Der Fachbereich Älterwerden der Stadt Hennef stellt Aktivitäten und Anregungen vor, die gegen Einsamkeit helfen und fit halten sollen.
Hürden sind extra geringTeam „Älterwerden“ stellt Teilhabe-Angebote für Senioren in Hennef vor

Abteilungsleiterin Julia Gerhards-Funke (l.) und die Ansprechpartnerinnen Lena Bleich und Doris Hofmann vom Fachbereich Älterwerden der Stadt Hennef vermitteln zahlreiche Unternehmungen für ältere Menschen.
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Es gibt viele Umbrüche im Leben, die man erst einmal verdauen und sich danach sortieren muss. Beim Übergang zur Rente, aufgrund eines Pflegefalls in der Familie oder nach dem Verlust einer geliebten Person können Menschen sich zurückziehen. Um speziell ältere Menschen darin zu unterstützen, weiterhin am gesellschaftlichen Miteinander teilzuhaben, bietet der Fachbereich Älterwerden der Stadt Hennef ein breites Sortiment an: von sportlichen Aktivitäten über Kulturveranstaltungen bis hin zum Austausch beim Mittagessen oder via Telefon.
Der Fachbereich zeichnet unter anderem für die allgemeine Senioren- und Pflegeberatung verantwortlich. Die Mitarbeiterinnen im Sozialamt organisieren aber auch Veranstaltungen, wie den Hennefer Senioren-Tag, der im zweijährigen Rhythmus stattfindet (nächstes Mal im Frühjahr 2028). Weitere Aufgabenfelder sind Publikationen und Netzwerkarbeit.
„Die Angebote sollen niedrigschwellig sein“, sagt Abteilungsleiterin Julia Gerhards-Funke. Die Ansprechpartnerin für Veranstaltungen und Publikationen, Lena Bleich, erläutert: „Aufgrund der finanziellen Lage laufen einige Menschen Gefahr, zu vereinsamen.“ Die Angebote der Stadt seien daher nach Möglichkeit kostenfrei.
Soziale Kontakte helfen dabei, sich fit zu halten
Bleich empfiehlt, sich früh Gedanken zu machen, wie man im Alter aktiv bleiben wolle. Die Menschen in der Beratungen seien aber bunt durchmischt, was das Alter und die Vorstellungen von Aktivitäten anbelange. „Es gibt auch ganz viele Leute, die sich selbst informieren.“
Weiter sagt Bleich, es helfe sehr, auch im hohen Alter soziale Kontakte zu pflegen. Der Umgang mit anderen Menschen halte kognitiv fit. Ihr Kollegin Doris Hofmann, Senioren- und Pflegeberaterin und Behindertenbeauftrage, fügt an, das Netzwerk sozialer Kontakte sei auch bei einem höheren Hilfsbedarf wichtig, etwa durch eine Demenzerkrankung in der Familie oder aufgrund der Pflege von Angehörigen.
Für Hennef und die Umgebung präsentiert das Älterwerden-Team zahlreiche Möglichkeiten, um gegen die Einsamkeit vorzugehen – ein Gefühl, das keineswegs nur ältere Menschen betreffe und für das sich niemand schämen müsse. Es folgt eine Auswahl an Angeboten.
Den Übergang zwischen Arbeit und Rente meistern
Bleich verweist auf die Zwar-Gruppen in Hennef, die Abkürzung steht für „Zwischen Arbeit und Rente“. Gemäß der städtischen Mitarbeiterin nimmt im Stadtgebiet noch eine Zwar-Gruppe aktiv Mitglieder auf. Dort gibt es auch Untergruppen, etwa „Boulespielen“ oder „Kochen und genießen“, in denen Unternehmungen mit Gleichgesinnten geplant werden können.
Austausch ist entscheidend
Gerade mit Blick auf Personen, die in der Bewegung eingeschränkt sind, empfiehlt Doris Hofmann den „Besuchs- und Begleitungsdienst mit Telefonie“ der Malteser im Erzbistum Köln. Außer Telefonaten können hierüber auch persönliche Besuche angefragt werden, um im Austausch zu bleiben. Die Ansprechpartnerin Kerstin Fischer, Referentin Soziales Ehrenamt, ist unter 0221/69094851 zu erreichen. Der Hilfsdienst bietet zudem Besuche mit Hunden an, die nach Einschätzung von Doris Hofmann auch gut geeignet für Menschen mit Demenz sind.
Lernen stimuliert den Geist und ist auch im hohen Alter möglich
Sich mit neuer Technologie zu beschäftigen, hilft laut den Mitarbeiterinnen dabei, geistig fit zu bleiben. „Bei Nachholbedarf ist es sinnvoll, sich zu kümmern“, sagt Bleich. Andernfalls bestehe die Gefahr, sich zu isolieren. Inzwische laufe Vieles nur noch digital, ergänzt Hofmann. Dazu zähle teils Essenzielles wie Arztbesuche. „Es erhöht die Selbstständigkeit, sich mit dem digitalen Raum zu beschäftigen“, ist Hofmann sicher. Die drei Beraterinnen zeigen aber auch Verständnis für Seniorinnen und Senioren, die sich dafür nicht mehr fit genug fühlen.
Auf der Internetseite ihres Fachbereichs finden sich für Menschen, die sich weiterbilden möchten, Links zum sogenannten Seniorenstudium, angeboten an der Universität Bonn, Universität zu Köln und Universität Siegen, das sich gezielt an ältere Zuhörer und Zuhörerinnen richtet. Im schriftlichen Halbjahresprogramm „Älterwerden in Hennef“ sind zudem Vorträge zu finde, die im Generationenhaus, Humperdinckstraße 24, gehalten werden.
Ehrenamtlich bei Interkult der Stadt Hennef aktiv werden
Bei der Beratungs- und Begegnungsstätte für Erwachsene, dem Interkult, wird Hilfesuchenenden laut Julia Gerhards-Funke etwa beim Ausfüllen von Anträgen oder dem Kontakt mit Behörden geholfen. Es gibt aber auch einige kreative Angebote, zum Beispiel „Hobel und Späne“, ein Holz-Workshop, der jeden Dienstag mit Anmeldung besucht werden kann.
Beim integrativen Angebot „Bistro International“ können die Teilnehmenden gemeinsam essen und Deutsch sprechen, Termine laufen auf Anfrage. Im Interkult besteht zudem die Möglichkeit, selbst Projekte anzustoßen und ehrenamtlich die eigene Berufserfahrung einzubringen. „Wir sind offen für neue Ideen“, sagt Gerhards-Funke. Die Abklärung erfolgt in einem Interessensgespräch.
Ehrenamt sei für aktive Menschen im Alter wichtig, sind sich die Beraterinnen einig. Interessierte können sich zum Beispiel an die Ehrenamtsagentur des Rhein-Sieg-Kreises wenden: www.diakonie-sieg-rhein.de/engagementboerse/ . Die Agentur in der Ringstraße 2 in Siegburg, ist montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr geöffnet. Telefonisch erreicht man die Mitarbeitenden unter 02241/2521520 oder per E-Mail: freiwilligen-agentur@diakonie-sieg-rhein.de.
Texte für Zeitung „Mosaik“ schreiben
„Die Zeitung ‚Mosaik‘ erscheint zweimal im Jahr“, berichtet Julia Gerhards-Funke. Unter einem Überthema, wie „Kindheit in Hennef und Umgebung“ für die nächste Ausgabe, können Interessierte Texte einreichen oder ihre Geschichten erzählen und von Ehrenamtlichen verschriftlichen lassen. Auch eigene Themenvorschläge sind möglich. Die Zeitung wird unter anderem im Rathaus ausgelegt, ältere Ausgaben sind online verfügbar. „Das wird nachgefragt, wie die ‚Apotheken-Umschau‘“, berichtet Gerhards-Funke.
Seniorenkino im Kur-Theater
„Seniorenkino ist ein schönes Angebot“, lobt Lena Bleich. Menschen in Wohnheimen könnten teils direkt zu den Vorführungen im Kur-Theater gefahren werden. Zu den vier Vorstellungen im Jahr habe man acht monatlich „Filmperlen am Nachmittag“ ergänzt, um ein ganzjähriges Programm bereitzustellen.
In der Rikscha die Stadt erkunden
Julia Gerhards-Funke empfiehlt „Radeln ohne Alter“. Bei dem individuell buchbaren Angebot kann man sich in einer Fahrradrikscha durch die Stadt fahren lassen und Eindrücke sammeln. Bewohner von Altenheimen, die in der Mobilität eingeschränkt sind, haben so die Möglichkeiten, die Stadt zu erkunden. Spenden sind erbeten.
Auch die Beratung ist niedrigschwellig
„Wir wollen Infos online und in Papierform bereitstellen“, sagt Doris Hofmann. Bleich zufolge liegt der Hennefer Leitfaden für Seniorinnen und Senioren an mehreren Stellen in der Kommune aus, etwa im Rathaus, Altenheimen und Räumen der Kirche.
Das sogenannte Seniorenbüro bietet unter dem Motto „von Senior*in zu Senior*in“ ehrenamtliche Beratung an. Auch hier können sich ältere Menschen zur möglichen Freizeitgestaltung informieren. Das Büro hat wochentags von 10 bis 12 Uhr geöffnet und ist im EG des Generationenhauses, Humperdinckstraße 24 zu finden.
„Wir arbeiten sehr eng mit der Bürgerstiftung Altenhilfe zusammen“, sagt Doris Hofmann. Dort finde man Ansprechpersonen zum Thema Demenz. Gemäß Hofmann geht es darum, den Erkrankten Unternehmungsmöglichkeiten zu bieten und die Angehörigen zu beraten. „Die Bürgerstiftung hat einen Bus und ehrenamtliche Fahrer“, fügt Lena Bleich an. Der Bus kann nach Informationen von Bleich auch von Kleingruppen angefragt werden. Weitere Infos gibt es auf der Seite der Bürgerstiftung Altenhilfe: https://www.altenhilfe-hennef.de/
Doris Hofmann arbeitet im Hennefer Rathaus in Zimmer E.56. Sie ist unter der Nummer 02242/888560 zu erreichen oder per E-Mail an: pflegeberatung@hennef.de . Lena Bleich ist in Zimmer E.14 anzutreffen und telefonisch unter der 02242/888316 erreichbar (montags bis donnerstags von acht bis 13 Uhr und mittwochs von 14 bis 16 Uhr). Ihre E-Mail-Adresse lautet: aelterwerden@hennef.de
