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Aktionstag IdahobitHennefer Jugendliche warben für Offenheit und Toleranz

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Schülerinnen und Schüler in einem Demonstrationszug.

Mehrere hundert Hennefer Schülerinnen und Schüler liefen durch die Hennefer Innenstadt.

Seit 2005 ist der 17. Mai der Internationale Tag gegen Homo-, Bi-, Inter-, Trans- und Asexuellenfeindlichkeit, kurz: Idahobit.

Ein bunter Zug aus mehreren Hundert Schülerinnen und Schülern zog am Montagmittag durch die Hennefer Innenstadt. Anlässlich eines Aktionstags für die Rechte queerer Menschen warben die Demonstrierenden für Toleranz und Offenheit.

Hennef feierte am Montag nach

Vor 36 Jahren hatte die Weltgesundheitsorganisation Homosexualität aus ihrem Diagnoseschlüssel für Krankheiten gestrichen. Seit 2005 ist der 17. Mai der Internationale Tag gegen Homo-, Bi-, Inter-, Trans- und Asexuellenfeindlichkeit, kurz: Idahobit. Trotzdem werden queere Menschen in vielen Ländern noch immer diskriminiert und verfolgt. In diesem Jahr fiel der weltweite Aktionstag auf einen Sonntag, weswegen die Stadt Hennef ihn am Montag nachholte.

„Wir veranstalten den Idahobit immer in Kooperation mit den Schulen“, erläuterte Patrizia Paolini, Teamleiterin für offene Kinder- und Jugendarbeit. „Aus den Jugendzentren kennen wir den Lebensalltag der Kinder und Jugendlichen. Dort machen wir Aufklärungsarbeit und geben jedem die Freiheit, sich zu entfalten, wie er oder sie möchte.“ Je früher man das Thema Toleranz an sie herantrage, desto feinfühliger seien sie als Erwachsene. „Zu meiner Schulzeit gab es solche Aktionen jedenfalls nicht“, sagte Paolini.

Drei Männer hissen eine Regenbogenfahne.

Bürgermeister Mario Dahm hisste am Rathaus gemeinsam mit Teilnehmern des Zuges drei Regenbogenflaggen.

Der Idahobit begann am Vormittag als buntes Schulfest am Campus Fritz-Jacobi-Straße, wo die Schülerinnen und Schüler umliegender Einrichtungen Mitmachaktionen zum Thema Gleichberechtigung, Vielfalt und Akzeptanz gestalteten. Unter Pavillons strichen sie sich Glitzer ins Gesicht oder malten Plakate. „Liebe braucht keinen Mut – nur Akzeptanz“ war auf einem zu lesen, „Bi yourself“ auf einem anderen. Organisiert hatte den Aktionstag das Amt für Kinder, Jugend und Familie der Stadt Hennef in Zusammenarbeit mit mehreren Trägern der Jugendhilfe.

Um 12.15 Uhr setzte sich der Demonstrationszug in Bewegung. Auch Bürgermeister Mario Dahm, der Fotowünsche der Jugendlichen erfüllte, nahm mit einem Regenschirm in Regenbogenfarben teil. Am Rathaus hisste er gemeinsam mit Jugendlichen drei Pride-Flaggen. „Vielfalt und Respekt sind feste Bestandteile unseres Zusammenlebens und eine echte Stärke unserer Stadt, für die wir gemeinsam einstehen sollten“, sagte Dahm im Jugendpark, wo die zentrale Abschlusskundgebung stattfand. Hier ließen die Teilnehmenden bei verschiedenen Angeboten den Tag ausklingen.

Wir sehen viel mehr Transparenz für das Thema als früher
Patrizia Paolini, Teamleiterin für offene Kinder- und Jugendarbeit

„Wir sehen viel mehr Transparenz für das Thema als früher, das leben wir auch in Hennef. Es gibt eine Kontaktstelle für queere Jugendliche und einen offenen Treff. Wir müssen noch mehr Anlaufstellen schaffen, denn viele wissen nicht, wohin sie gehen können, wenn sie spüren, dass sie homo- oder transsexuell sind“, sagte Patrizia Paolini. „Die Jugendlichen öffnen sich erst, wenn man eine Beziehung zu ihnen aufbaut – der Bedarf ist auf jeden Fall da.“ Auch wenn einige Teilnehmende die Demo möglicherweise nur als Schulveranstaltung sähen, sieht die Sozialarbeiterin darin einen Erfolg: „Das kann man bei uns nachbesprechen.“