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„Auf Konflikt ausgerichtet“CDU kritisiert das Auftreten des Eitorfer Bürgermeisters

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Das Schoeller-Areal in Eitorf mit Lagerhallen und Gebäuden

Oleg Retzer soll Rainer Viehof in einer E-Mail mitgeteilt haben, dass er sich nicht auf seinem Gelände (Schoeller-Areal) bewegen solle. (Archivbild)

Unternehmer Oleg Retzer soll Rainer Viehof  bereits per E-Mail mitgeteilt haben, er wolle nicht, dass der sich auf seinem Gelände bewege.

Gemeinderat und Bürgermeister Rainer Viehof (parteilos) gehen immer stärker auf Konfrontationskurs. Zwar kam es in der jüngsten Sitzung nicht zum möglichen offenen Schlagabtausch wegen des endgültigen Verzichts auf den Kauf der Krewel-Gebäude. Der Hauptausschuss hatte bereits mit großer Mehrheit entschieden, den Kauf zu den Akten zu legen. Einzig der Bürgermeister hatte dagegen gestimmt und auch nach der Entscheidung an den Plänen festgehalten.

Dafür gab es aber ganz zum Schluss der Sitzung bei der Beantwortung von Anfragen erneut kritische Vorstöße in Sachen Wirtschaftsförderung und dem Umgang des Bürgermeisters mit großen Unternehmen. Sascha Grendel und Laura Faßbender von der CDU wollten wissen, ob es zutreffe, dass Viehof bei dem Automobilzulieferer ZF und auf dem ehemaligen Gelände der Schoellerwerke ein Platz- beziehungsweise Hausverbot habe. Das verneinte der Bürgermeister.

Raues Klima zwischen Bürgermeister und Unternehmern

Seine Kommunikation mit Thomas Welteroth, dem Betriebsratsvorsitzenden von ZF Eitorf, und auch mit dem Eigentümer des früheren Schoeller-Areals, Oleg Retzer, seien aber wohl sehr auf Konflikt ausgerichtet, führten die beiden CDU-Vertreter an. Wie in einem derart rauen Klima Wirtschaftsförderung betrieben werden könne, wollten Grendel und Faßbender weiter wissen. Und betonten: „Wir erkennen nicht, dass Sie sich als unser Bürgermeister im Sinne von Eitorf etwas zurücknehmen und sich selbst reflektieren. Alles mit dem Ziel, für Eitorf einen Kompromiss zu finden. Ein Aufeinanderzugehen können wir nicht erkennen!“

Bürgermeiser von Eitorf, Rainer Viehof (parteilos)

Bürgermeiser von Eitorf, Rainer Viehof (parteilos)

Viehof betonte auf Nachfrage dieser Zeitung, es habe keinerlei Zwischenfälle gegeben, die zu einem Platz- oder Hausverbot geführt hätten. Bei Oleg Retzer von Retzer Industries liege wohl ein Missverständnis vor. Der habe lediglich in einer Mail mitgeteilt, er wolle nicht, dass der Bürgermeister sich auf seinem Gelände bewege. Und mit ZF, wo sich ja seit drei Jahren kein Erfolg bei der Suche nach einer Nachfolgefirma ergeben habe, könnte die Zusammenarbeit durchaus besser sein, räumte der Bürgermeister ein. Die Auseinandersetzung mit dem Betriebsratsvorsitzendem Thomas Welteroth (SPD) sei wohl mehr auf ein Parteienproblem zurückzuführen.

Retzer Industries will Industriestammgleis reaktivieren

Zuvor hatte der Gemeinderat lange über den Antrag der Retzer Industries beraten, einen Teil des Spinnerweges an den früheren Schoellerwerken einzuziehen und zu entwidmen. Das betroffene Teilstück wurde bereits von der Firma eingezäunt und dem Betriebsgelände zugeschlagen. Als Begründung führte Retzer an, dass ein Industriestammgleis reaktiviert werden soll, das dann von Verkehrsteilnehmern überquert werden müsse. Durch das Zusammentreffen von Liefer- und öffentlichem Verkehr ergäben sich Gefahren. Retzer verwies außerdem auf einen gut ausgebauten Rad- und Gehweg parallel zur L 333.

Nach langer Diskussion stellte der Rat schließlich fest, dass es auch früher für diesen Teil des Spinnerweges gar keine Widmung gegeben habe und er somit jetzt auch nicht entwidmet werden könne. Die Verwaltung will jetzt laut Viehof noch einmal auf die Firma Retzer Industries zugehen und ihr raten, das Straßenverkehrsamt des Kreises einzuschalten, in dessen Zuständigkeit dies falle.