Die Leiterin Susanne Heyd wurde für ihren Einsatz mit dem Ehrenamtspreis der Stadt ausgezeichnet.
Seit 20 JahrenIm Hennefer Burggarten pflegen ehrenamtlich Aktive rund 220 Pflanzen

Mit dem Ehrenamtspreis der Stadt Hennef wurden Susanne Heyd von Bürgermeister Mario Dahm ausgezeichnet.
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Vom schmucklosen Schotterfeld zum floralen Kleinod – damit habe anfangs wirklich niemand gerechnet, sagt Susanne Heyd, Initiatorin und treibende Kraft hinter dem Projekt „Burggarten Blankenberg“. Auf 800 Quadratmetern Fläche unterhalb des Burgturms, mit Blick über das Siegtal, gedeihen heute rund 220 teils geschützte Pflanzen- und Kräuterarten, gepflegt von einer Handvoll engagierter Ehrenamtlicher.
Seit der Jahrtausendwende gehört die Burganlage der Stadt Hennef
Jetzt feierten sie „20 Jahre Burggarten“ – eine Initiative, die mit einem eher holprigen Start begann, wie sich Susanne Heyd erinnert: „Die Hauptburg Blankenberg ist kurz vor der Jahrtausendwende aus Privatbesitz an die Stadt Hennef übergegangen. Im Zuge der Sanierung wurden Ausgleichsmaßnahmen erforderlich, darunter war auch der Vorschlag eines Gartens an der Burg.“ Als die Stadt eine Patin oder einen Paten für diesen Garten suchte, meldete sich die hauptberufliche Pädagogin Heyd – inspiriert durch Besuche in anderen Burg- und Klostergärten.
Wo heute Goldlack, Mutterwurz oder Eberraute wachsen, bot sich bei der ersten Begehung ein ernüchternder Anblick: „Im Untergrund liegt viel Schotter und Mörtel aus den Abbrucharbeiten der Burg, wodurch ein sehr kalkhaltiger Boden entstanden ist.“ Doch das vermeintliche Problem erwies sich als Glücksfall: „Für viele unserer Kräuter ist das ideal. Viele stammen aus dem Mittelmeerraum, und unsere Winter sind ihnen oft zu nass.“ Der steinige Boden sorgt für guten Wasserabfluss – ein Vorteil für empfindliche Pflanzen.

Zahlreiche Besucher kamen zur Feierstunde zur Burganlage.
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Hinter der bunt blühenden Vielfalt, die Besucher seit 2006 erleben, steckt ein klares Konzept: „Alle Pflanzen hier haben eine kulturhistorische Bedeutung – als Heil-, Küchen- oder Schutzkraut.“ Aufgrund der mittelalterlichen Geschichte der Burg sind die drei Beete mit Kräutern aus Europa, dem Mittelmeerraum und Vorderasien bestückt. Mittelfristig soll ein weiteres Beet mit Pflanzen aus Nord- und Südamerika entstehen – sofern Zeit und personelle Ressourcen vorhanden sind.
Ich möchte das gerne weitermachen, solange ich kann
Der Verein „Freundeskreis Burggarten Blankenberg“ zählt derzeit rund 30 Mitglieder, etwa die Hälfte davon gärtnert regelmäßig aktiv mit. Einige sind seit den Anfangsjahren dabei, viele Freundschaften sind entstanden. Neue Mitstreiterinnen und Mitstreiter sind ausdrücklich willkommen, betont Susanne Heyd: „Ich möchte das gerne weitermachen, solange ich kann. Wichtig wäre, dass jemand dazukommt, der vielleicht irgendwann in meine Fußstapfen treten kann.“

An historischen Vorbildern orientieren sich die Männer und Frauen, die sich im Burggarten Blankenberg engagieren.
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Denn die Arbeit geht weit über die Gartenpflege hinaus. Der Verein veranstaltet Führungen und ist regelmäßig auf Pflanzenbörsen in der Region vertreten: „Dort bieten wir bis zu 120 Sorten selbst geernteter Samen an.“ Auch das Online-Verzeichnis mit Kräuterrezepten muss gepflegt werden. Ein weiterer Schwerpunkt ist der Artenschutz: Im Burggarten werden unter geschützten Bedingungen einige vom Aussterben bedrohte Arten vermehrt.
Der Bürgermeister sieht hier „einen der schönsten Orte Hennefs“
Bei der Feierstunde würdigte Bürgermeister Mario Dahm den Burggarten als „einen der schönsten Orte Hennefs“. Susanne Heyd erhielt für ihr langjähriges Engagement den Ehrenamtspreis der Stadt. Gefeiert wurde stilecht mit Salbei-Plätzchen und Wermut – beides Kräuter, die auch im Burggarten angebaut werden.
Wer bei der Gartenpflege mitwirken möchte, findet Informationen auf der Homepage des Vereins.
