Abo

31. Oktober 2026Halloween-Haus in Wormersdorf: 550 m² Grusel, Eintritt frei

In Walberberg und Wormersdorf verwandeln Familien Haus und Garten in Gruselwelten. Am 31. Oktober öffnet das Halloween-Haus in Wormersdorf, Eintritt frei.

Von

Gruselige Gestalten und schaurige Szenen in der Region.

Der Aufbau in Walberberg läuft auf Hochtouren

Das große Gruseln hat begonnen: „Ich bin in diesem Jahr aber ein bisschen spät dran“, entschuldigt sich Jürgen Machmüller. Viel zu viele Gespenster und Geister seien noch in ihren Kisten. „Die muss ich in den nächsten Tagen noch alle auspacken und aufbauen.“Auch Bekim Brava, Freund der Familie, betont: „Wir müssen uns ranhalten.“ Jedes Jahr nimmt er sich Zeit, um Jürgen Machmüller beim Aufbau der Geistergruselwelt zu helfen.

Und einige der furchterregenden „Gesellen“ haben sie auch schon im Garten vor und hinter dem Haus aufgebaut und unter Strom gesetzt. „Das macht sie lebendig“, verrät Jürgen Machmüller.

Skelette, Sensemann und Riesenmonster

So sitzen in seinem Vorgarten am runden Tisch gleich vier Skelette zur Pokerrunde zusammen. „Meine Schwester hat dem Geisterkellner sogar noch eine schwarze Schürze genäht“, erzählt Uschi Machmüller. Auch sie freut sich jedes Jahr, wenn ihr Mann sich in seinen freien Tagen vor Halloween dem großen Gruseln widmet und Haus und Hof zu einem richtigen Spukschloss verwandelt.

Vom Giebel hängt längst auch schon Machmüllers Geister-Familie – teils lachend – alle aber auch tüchtig im Wind tanzend. Weit sichtbar und erhaben wirkt auch der „Sensemann-Reiter“ auf dem Carport, der auf Knopfdruck richtig böse gucken kann. Auch die Riesenmonster im Vorgarten wirken furchteinflößend. Mit funkelnden Augen und weit aufgerissenen Mäulern „quatschen“ sie sogar frontal mit ihren Betrachtern. Daneben blinken die bunten Lichterketten am Olivenbaum, und frech lachen die Kürbisse einige Meter weiter in der Lichterkette am Feigenbaum.

„Wegen des angekündigten Sturms war ich beim Aufbau ein bisschen vorsichtiger“, erklärt Jürgen Machmüller. Auf gar keinen Fall wolle er, dass seine Gespenster von einer Böe erfasst und wirklich wegfliegen.

Von Amerika nach Walberberg: Die Anfänge der Halloween-Leidenschaft

Einige seiner Exponate seien schließlich schon einige Jahre alt und würden längst als „Oldies“ in der Szene gelten. Bei einem Arbeitsaufenthalt in Amerika 2006 entdeckte er die Freude an Halloween und brachte sie mit nach Walberberg. „Wir haben damals ganz klein angefangen, mit wenigen blinkenden, bunten Lichterketten und lachenden, leuchtenden Kürbissen“, verrät er.

Das wunderbare Gefühl, sich wieder treffen und zusammen feiern zu können, hat ihn dann nach der Corona-Pandemie 2022 regelrecht beflügelt, sein gesamtes Haus zu Halloween zu schmücken und die ganze Familie und Freunde zur Halloween-Party einzuladen. Dabei sei es bis heute geblieben.

„Ich freue mich, wenn sich meine Familie und unsere Freunde freuen“, sagt Jürgen Machmüller. Außerdem liebt er ja auch das Gruselige. Jedes Jahr erweitere er deswegen seinen Bestand. „Im nächsten Jahr baue ich auch einen neuen Hexenturm in unseren Garten – in den dann auch unsere Enkelkinder hineinspazieren können“, verrät er.

„In Walberberg spukts“: Der ganze Ort gruselt mit

Doch nicht nur bei Familie Machmüller nimmt das Gruseln jetzt richtig Fahrt auf. „In Walberberg spukts“, flüstern bereits die Menschen und erzählen von einer richtigen „Grusel-Pandemie“. Immer mehr Häuser im Ort verwandeln sich in diesen Tagen in kleinere und größere „Geisterschlösser“ mit wackelnden Grabsteinen im Vorgarten und einer wachsenden Zahl an Gespenstern. In der Oberstraße wird bereits am Nachmittag vor dem 1. November eine „Gruselgasse“ eröffnet. Und zuverlässig wie ein Uhrwerk haben auch Manfred und Sonja Wollsiefer ihr Häuschen in der Buschgasse wieder wunderbar und geisterhaft in Szene gesetzt. Außer vielen kleinen und großen Gespenstern, die im Vorgarten herumhuschen, liegt der Schwerpunkt ihrer Halloween-Installation auf den besonderen und sich wandelnden Lichteffekten, die für wahrhaftiges Gruseln sorgen.

Auch in Wormersdorf gruselt es

30 Kilometer weiter südlich, in Rheinbach-Wormersdorf, hat sich das Gruseln ebenfalls schon ausgebreitet. In der Krüllstraße treiben seit einigen Tagen unter anderem Clowns auf Fahrrädern, Jack the Ripper und Freddy Krueger ihr Unwesen. Bei der Familie Posselt öffnet das Halloween-Haus zum vierten Mal in Folge – und das Beste daran: Der Eintritt ist frei.

Tanzende Geister und Labyrinthe.

Vor rund 19 Jahren wollte Claudia Posselt für ihren Sohn André, damals sechs Jahre alt, eine Halloween-Party ausrichten. „Halloween war in Deutschland noch wenig bekannt, und Deko, die über Schaumstoffgebisse hinausging, war kaum zu finden“, erzählt sie. Also wurde selbst dekoriert, mit viel Liebe zum Detail. Für die kleinen Gäste gab es eine Augensuppe aus Litschis mit Trauben, die kurz vor dem Verzehr in Kirschsaft getaucht wurden. „Eine Mutprobe für die Kinder.“

Aus der Kinderparty wurde im Laufe der Jahre ein Gruselparcours für Freundinnen und Freunde im Keller. Als Platz und Schockeffekt irgendwann nicht mehr reichten, zog das Ganze vor vier Jahren nach draußen: in Zelte, mit Wegeleitsystem und Themenstationen.

Ein Labyrinth auf mehr als 550 Quadratmetern

Heute ist das Halloween-Haus ein Labyrinth auf mehr als 550 Quadratmetern. Die Besucherführung ist so gestaltet, dass niemand gedrängt wird. Wer es sanfter mag, nimmt eine Abzweigung. Wer hartgesotten ist, geht den kompletten Parcours.

Die Figuren sind teils gekauft, teils selbst gebaut. Einige kamen aus den USA oder aus Holland, andere wurden in der eigenen Werkstatt hergestellt. In der Giftküche steht seit diesem Jahr beispielsweise eine selbstgebaute Figur, die sich übergibt. Aus Poolnudeln und Scheibenwischermotoren entstand sogar eine Band, die im Garten steht. Am Anfang steht eine Armada von Clowns.

Im weiteren Verlauf des Parcours warten weitere Stationen: Spinnen, Friedhöfe inklusive Reiter ohne Kopf, ein Unfall, der OP-Saal, Hexen, Kürbisse und ganz viel Spuk.

Das Skelett mit dem verfolgenden Blick

Der Star des Jahres ist ein großes Skelett, das einen mit „eigenen Augen" verfolgt, also mit einem digitalen Blick, wenn man so will. Das Skelett kam aus den USA, allein der Zoll kostete 200 Euro.

Ob echt oder nicht, ist in der Dunkelheit kaum zu erkennen. Nebel, Beleuchtung, Schwarzlicht und Live-Erschrecker sorgen dafür, dass man nicht weiß, wohin man zuerst schauen soll. Es blinkt, leuchtet, schreit und kippt, und manchmal ist es ohrenbetäubend laut.

Eintritt frei: Das Halloween-Haus öffnet am 31. Oktober

Im vergangenen Jahr kamen über 800 Besucherinnen und Besucher. Ob das in diesem Jahr getoppt wird? Wer kommt, sollte ein wenig Wartezeit einplanen. Der Eintritt ist frei, und das Halloween-Haus ist für Jung und Alt geeignet. Der Beginn ist am 31. Oktober um 18 Uhr, Open End.

Wer eine Vorstellung vom Aufwand bekommen möchte: Die erste Figur der Sammlung, der sogenannte Butler, kostete knapp 100 Euro. Die teuersten Figuren nähern sich heute dem vierstelligen Bereich. Insgesamt steckt in dem Gruselhaus nicht nur Liebe zum Detail, sondern auch ein oder andere Euro. Dazu kommt ein großer Lagerbedarf, denn die Figuren müssen zwischen den einzelnen Halloween-Jahren gelagert werden. (mit dh)