Das Derby am „Legenden-Tag“ steht unter besonderen Vorzeichen. Auch, weil zwei künftige Siegburger ihren eigenen Regionalliga-Traum zerstören könnten.
Fußball-MittelrheinligaSiegburger SV 04 bittet Hennef zum Lokalduell

Der Siegburger SV 04 peilt den nächsten Derby-Erfolg über den FC Hennef um Ansgar Pflüger (vorne) an.
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Das Schönste kommt eben (fast) zum Schluss. Am vorletzten Spieltag bittet der Fußball-Mittelrheinligist Siegburger SV 04 den FC Hennef 05 zum Lokalduell. Alles Wichtige zum Derby am Sonntag (15.30 Uhr) in der Übersicht.
Die Ausgangslage: Die einen müssen unbedingt gewinnen, um die Aufstiegschance zu wahren. Die anderen dürfen ganz befreit aufspielen. „Wir können maximal noch die 40-Punkte-Marke knacken“, sagt der Hennefer Sportchef Frank Fußhöller. „Der Druck liegt also klar beim Gegner.“
Dem will der Siegburger Trainer gar nicht erst widersprechen. „Für uns zählt nur ein Sieg“, betont Alexander Otto angesichts eines Vier-Punkte-Rückstands auf den SV Bergisch Gladbach 09. Gleichzeitig hofft man auf einen Ausrutscher des Spitzenreiters beim FC Wegberg-Beeck. Nur dann nämlich könnte es am letzten Spieltag zwischen Siegburg (in Merten) und Bergisch Gladbach (gegen Porz) tatsächlich zu einem Fernduell um die Meisterschaft kommen. Auch der zum Abschluss spielfreie SV Eintracht Hohkeppel könnte dann noch im Rennen sein. Otto stellt klar: „Wir haben Platz eins noch längst nicht abgeschrieben.“
Die Kräfteverhältnisse: Vor Siegburg landen – so lautete Fußhöllers frommer Wunsch vor der Saison. Vor dem Derby trennen beide Klubs allerdings 24 Punkte voneinander. Die Kluft nimmt Chefcoach Nils Teixeira zum Teil auf seine eigene Kappe: „Ich habe zu Beginn meiner ersten Traineramtszeit viel experimentiert und die Jungs damit wohl etwas überfordert. In der Rückrunde (Platz acht, Anm. d. Red.) haben wir aber gezeigt, dass wir im Tabellenkeller eigentlich nichts zu suchen haben.“
Wir fühlen uns nach drei Siegen in Folge nicht als krasser Außenseiter
Gleichzeitig zollt er seinem Trainerkollegen Respekt: „Alex überlässt nichts dem Zufall und stellt die Jungs immer fantastisch ein.“ Die Siegburger Platzierung sei demnach „kein Zufall. Trotzdem fühlen wir uns nach drei Siegen in Folge nicht als krasser Außenseiter.“ Der Siegburger Sportchef Tom Caspers meint ohnehin: „In einem Derby spielt die Tabelle überhaupt keine Rolle.“ Trotzdem sprechen alle Statistiken für Siegburg, auch Ottos Derby-Bilanz: Zwar verlor der Coach 2023 sein erstes Liga-Duell mit Hennef, doch es folgten vier Siege.
Die „Zwickmühle“: Leon Rosic (20) und Levi Dang (18) treffen am Sonntag auf ihren künftigen Verein – und könnten dazu beitragen, dass der Siegburger (und letztlich auch ihr eigener) Regionalliga-Traum platzt. Zumindest Teixeira sieht darin kein Problem: „Beide sind professionell genug, um damit umzugehen. Sie werden an Bord sein.“ Der Ex-Profi hätte mit dem besagten Duo gerne weitergearbeitet: „Leon ist ein Muster an Konstanz: Ich kann mich an kein einziges schlechtes Match von ihm erinnern. Auch Levi bringt alles mit, um eines Tages höher zu spielen.“
Die Kader-Updates: Kurz vor dem Derby hat der SSV 04 Ottos Vertragsverlängerung bekanntgegeben. „Damit bleibt der Architekt des Erfolgs an Bord“, betont Caspers. Dafür werden am Sonntag acht Spieler verabschiedet, darunter auch die Nummer eins Jens Fikisi (26).
Julius Hübgen kommt vom TuS Buisdorf
Der FCH hat indes drei weitere Zugänge zu vermelden: Sowohl Ricardo Schuh-Abranches (23) als auch Ümit Kuzu (21) kommen vom Oberliga-Aufsteiger Ahrweiler BC. Letzteren Akteur bezeichnet Teixeira als „quirligen Zehner. Elf Saisontreffer und 27 Vorlagen sprechen für sich. Auch Rici ist dank seiner Dynamik ungewöhnlich torgefährlich für einen Rechtsverteidiger.“ Außerdem wurde Mittelfeld-Allrounder Julius Hübgen (24) vom Bezirksligisten TuS Buisdorf verpflichtet.
Tag der „Legenden“
Im Rahmen des Derbys veranstaltet der SSV 04 einen „Legenden-Tag“. Demnach werden diverse Vereinsgrößen im Walter-Mundorf-Stadion das Duell mit Hennef verfolgen. Unter anderem der ehemalige Stürmer Horst Menzel, der 1977 am Aufstieg in die 2. Bundesliga vorbeischrammte. Auch Paul Reichmann wird unter den Besuchern sein. Jener Akteur, der 1960 in einem Oberliga-Spiel vier Tore in einer Halbzeit schoss.
