Nach einem halben Jahr Bauzeit ist das Dattenfelder Hallenbad wieder offen – mit neuer Technik, Photovoltaik und barrierefreien Umkleiden.
Saniert für 1,5 Millionen EuroWindeck feiert die Wiedereröffnung des Dattenfelder Hallenbads

Dorothee Hinz gibt seit 1991 Kurse in Wassergymnastik.
Copyright: Sylvia Schmidt
„Windeck hat sich durchgesetzt, die Bürgermeisterin hat sehr für ihre Gemeinde geworben, die mit 1,2 Millionen Euro einen großen Schluck aus der Pulle bekommen hat“, spielte Sebastian Hartmann (SPD) auf das Begehren vieler an, für die Schwimmbadsanierung und deren Erhaltung eine Förderung vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung zu bekommen. Er und Elisabeth Winkelmeier-Becker (CDU) waren als Mitglieder des Bundestages für den Rhein-Sieg-Kreis zur Wiedereröffnung des Dattenfelder Hallenbades gekommen.
Kostenlose Schwimmkurse mit der DLRG
Bei dem großen Bedarf werde geschaut, wo das Geld am wichtigsten sei, erläuterte Winkelmeier-Becker. Dazu brauche es auch ehrenamtliches Engagement, das sei ein wichtiger Punkt für die Attraktivität von Dattenfeld und Windeck bei der Auswahl gewesen. Das Hallenbad in Trägerschaft der Gemeinde wird fürs Schulschwimmen, zu Trainingszwecken der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft DLRG, von der Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes sowie der Feuerwehr und Bürgern genutzt. Von der DLRG Ortsgruppe Eitorf organisiert Ausbilder Lars Neubauer immer dienstags von 17.30 bis 20 Uhr das Training für mehrere Gruppen im Hallenbad, bei der insgesamt acht Ausbilder im Einsatz sind. Der Schwerpunkt liegt auf der (früh)kindlichen Schwimmausbildung. Mit der DLRG ermöglicht der Gemeinderat kostenlose Schwimmkurse.

Die Bundestagsabgeordneten Elisabeth Winkelmeier-Becker und Sebastian Hartmann kamen zur Wiedereröffnung des Hallenbades in Windeck-Dattenfeld. In der Mitte Bürgermeisterin Alexandra Gauß.
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Bürgermeisterin Alexandra Gauß dankte dem Gemeinderat für den mutigen Schritt. Gemeinsam hätten sie in der Corona-Zeit beschlossen, das Bad zu schließen. „Es brauchte die Hälfte des Gasbedarfs von Dattenfeld, das haben wir für den Eigenanteil von 25 Prozent an der Förderung zurückgelegt. Es gibt eine Zweckbindungsfrist von zehn Jahren, bei finanziellen Problemen kann uns das Bad - auch das Freibad – nicht weggenommen werden.“
Barrierefreie Umkleiden, Photovoltaikanlage
Im Jahr 1984 war das Hallenbad eröffnet worden und wird seither vielseitig genutzt. Insgesamt wurden 1,5 Millionen Euro in neue Technik investiert (wir berichteten am vergangenen Mittwoch). Die Umkleiden wurden so umgebaut, dass nun auch für Menschen mit Beeinträchtigung der Badbesuch möglich ist. „Das Bad wurde in einer reinen Bauzeit von einem halben Jahr energetisch mit einer zukunftsfähigen Technik angepasst, die Preise wurden eingehalten“, erläuterte Projektleiter Günther Schuh bei einem Rundgang. „Das Dach ist mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet. Für die Technik, die vorher unter dem Dach war, wurde ein modernes Technikpodest für Lüftung und zwei Wärmepumpen angebaut.“
Bademeister Ralf Eibach und sein vierköpfiges Team sind dankbar, dass das Bad nicht den Finanzen preisgegeben wird. Laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag der DLRG können 58 Prozent der Kinder am Ende der Grundschulzeit nicht sicher schwimmen. Eibach bestätigt, dass ein großer Teil der Kinder in Windeck nicht schwimmen kann.

Projektleiter Günther Schuh vor der Hinteransicht mit direktem Übergang in den Dattenfelder Park. Auf dem Dach ist nun eine Fotovoltaikanlage, rechts das neue Technikpodest.
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In den ersten beiden Stunden ist zur Wiedereröffnung das Bad für die Kleinkindwassergewöhnung reserviert, 37 Kinder sind angemeldet. Die tummeln sich mit Ausbildern, Eltern und mit allerlei Schwimmhilfen quietschvergnügt im Wasser. Moritz Haas und sein fünfjähriger Sohn sind aus Rossel mit dem Rad gekommen. „Mein Sohn ist nicht die größte Wasserratte, Schwimmen ist aber eine grundsätzliche Fähigkeit, die jeder können muss, er ist jetzt ganz stolz“, berichtet der Papa hinterher.
Sich über Wasser zu halten, sich mit dem Element vertraut zu machen, hält auch die ehemalige Grundschullehrerin Dorothee Hinz für unerlässlich. Seit 1991 gibt sie Volkshochschulkurse für Wassergymnastik. „Auch für Kleine gibt es viele Hilfsmittel wie Schwimmnudeln, Gürtel, Bretter, Hanteln.“
Die Eröffnung ist für Bruno Schöneberg, Vorsitzenden der DLRG Ortsgruppe Eitorf, ein guter Tag. „Gerade hat das Bad in Ruppichteroth geschlossen, wir sind froh über den Erhalt jedes Schwimmbads. Die Kurse sind voll, der Bedarf ist noch größer, aber dazu brauchten wir beim DLRG mehr Leute.“
