Pfarrerin Dorothea Böttcher blieb noch ein Jahr nach dem eigentlichen Renteneintrittstermin in ihrer Gemeinde in Leuscheid. Dort wird sie auch wohnen bleiben.
AbschiedWindecker Pfarrerin geht nach 22 Jahren in den Ruhestand

Auch das Presbyterium spendete der scheidenden Pfarrerin den Segen.
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Als Pfarrerin Dorothea Böttcher vor 22 Jahren von Dabringhausen kam, um in der Windecker Kirchengemeinde Leuscheid ihre neue Stelle anzutreten, war so manche Begegnung mit dem Menschenschlag erst einmal irritierend. Im „Löschender“ Kirchspiel erfolgt etwa die Ansprache weniger an die Pfarrerin als an die „Pastüürsche“.
Gitarre im Gottesdienst sorgte bei Gläubigen in Windeck anfangs für Kopfschütteln
Lernen musste sie auch, dass der Gottesdienst eine deutlich kleinere Rolle spielte als in der alten Gemeinde. Oft hörte sie den Satz: „Ich gehöre nicht zu denen, die jeden Sonntag in die Kirche rennen.“ Inzwischen hat sie die Leuscheider längst liebgewonnen, und diese sie auch, obwohl sie damals mit Gitarre im Gottesdienst zunächst für Kopfschütteln sorgte. Die Gitarre setzte sich als fester Bestandteil durch und blieb das auch bis zu ihrem Abschied in den Ruhestand.
Dorothea Böttcher, Jahrgang 1959, wuchs in Neukirchen-Vlyn am Niederrhein auf. In Wuppertal und Heidelberg studierte sie Evangelische Theologie. Ordiniert wurde sie in Dabringhausen und kam 2004 nach Leuscheid. Jetzt waren ihre „Schäfchen“ in großer Zahl in die evangelische Kirche gekommen, um ihre Pfarrerin, die nur „Dorle“ genannt wird, zur Entpflichtung in den Ruhestand nicht allein zu lassen.
Wir haben eine Pfarrerin erlebt, die mit tiefem Glauben, großer Verlässlichkeit und viel Herz ihren Dienst getan hat
Schlicht, fröhlich, musikalisch und herzenswarm war der Abschiedsgottesdienst, aufs Wesentliche konzentriert, auf ein Fest des Glaubens. Es wurde gesungen, geklatscht und Danke gesagt, all jenen, die in den mehr als zwei Jahrzehnten den Weg gemeinsam gegangen sind. Die Bedeutung der Dankbarkeit stellte die scheidende Pfarrerin denn auch in den Mittelpunkt ihrer Abschiedspredigt, bevor Superintendentin Almut van Niekerk sie von ihren Aufgaben entpflichtete und sie und das Presyterium den Segen spendeten.
„Wir haben eine Pfarrerin erlebt, die mit tiefem Glauben, großer Verlässlichkeit und viel Herz ihren Dienst getan hat“, schrieb im Gemeindebrief der Vorsitzende des Prebyteriums, Günter Klein, über Dorle Böttcher. „Eine Seelsorgerin, die Menschen in Freude und Trauer begleitet, die zugehört, ermutigt und getröstet hat.“ Im Jahr 2019 feierte Dorle Böttcher mit ihrer Gemeinde ein besonderes Ereignis: ihre Hochzeit mit Jörg Grenter, der sie beim Abschied vom Amt auch an der Gitarre begleitete.

Pfarrerin Dorle Böttcher geht nach 22 Jahren in Leuscheid in den Ruhestand, ihr Rosbacher Kollege, Pfarrer Oliver Cremer gab ihr den Segen mit auf den Weg.
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Außergewöhnlich an Böttchers Zeit in Leuscheid war auch die Zusammenarbeit über Kirchenkreisgrenzen hinweg: Nach den Vorgaben des Evangelischen Kirchenkreises An Sieg und Rhein hatte sich das Presbyterium lange um eine Kooperation mit den Pfarrgemeinden Herchen und Eitorf bemüht. Auf Anhieb passte letztlich die Zusammenarbeit mit der Rosbacher Gemeinde, mit Pfarrer Oliver Cremer und Diakon Dietrich Dyck. Seit 2022 war Böttcher mit einem Dienstumfang von 25 Prozent in Rosbach tätig und damit im Kirchenkreis An der Agger.
Ein Jahr nach dem regulären Termin geht sie nun in den Ruhestand. Viel Kraft habe sie ein Oberschenkelhalsbruch vor vier Jahren gekostet, berichtete sie. „Entpflichtung ist ein schönes Wort. Ich möchte die Verantwortung abgeben, dass tut mir gut!“
Froh zeigten sich die Leuscheider, dass Dorothea Böttcher und ihr Mann im Ort wohnen bleiben. Neue Aufgaben hat sie schon im Auge: „Mal sehen, ob ich geeignet bin, ehrenamtlich im Landmarkt mitzuarbeiten. Ein paar Projekte wie den Punkt-11-Gottesdienst, den Leuscheider Adventskalender und die Krabbelgottesdienste werde ich weiterhin begleiten.“ Die Pfarrstelle in Leuscheid ist vorerst vakant.
