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Rasante FahrgeschäfteEitorfer Kirmes ist ein Fest für Fans und Vereine

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Eine Fahrt auf der Achterbahn „Speedy“ reißt alle Fahrgäste mit.

Eine Fahrt auf der Achterbahn "Speedy" reißt alle Fahrgäste mit.

Die 881. Ausgabe des größten Volksfests im Rhein-Sieg-Kreis ist gestartet.

Der „Wellenflug“ hebt ab, trägt seine Gäste in luftige Höhen, Runde um Runde, bis sie wieder, ein bisschen schwindelig womöglich, auf festem Boden stehen. Das traditionsreiche Kettenkarussell befindet sich Jahr für Jahr an seinem angestammten Platz auf der Eitorfer Kirmes, steht die Welt auch in Flammen, schießen die Spritpreise auch in die Höhe. Die Kirmes wollen sich die Besucherinnen und Besucher nicht nehmen lassen.

Die 881. Ausgabe des größten Volksfests im Rhein-Sieg-Kreis ist am Samstagnachmittag gut besucht. Hinter dem „Wellenflug“ steht wie immer ein besonders rasantes Fahrgeschäft, in diesem Jahr „Mr. Gravity“, der seine Fahrgäste auf einer rotierenden Scheibe in den Abgrund und wieder herauf schleudert. Den vielleicht entspanntesten Job unter den Schaustellern hat Philipp Schaffrath: Er verkauft die Fahrchips am „Babyflug“, dem Kinderkarussell vor der Kirche St. Patricius.

Für viele Eitorfer ist die Kirmes ein „Pflichttermin“

Die Fahrgäste sind größtenteils jünger als zehn Jahre und können mit einem Hebel selbstständig dafür sorgen, dass ihre Flugzeug-Gondel abhebt. „Da ziehen alle unterschiedlich dran: Manche trauen sich die gesamte Fahrt über nicht, andere machen das schon vor dem Start, weil sie es schon kennen“, sagt er. „Es fahren aber auch Erwachsene mit, das ist hier sehr angenehm und ruhig.“ Er müsse nur ein paar Knöpfe für den Start und die Hupe drücken, die Runde beende das Fahrgeschäft, das in technischem Sinne unter die Kategorie Pressluftflieger falle, selbstständig.

Gerade wieder sicher gelandet sind die Geschwister Linus (9) und Lilia (5), die mit Oma und Opa unterwegs sind. Ob die großzügiger seien als die Eltern. „Grundsätzlich ja – einmal im Jahr kann man mal was springen lassen“, sagt Annette Küpper. Nach dem „Babyflug“ soll der „Wellenflug“ folgen. „Die beiden sind ja schon was größer, da trauen sie sich auf mehr Fahrgeschäfte drauf“, ergänzt ihr Mann Franz Karl.

Als „Ureinwohner“ Eitorfs sei die Kirmes Pflichttermin. „Durch die Energiekosten ist alles teurer geworden, aber das Wetter ist super und die Kirmes hat an Attraktivität nicht verloren. Das liegt auch an den Vereinen, die sie so besonders machen“, sagt er.

Annette und Franz Karl Küpper mit ihren Enkeln Linus und Lilia Sophie.

Annette und Franz Karl Küpper mit ihren Enkeln Linus und Lilia Sophie.

Erstmals nach der Corona-Pause wieder dabei ist die Gemeinde der Ditib-Moschee in Eitorf. „Wir haben einen neuen Vorstand und haben uns entschlossen, in diesem Jahr wieder mitzumachen. Zuletzt waren wir vor acht bis zehn Jahren dabei“, sagt Vorstandsmitglied Hasan Yesil. Ihr Pavillon steht in der Schmidtgasse. „Der Platz gefällt uns richtig gut.“ Die Gruppe verkauft türkische Pizza und Frikadellen mit Salat.

Die Frauengruppe bereitet derweil ein Lahmacun nach dem anderen zu. „Als ich den Mädels vorgeschlagen habe, auf der Kirmes zu backen, waren alle direkt begeistert. haben in der Moschee eine Küche und kochen dort jeden Freitag zusammen, um das Essen zu verkaufen. Der Erlös kommt komplett den Kindern in der Koranschule zu“, sagt Sahintas Serap, die Vorsitzende der Frauengruppe. „Wenn der Verkauf gut läuft, gehen wir mit den Kindern auch mal Eis essen.“ Sie lädt bei der Gelegenheit gleich mal zum Tag der offenen Moschee am 3. Oktober ein, denn Begegnung ist das Ziel der Gemeinde.

Dem schwungvollen „Mr. Gravity“ schaut manch einer lieber von unten zu.

Dem schwungvollen "Mr. Gravity" schaut manch einer lieber von unten zu.

„Viele Gäste an unserem Stand unterhalten sich auch oder wollen das Rezept wissen, das macht viel Spaß“, sagt Hasan Yesil. „Unsere Kinder sind selbst irgendwo auf der Kirmes unterwegs, die habe ich schon lange nicht mehr gesehen“, ergänzt er gut gelaunt.