlich in einem psychischen Ausnahmezustand. Doch weder die Einsatzkräfte noch die mit im Haus wohnenden Verwandten konnten Kontakt zu ihm aufnehmen.

Er hatte sich auf den Dachboden zurückgezogen und eingeschlossen. Die Zugänge hatte er mit Kartons blockiert, wie Einsatzkräfte berichteten. Gegen 7.40 Uhr wurde die Freiwillige Feuerwehr Ruppichteroth zur Unterstützung alarmiert. Einsatzleiter Daniel Sonntag ließ die Drehleiter aus Hennef dazu rufen. Die Besatzung brachte zudem ein Sprungkissen mit, das aufgebaut wurde.

Der Mann warf Gegenstände aus dem eingeschlagenen Fenster

Der Einsatzleiter der Polizei hatte schnell eine Gruppe der Bereitschaftspolizei zur Verfügung. Trotz weiterer Aufforderungen blieb der Mann im Dach und reagierte nicht auf die Versuche, mit ihm ins Gespräch zu kommen. Polizisten versuchten aus dem Korb der Drehleiter heraus, mit ihm in Kontakt zu treten. Als Reaktion darauf zerschlug er eine Scheibe und warf weitere Gegenstände aus dem Fenster. Scherben landeten unter anderem auf dem Sprungkissen. Die Dorfmitte blieb weiträumig gesperrt, Lastwagen mussten stundenlang warten.

Weitere Polizeikräfte wurden angefordert, darunter eine Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit sowie das Höheninterventionsteam der Polizei, das sich auf einen Zugriff vorbereitete, ausgestattet mit Helmen, Schlaufen, Seilen und Karabinern. Denn es war nicht abzusehen, wie der 18-Jährige weiter reagierte.

Glasscherben, die der 18-Jährige herunterwarf, landeten auf der Straße und dem aufgebauten Sprungkissen.

Glasscherben, die der 18-Jährige herunterwarf, landeten auf der Straße und dem aufgebauten Sprungkissen.

Schließlich gelang es einem der Bereitschaftspolizisten, der mit einem Kollegen auf der Drehleiter vor dem beschädigten Fenster postiert war,  Kontakt zu ihm aufzunehmen. Die beiden fanden zu einer Verständigung. Ein Spezialist für Verhandlungen aus den Reihen der Polizei, der zufällig vor Ort war, coachte seinen Kollegen vom Boden aus. Er lobte den Beamten, der den Erstkontakt hatte, anschließend für sein Vorgehen.

Der 18-Jährige wurde schließlich widerstandslos festgenommen

Nach einem längeren, behutsam geführten Gespräch konnte der Beamte ihn kurz nach 12 Uhr überzeugen, dass er zu ihm auf den Dachboden klettert. Sein Kollege folgte ihm ebenso nach wie drei weitere Bereitschaftspolizisten. Sie nahmen den jungen Mann widerstandslos fest, der dabei nicht verletzt wurde. Er hatte lediglich an den nackten Füßen Schrammen, die er sich offensichtlich an Scherben zugezogen hatte.

Polizisten überredeten den Mann schließlich zur Aufgabe.

Polizisten überredeten den Mann schließlich zur Aufgabe.

Mitarbeiter des Rettungsdiensts und Notarzt stiegen zu ihm hinauf und betreuten ihn, bevor er auf eine Schleifkorbtrage fixiert über die Drehleiter nach unten geholt werden konnte. Nach einer ersten Versorgung im Rettungswagen wurde er, begleitet von einem Streifenwagen, zur weiteren Behandlung in eine Spezialklinik gefahren. Weder Passanten noch Angehörige oder Einsatzkräfte erlitten Verletzungen.