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Nach der VerschmutzungFeuerwehr und THW kämpfen in Windeck gegen das Öl in der Sieg

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Mit einem Boot bringen die Einsatzkräfte Saugkörper auf der Sieg aus.

Mit einem Boot bringen die Einsatzkräfte Saugkörper auf der Sieg aus.

Baden in der Sieg bleibt tabu. Welche Auswirkung das Heizöl auf das Ökosystem hat, muss noch geprüft werden.

Ein Schild hängt, mit Kabelbinder befestigt, an einem Baum in Windeck-Imhausen, wenige Meter vom Siegufer entfernt. „Betretungsverbot“ steht darauf – das Badeverbot auf Windecker Gemeindegebiet gilt weiterhin, nachdem am Samstag große Mengen Heizöl in den Fluss gelaufen waren. Feuerwehr und Technisches Hilfswerk (THW) sind am Montag (6. Juli) immer noch im Einsatz, um die Ölsperren zu kontrollieren und die Verschmutzung zu entfernen.

Die Feuerwehr setzte mehrere Ölsperren in der Sieg, um  die Ausbreitung zu verhindern

Sie haben sich zunächst am Sportplatz in Rosbach gesammelt. „Mittlerweile sinkt der Ölstand langsam. Allerdings ist der Pegel der Sieg sehr niedrig, dadurch ist die Fließgeschwindigkeit geringer, sodass sich das Öl an manchen Stellen absetzen kann“, sagt Marco Brauner, Pressesprecher der Feuerwehr Windeck. Zusätzlich zu den beiden Ölsperren bei Imhausen und hinter der Präsidentenbrücke hätten die Ehrenamtlichen noch zwei auf Höhe Eulenbruch und etwa 150 Meter vor dem Wasserfall in Schladern gesetzt.

„Feuerwehr und Ordnungsamt haben am Morgen Schilder entlang der Sieg aufgehängt, die vor dem Betreten warnen. Die Nina-Warnung, die am Samstag erlassen wurde, gilt noch immer. Der Kontakt mit dem Ölfilm ist schädlich für Mensch und Tier“, warnt Brauner.

Schilder weisen am Siegufer auf das weiter bestehende Badeverbot und die Gefahr für Mensch und Tier hin.

Schilder weisen am Siegufer auf das weiter bestehende Badeverbot und die Gefahr für Mensch und Tier hin.

An der Unglücksstelle von Samstag erinnern bloß noch ein paar Schilder an den eigentlichen Einsatz. Die Stelle, an der das Heizöl in zwei Gullys gelaufen war, ist aufwendig gereinigt worden.

Ein Anhänger mit einem Plastiktank voller Heizöl war umgekippt

Zwischen 1500 und 2000 Liter liefen am Samstagnachmittag gegen 14.15 Uhr in einen Kanal, als ein Anhänger mit einem Tank umkippte. Der Fahrer eines Kleinbusses war nach links von der Hundhausener Straße auf die Dahlhausener Straße abgebogen. Dabei hatte sich der Plastiktank, den er in einem normalen Autoanhänger transportierte, aufgeschaukelt und hatte den Anhänger umkippen lassen. Ehe die Feuerwehr eingreifen konnte, floss das Öl in die Gullys und von dort in den Irser Bach, der nach rund 100 Metern in die Sieg mündet. Auch dort zog die Feuerwehr eine Ölsperre und verschüttete säckeweise Bindemittel.

Der Verursacher erhielt der Polizei zufolge eine Anzeige wegen Gewässerverschmutzung. Ob ihm der Folgeeinsatz in Rechnung gestellt werden kann, ist noch nicht klar.

Unklar sind auch die Auswirkungen auf das Umweltsystem, die Sieg steht ab der Landesgrenze unter Naturschutz. Wie viel Öl die Feuerwehr nicht aufhalten konnte, ist ebenfalls noch nicht sicher. Die Bezirksregierung Köln, deren Umweltbehörde mit dem Fall betraut ist, macht dazu am Montag keine Angaben. „Es waren seit dem Morgen immer wieder Angehörigen von Fachfirmen und der Feuerwehr vor Ort, um die Ölsperren zu kontrollieren. Die Maßnahmen zeigen Wirkung, aber es befindet sich immer noch Öl auf der Sieg. Das konnten wir über eine Drohne sehen“, sagt Brauner.

Schon am Samstag wurde das THW in den Einsatz eingebunden. Fachberater Ralf Beyer forderte die Gruppe Ölschaden an, die in Essen stationiert ist. Die Lkw trafen gegen 17 Uhr in Windeck ein, die THW-Kräfte begannen an der Ölsperre in Schladern mit ihrer Arbeit. „Sie haben sogenannte Saugkörper dabei, mit denen man das Öl vom Wasser aufnehmen kann“, schildert Brauner. Angehörige der Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes und der Feuerwehr fuhren mit einem Boot die Ölsperren entlang, um die Saugkörper auf das Wasser zu legen. Dasselbe geschah an der Präsidentenbrücke und bei Eulenbruch.

Mit einem Boot bringen die Einsatzkräfte Saugkörper auf der Sieg aus.

Mit einem Boot bringen die Einsatzkräfte Saugkörper auf der Sieg aus.

Der Einsatz dauerte bis zu später Stunde an. Die Verpflegungseinheit des DRK aus Windeck lieferte den Helfern Schokoriegel und Getränke. Brauner: „Das THW haben wir danach entlassen, wir als Feuerwehr werden in den kommenden Tagen immer wieder vor Ort kontrollieren müssen.“