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IndustriebracheEhemaliges Kabelmetal-Gelände in Windeck hat neuen Besitzer

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Die Natur hat inzwischen immer größere Teil der Industriebrache zurückerobert, an vielen Stellen wachsen Sträucher und Bäume.

Die Natur hat inzwischen immer größere Teil der Industriebrache zurückerobert, an vielen Stellen wachsen Sträucher und Bäume.

Der neue Besitzer hat große Pläne für das Areal, wie er sagt, will diese aber erst nach dem Eintrag ins Grundbuch öffentlich machen.

Das 50 Hektar große Gelände der früheren Kabelmetal-Werke auf der linken Siegseite in Schladern hat einen neuen Besitzer. Nach dem Tod von Erich Oberdrifter im vergangenen Jahr kaufte Siegfried Schröder die Industriebrache, zu der neben zum Teil inzwischen zerfallenen Werkshallen noch große Flächen mit Wald und Wiesen gehören.

Schröder ist Geschäftsführer der SMH-Secrity GmbH, einer Gesellschaft für Hochsicherheitstechnologie, die sich neben Objekt- auch auf Personenschutz spezialisiert hat und unter anderem den Flughafen Frankfurt-Hahn betreut. Er wohnt schon seit 2011 in unmittelbarer Nähe des Geländes im Dörfchen Mauel.

Neuer Besitzer will Villa renovieren

Nach der Gemeinde Windeck verzichteten auch die Landwirtschaftskammer, das Land Nordrhein-Westfalen und der Rhein-Sieg-Kreis auf ihr Vorkaufsrecht, so dass schließlich der Transaktion nichts mehr im Wege stand. Schröder hat große Pläne mit der Industriebrache. Zunächst will er die Villa restaurieren und instandsetzen lassen, in der sich früher Büros und Verwaltung der Kupferrohrfirma befanden. In den letzten Jahren von Kabelmetal wohnte dort auch ein Hausmeister des Betriebes, anschließend 20 Jahre lang auch das Ehepaar Oberdrifter.

Die Villa, in der früher vor allem Verwaltung und Büros des Kupferbetriebes untergebracht waren, will Schröder als erstes sanieren lassen.

Die Villa, in der früher vor allem Verwaltung und Büros des Kupferbetriebes untergebracht waren, will Schröder als erstes sanieren lassen.

Das Gebäude soll nach der Sanierung vermietet werden. Anschließend hat Schröder weitere umfangreiche Pläne, die er aber zunächst noch in der Schublade lassen will. Denn zuerst sei es wichtig, so der Geschäftsmann, dass er als Besitzer im Grundbuch eingetragen sei. Danach werde er gern seine weiteren Pläne für die Nutzung des Areals vorstellen, sagte Schöder. Altlasten stellen nach seinen Informationen auf dem Werksgelände kein Problem dar. Das habe ihm auch die Kreisverwaltung bestätigt, betont Schröder.

Gelände wurde in großen Teilen von der Natur zurückerobert

Große Teile des Geländes sind inzwischen schon von der Natur zurückerobert worden. An einigen Stellen, wo vor Jahren ein großes Feuer wütete und einen Teil der Industriehallen beschädigte, wachsen inzwischen Gras, Gestrüpp und kleine Bäume. Nacheinander will der neue Besitzer hier wieder Ordnung schaffen.

Oberdrifter und seine Frau Elisabeth, die das Areal 2006 kauften, hatten damals ebenfalls große Pläne und wollten zum Beispiel in einer der großen Werkhallen ein Zentrum für Musik- und Kulturveranstaltungen aufbauen. Das Feuer, bei dem laut Elisabeth Oberdrifter Brandstiftung die Ursache war, kam dazwischen und vernichtete alle Pläne. Das Ehepaar engagierte sich aber stark für die Arbeit der Kultur-Initiative Windeck (Kiwi) auf der anderen Siegseite.

Der neue Besitzer Wilfried Schröder besichtigt die Werkshallen auf der linken Siegseite in Schladern.

Der neue Besitzer Wilfried Schröder besichtigt die Werkshallen auf der linken Siegseite in Schladern.

Die Kupferrohrfabrik Kabelmetal, die zunächst Elmores hieß, siedelte sich schon 1890, also vor 136 Jahren, in Schladern an und nahm ihre Produktion von Kupferrohren und anderen Kupferteilen auf. Nachdem sie 20 Jahre später eine Brücke über die Sieg baute, um die Werksteile miteinander zu verbinden, erhielt sie 1911 auch einen eigenen Bahnanschluss. Im Ersten Weltkrieg diente die Versandhalle, das heutige Bürger- und Kulturzentrum, als Lazarett für verwundete Soldaten. 1966 ging Elmores in den Besitz der Kabel- und Metallwerke Gutehoffnungshütte Osnabrück über, die zugleich mehrere andere Produktionsstätten aufkauften.

Anschließend wurden immer mehr Teile der Produktion nach Osnabrück und Menden verlegt. Trotzdem machte die Firma, bei der in Hochzeiten bis zu 500 Arbeitskräfte beschäftigt waren, hin und wieder Schlagzeilen. So wurden etwa 1982 in Schladern Kupferrohre für eine Hochfrequenz-Sendeanlage im Pariser Eiffelturm produziert und dann auch vor Ort installiert. 1995 wurde das Werk, das zu den größten in der Gemeinde gehörte, stillgelegt. Die frühere Versandhalle wurde 2004 von der Gemeinschaft „Energiepark am Wasserfall“ gekauft, 2008 begann deren Umbau zum Bürger- und Kulturzentrum.

Kiwi, die ja ihr Domizil schon seit Jahren in der früheren Versandhalle von Kabelmetal (heute Bürger- und Kulturzentrum) auf der rechten Siegseite bezogen hat, nahm schon mit dem neuen Besitzer Kontakt auf. Die Initiative will ein Projekt zu dem Gelände auf der linken Siegseite starten, bei dem neben Bild- und Filmmaterial auch Zeitzeugen an die Produktion des großen Industriebetriebes in Schladern erinnern. Wer an dem Projekt teilnehmen möchte oder Informationen dazu hat, kann sich melden über mail@kulturInitiative-windeck.de.