Ein „Zuhause“ für die KinderBodelschwingh-Gymnasium in Windeck wird 75 Jahre alt

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Erst mit dem Schulneubau bekam die Schule 1973 ihren heutigen Namen Bodelschwingh-Gymnasium Herchen.Gegründet wurde es 1951 namenlos als Evangelisches Aufbau-Gymnasium.

Erst mit dem Schulneubau bekam die Schule 1973 ihren heutigen Namen Bodelschwingh-Gymnasium Herchen.Gegründet wurde es 1951 namenlos als Evangelisches Aufbau-Gymnasium.

Zum 75-jährigen Jubiläum lud das Bodelschwingh-Gymnasium zu einer großen Feier ein und holte auch nochmal die Big Band zusammen.

„Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben ...“ (Johannes 15, 5) – diesem biblischen Menschenbild fühlt sich das Bodelschwingh-Gymnasium (BGH) in Windeck-Herchen seit 75 Jahren verpflichtet. Diesen Faden nahm Daniela Tibbe, Dezernentin vom Landeskirchenamt, Trägerin der Schule, beim Gottesdienst zur offiziellen Eröffnung der Jubiläumsfeierlichkeiten auf dem sogenannten „Pädaberg“ auf.

Dr. Torsten Latzel, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, schickte ein digitales Grußwort, machte die Herchener Schule als besonderen Ort an den vielen ehemaligen Schülern fest, die heute selbst als Pädagogen an der Schule unterrichten. Grußworte überbrachten auch Bürgermeisterin Alexandra Gauß und Gemeindereferentin Michaela Höhner vom katholischen Seelsorgebereich Windeck.

Das Miteinander ist anders geworden, wir haben flachere Hierarchien und ein Schulparlament, das mitbestimmt.
Judith Pschibille, Schulleiterin des Bodelschwingh-Gymnasiums

Die heutige Schulleiterin, Dr. Judith Pschibille, gehört zum Kreis der einstigen Schülerinnen und Schüler. Als erste Frau übernahm sie 2010 die Leitung. In der 75-jährigen Historie der Schule ist sie damit erst die Fünfte im Bunde. Nach dem Gedeihen der Schule unter ihrer Leitung befragt, antwortet sie dieser Zeitung: „Das Miteinander ist anders geworden, wir haben flachere Hierarchien und ein Schulparlament, das mitbestimmt.“ Auch bei den Vorbereitungen zum Fest – durch die andauernde Hitze zusätzlich vor besondere Herausforderungen gestellt – sei deutlich geworden, dass alle, von den Schülern bis zu den Lehrern, den Eltern und dem Festkomitee angepackt und mitgeholfen hätten. Gut gedeihe seit einigen Jahren aber auch der Weinberg, den die Schule angelegt hat.

v.l.n.r.: Schulleiterin Dr. Judith Pschibille, stellvertretender Schulleiter Luca Winter, Michael Land.

v.l.n.r.: Schulleiterin Dr. Judith Pschibille, stellvertretender Schulleiter Luca Winter, Michael Land, einer der Autoren der Festschrift.

Aktuell besuchen 650 Schülerinnen und Schüler die Schule und werden von 44 Lehrkräften unterrichtet. Im kommenden Schuljahr wird durch die Umstellung von G8 auf Stufe G9 die Schülerzahl auf etwa etwa 750 anwachsen. Gegründet wurde das BGH als Internatsschule. Zum Schuljahr 2016/2017 schloss die Kirche das Internat. Geblieben aus der Internatszeit, so die Schulleiterin, sei das Weitertragen der Idee von einem „Zuhause“ für Kinder.

Schule begleitet Projekte in Afrika und betrieb Schüleraustausche mit der Mongolei

Besonders zeichnet sich die Schule durch Kontakte ins Ausland aus. Projekte in Afrika gehören dazu. Intensiv war auch der langfristige Schüleraustausch mit der Mongolei. Nach der Corona-Zeit wurden in ganz Europa neue Kontakte aufgebaut, dazu zählen Norwegen, Luxemburg, Kroatien und Italien, Polen ist derzeit in Vorbereitung. Aus ökologischen Gründen finden Besuche mit der Bahn statt. Auch in die USA gibt es guten Kontakt. „Andere Kulturen kennenzulernen gehört für uns zur Friedenspädagogik“, setzt Dr. Pschibille deutlich den Akzent, „Freunde, die man kennt, bekriegt man nicht.“

Eine gelöste Stimmung herrschte bei den Präsentationen, Ausstellungen und Mitmach-Aktionen, die von den Schülerinnen und Schülern in der dreitägigen Projektwoche unter dem Motto „75 Jahre MitMenschen sein“ vorbereitet worden waren. Historie, Traditionen, Kunstprojekte zu Miteinander und Gemeinschaft, Musikbeiträge, Volkstänze waren vorbereitet worden. Eine große Tafel nahm Zettel in Herzform mit Erinnerungen auf, an der jeder sich mit einem schönen oder herausfordernden Moment seiner Schulvita beteiligen konnte. Für die Ehemaligen war ein eigener Raum reserviert. Mit 89 Jahren waren Ingeborg Zelenka, geborene Hatterscheid, und Sieglinde Panthöfer, geborene Panknin, 1951 eingeschult und 1957 Abitur abgelegt, die ältesten Besucherinnen.

Wiederbelebung der BGH Big Band zum 75-jährigen Jubiläum

Ein Höhepunkt war die Wiederbelebung der BGH Big Band für diesen einen Abend. Die Band war vor 40 Jahren aus einer Projektwoche mit Lehrer und Saxofonist Klaus Steglich hervorgegangen und wurde mit immer neuer Besetzung bis vor 25 Jahren fortgeführt. Gelungen war es Steglich, seit zehn Jahren im Ruhestand, für dieses Revival-Konzert in der Aula ehemalige und aktuelle Schüler und Pädagogen, 25 Personen insgesamt, als Big Band für ein bunt gemischtes Programm zu reaktivieren.

Klaus Steglich (rechts vor dem Dirigenten) am Saxophon hatte nach 25 Jahren fürs Jubiläumskonzert nochmal eine Big Band aus ehemaligen Schülern, Lehrern, aktiven Schülern zusammengetrommelt. Sein ehemaliger Kollege Matthias Ludewig gab den Takt an.

Klaus Steglich (rechts vor dem Dirigenten) am Saxophon hatte nach 25 Jahren fürs Jubiläumskonzert nochmal eine Big Band aus ehemaligen Schülern, Lehrern, aktiven Schülern zusammengetrommelt. Sein ehemaliger Kollege Matthias Ludewig gab den Takt an.

Dabei waren die aktiven Schüler Julian Lemp am Schlagzeug und Liam Riemer am Piano. Sie haben beide im vergangenen Jahr an einem Workshop mit der renommierten Lionel Hampton Bigband aus New York teilgenommen.

Auf 248 Seiten hat ein Redaktionsteam um Harald Kaufmann, ehemaliger Lehrer am BGH und im Ruhestand, die Geschichte der Schule in der Jubiläumsschrift „Vom Leben auf dem Pädaberg – 75 Jahre Bodelschwingh-Gymnasium Herchen (1951 – 2026) und seine Vorgeschichte“ lebhaft und reich bebildert zusammengestellt. Zu Wort kommen darin ehemalige Schüler- und Lehrerschaft oder anderweitig verbundene Menschen. Restexemplare können bei der Schule bestellt werden, per E-Mail oder unter 02243/92040.