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PiusbruderschaftSchulen in Ruppichteroth sehen sich durch  Kirchenstrafen nicht betroffen

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In Ruppichteroth befinden sich zwei Schulen in Trägerschaft der Pius-Bruderschaft: St. Albert in Bröleck und das Mädcheninternat Theresiengymnasium in Schönenberg.

In Ruppichteroth befinden sich zwei Schulen in Trägerschaft der Pius-Bruderschaft: St. Albert in Bröleck und das Mädcheninternat Theresiengymnasium in Schönenberg.

Die vom Papst ausgesprochene Exkommunikation der Priesterbruderschaft Pius X. werde die Arbeit der Schulen nicht beeinträchtigen, sagt die Leiterin.

Mit harten Kirchenstrafen hat Papst Leo XIV. die Bischöfe  der Piusbruderschaft belegt, die am Mittwoch, 1. Juli, im schweizerischen Écone geweiht wurden.  Der weihende Bischof und die neuen Würdenträger wurden am Tag danach exkommuniziert; alle Geistlichen befinden sich im Schisma – der Kirchenspaltung – und sind daher ebenfalls exkommuniziert. Exkommunizierte dürfen, so das Online-Portal katholisch.de, unter anderem Sakramente weder spenden noch empfangen und keine kirchlichen Ämter, Aufgaben, Dienste und Funktionen ausüben.

Gymnasium in Schönenberg ist eine von fünf Schulen der Piusbruderschaft in Deutschland

Die Entscheidung aus dem Vatikan werde auf die Schule wohl keine Auswirkungen haben, sagte auf Anfrage dieser Zeitung die Leiterin des St.-Theresien-Gymnasiums in Ruppichteroth, Schwester Maria Johanne Heggenberger. Das 1991 gegründete Gymnasium mit Internat ist eine von nur fünf Schulen der Bruderschaft in Deutschland. Dazu gehört auch die Grundschule St. Albert in Ruppichteroth-Bröleck. Träger der Schule ist der Don-Bosco-Schulverein.

Das Gymnasium sei „nicht vergleichbar mit anderen Schulen“, heißt es in der Erklärung zum Status als Weltanschauungsschule, die auf der Internetseite zum Herunterladen steht: „Weil unser Erziehungsstil an der traditionellen katholischen Lehre ausgerichtet ist, wie sie bis zum Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) in der ganzen römisch-katholischen Kirche maßgeblich war.“ Die vom französischen Erzbischof Marcel Lefebvre 1970 gegründete Priesterbruderschaft St. Pius X. lehnt die Beschlüsse des Konzils ab, seit der Gründung lag sie immer wieder im Streit mit dem Vatikan.

Es werde Eltern nach der Entscheidung aus Rom geraten, ihre Töchter – in Schönenberg werden ausschließlich Mädchen unterrichtet – lieber nicht mehr an der Schule anzumelden, sagte eine Quelle der Redaktion. „Abmeldungen infolge dieser Ereignisse hat es nicht gegeben; zugleich sind die Anmeldezahlen stabil“, widersprach Gesamtleiterin Maria Johanna Heggenberger.

Die Schulen in Ruppichteroth sind als Weltanschauungsschulen genehmigt

„Gerüchte zu sinkenden Schülerzahlen und/oder über besorgte Eltern sind uns nicht bekannt“, bestätigte auf Anfrage Dirk Schneemann, Sprecher der Bezirksregierung in Köln. Tatsächlich habe die Entscheidung des Papstes „keine Auswirkungen auf die Genehmigungsgrundlage der beiden genannten Schulen“: Die Grundschule – von der Bezirksregierung – und zuvor das Gymnasium vom damaligen NRW-Kultusministerium seien als sogenannte Weltansschauungsschulen genehmigt.

In Ruppichteroth sind zwei Schulen in Trägerschaft der Pius-Bruderschaft: St. Albert in Bröleck und das Mädcheninternat Theresiengymnasium in Schönenberg.

In der Trägerschaft der Piusbruderschaft steht auch die Grundschule St. Albert in Bröleck.

Daher, so informiert Schneemann weiter, „sind und waren sie nie katholische Schulen“: Katholischer Religionsunterricht dürfe weder am Gymnasium noch in der Grundschule unterrichtet werden. Denn dafür müsste es eine Genehmigung der katholischen Kirche geben. In der Tat findet Unterricht im Fach Religion in Schönenberg „als zusätzliche Unterrichtsveranstaltung“ statt, wie die Internetseite Auskunft gibt. Es „gilt bei uns nicht als ordentliches Lehrfach mit Versetzungsrelevanz und ist daher unabhängig von staatlichen Lehrplänen“.

Die Eltern entscheiden frei, ob sie uns ihre Kinder anvertrauen
M. Maria Johanna Heggeberger, Gesamtleiterin

Die oftmals als erzkonservativ beschriebenen Positionen der Piusbruderschaft zum Beispiel im Umgang mit anderen Konfessionen und dem Beharren auf der alten Liturgie in lateinischer Sprache sind offenbar weder für Eltern noch für die Schulleitung ein Problem. „Die Eltern entscheiden frei, ob sie uns ihre Kinder anvertrauen“, teilt die Schulleiterin mit. „Sie tun dies aus eigener Überzeugung und im Wissen um das Profil unserer Schule sowie ihre traditionelle römisch-katholische Ausrichtung.“ Derzeit besuchen laut Homepage rund 100 Schülerinnen das Gymnasium, drei Viertel leben auch im angeschlossenen Internat.

Den Unterricht erteilen mehrheitlich weltliche Pädagoginnen und Pädagogen, aber auch Schulschwestern aus dem Orden des hl. Dominikus von Fanjeaux und Ordensfrauen, die der Piusbruderschaft angehören, sind Mitglieder des Kollegiums. Die Schulschwestern dieses Ordens, ebenso zuständig für den Unterricht in der Grundschule in Bröleck, arbeiten nach eigenen Angaben „seit vielen Jahren im Schulapostolat mit der Priesterbruderschaft St. Pius X. eng zusammen“.

Schulleiterin in Ruppichteroth sieht die Arbeit nicht eingeschränkt

DIe Frage, ob diese Schwestern und Geistlichen nun ebenfalls exkommuniziert wurden, bleibt in der Nachricht aus Schönenberg unbeantwortet. „Ob und inwiefern Lehrkräfte von möglichen kirchenrechtlichen Maßnahmen betroffen sein könnten“, schreibt die Schulleiterin, „können wir auf Grundlage der uns derzeit vorliegenden Informationen nicht abschließend beurteilen.“ Aber: „Unsere schulische Arbeit sehen wir dadurch jedoch in keiner Weise eingeschränkt.“