Bei den umfangreichen Sanierungsarbeiten musste die Straße aufgerissen werden – darunter wurde ein Bunker entdeckt.
Arbeiten gestopptUnterirdische Bunkeranlage bei Bauarbeiten in Bonn gefunden

Bei Sanierungsarbeiten in Bonn-Tannenbusch ist eine Bunkeranlage entdeckt worden.
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Bei umfangreichen Sanierungsarbeiten in Bonn-Tannenbusch ist ein Bunker entdeckt worden. Die Bauarbeiten wurden daraufhin auf unbestimmte Zeit eingestellt. Sie sollen zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgenommen werden.
Die Arbeiten in der Berta-Lungstras-Straße im Bonner Stadtbezirk Tannenbusch laufen bereits seit dem Montag (4. Mai). Die Maßnahme umfasst eine Sanierung der gesamten, 450 Meter langen Straße sowie den barrierefreien Ausbau der angrenzenden Einmündungen und Bushaltestellen.
Bunkeranlage in Bonn-Tannenbusch entdeckt
Die Bunkeranlage ist den weiteren Angaben der Stadt Bonn zufolge am Dienstag (9. Juni) entdeckt und teilweise freigelegt worden. Der Zugang befand sich unterhalb des Straßenniveaus. Wie groß die Anlage ist, war zunächst aber unklar.

Die Bunkeranlage wurde bei Sanierungsarbeiten in Bonn-Tannenbusch gefunden.
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Auch warum die Stadt Bonn von einer „Entdeckung“ sprach und man womöglich keine Kenntnis von dem Bauwerk hatte, war zunächst nicht bekannt. Die Stadt wollte den Fund auf Anfrage dieser Zeitung nicht weiter kommentieren und verwies auf das Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland (LVR). Auf Nachfrage am Donnerstag (11. Juni) erklärte das LVR, noch in der Klärungsphase zu sein. Eine erste Dokumentation sei aufgenommen worden, die Ergebnisse müssten aber noch ausgewertet werden.
Debatte um Bunker in Bonn-Tannenbusch – „Bei allem Verständnis“
Auch in den sozialen Netzwerken zeigten sich manche Userinnen und User überrascht von dem unerwarteten Fund. Eigentlich sei es doch bekannt gewesen, dass sich an der Berta-Lungstras-Straße in Tannenbusch ein Bunker befinde, heißt es unter anderem. „Meine Mutter, meine Tante und mein Onkel waren mit Oma und Opa bei jedem Fliegeralarm drinnen“, berichtet ein User in einer Social-Media-Gruppe.

Ein Mitarbeiter vom Tiefbauamt nimmt die Bunkeranlage in Bonn-Tannenbusch in Augenschein.
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Ein anderer schreibt: „Bei allem Verständnis, aber wie kann denn bitte das Wissen um einen alten Bunker verloren gehen? Das Ding ist ja keine Privatanlage, sondern muss vom RLB geplant und beauftragt worden sein. Die Aufschüttung erfolgte beim Neubau der Straße, und auch da müssen Pläne vorgelegen haben. Irre…“

Die Bauarbeiten mussten nach dem Fund der Bunkeranlage auf unbestimmte Zeit gestoppt werden.
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Weitere Userinnen und User geben jedoch zu bedenken, dass solche Aufzeichnungen aus Kriegszeiten verloren gehen können. Auch die Digitalisierung habe dabei zu einem Flickenteppich in der Katalogisierung beigetragen.
Bunkeranlage in Tannenbusch: „Interessanter Fund mit unangenehmen Auswirkungen“
Ein Anwohner kann die Spekulationen hingegen nicht verstehen. In der Nachbarschaft sei es seit Jahrzehnten bekannt, dass sich unter den Häusern Bunkeranlagen befinden.
Andere Nutzerinnen und Nutzer reagierten beeindruckt. „Wow, spannend“, schreibt eine Userin. Ein weiterer kommentiert: „Nach einer Bauakteneinsicht zu einem verkaufenden Objekt wundert es mich nicht, dass dort Stollen und Bunkeranlagen zu finden sind. Trotzdem ein historisch interessanter Fund, jedoch mit unangenehmen Auswirkungen, insbesondere für die Anlieger.“
Auch ein Anwohner aus der näheren Umgebung erklärte im Austausch mit dieser Zeitung, er warte mit Spannung auf die weiteren Schritte. Wie vor Ort weiterverfahren werden soll, war am Donnerstag (11. Juni) allerdings noch unklar. Gegenwärtig soll der Zustand der Bunkeranlage durch das Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland (LVR) aufgenommen und dokumentiert werden.
„Das weitere Vorgehen wird zwischen der Unteren Denkmalbehörde, dem LVR, dem Tiefbauamt als Bauherr und der beauftragten Baufirma abgestimmt“, so die Stadt Bonn.
Es werde unter anderem geprüft, ob und wie die noch verbliebenen Reste der Bunkeranlage gegebenenfalls erhalten werden können und welche Arbeitsschritte für eine Dokumentation erforderlich sind. Ziel sei es aber, schnellstmöglich die Fertigstellung der Baumaßnahme wieder aufzunehmen, teilte die Stadt weiter mit.
