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Nach NordbrückensperrungIHK-Bonn/Rhein-Sieg Präsident Stefan Hagen fordert Hilfe vom Bund

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Die Bonner Nordbrücke soll neu gebaut werden. (Archivbild)

Die Sperrung der Nordbrücke bereitet Unternehme im Rhein-Sieg-Kreis zahlreiche Probleme. (Archivbild)

Die IHK Bonn/Rhein-Sieg, die Handwerkskammer zu Köln und die Kreishandwerkerschaft luden zum ersten „Empfang der Wirtschaft“.

Es gibt kaum eine größere Veranstaltung in Bonn, in der wegen der Nordbrückensperrung die aktuelle Verkehrslage nicht Thema ist. „Schön, dass Sie es alle pünktlich geschafft haben“, begrüßte Moderatorin Melanie Bergner am Dienstagabend rund 1200 Gäste im Plenarsaal des alten Bundestages.

Dorthin hatten die Industrie- und Handelskammer (IHK) Bonn/Rhein-Sieg, die Handwerkskammer zu Köln und die Kreishandwerkerschaft erstmals zum „Empfang der Wirtschaft“ geladen – und IHK-Präsident Stefan Hagen nutzte die Gelegenheit, um mit Blick auf den kaputten Rheinübergang Hilfe vom Bund zu fordern, so wie er auch in der Corona-Pandemie und nach der Ahrflut mit Geld geholfen habe. „Seit 2007 wissen wir, dass die Brücke marode ist“, sagte Hagen und wies auf die Verantwortung des Bundes für die zur Autobahn 565 zählende Flussquerung hin.

Das, was bisher gemacht worden sei, um mit der Verkehrsbelastung fertig zu werden, reiche nicht aus, sagte der Unternehmer aus Siegburg, vielmehr müsse noch mehr getan werden, um „die Wirtschaft zu retten“: Ladenöffnungszeiten bis Mitternacht, Sonntagsöffnung der Geschäfte, Müllabfuhr in der Nacht, so wie es Paris mache, nannte der als Beispiele: „Es darf keine Tabus geben.“

12.000 Beschäftigte der Telekom sind massiv von der Sperrung betroffen

Massiv betroffen von der Brückensperrung sei auch die Telekom, mit über 12.000 Beschäftigten der größte private Arbeitgeber in der Region. „Aktuell ist pünktliches Erscheinen nicht ganz selbstverständlich“, sagte Telekom-Vorstandsvorsitzender Tim Höttges. „Ohne gute Infrastruktur gibt es keinen Fortschritt.“

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In seiner Rede ging er vor allem auf die Künstliche Intelligenz (KI) ein, deren Chancen er ausführlich beleuchtete. Der Konzern werde seinen Beitrag dazu „in großem Umfang“ leisten, werde Leitungen und Data-Center bauen. Das reiche jedoch nicht, um sich gegen die Macht der US-Techkonzerne behaupten zu können. Die seien zusammen 17 Billionen Euro wert, während T-Mobile US eine Marktkapitalisierung von 165 Milliarden Euro erbringe. Höttges: „Wir sind Zwerge in diesem digitalen Ozean.“

KI als Antwort? Kilometerlange Akten bei der Bundesstadt

Was kann man tun? Den Kopf in den Sand stecken wie der Vogel Strauß oder auf dem Rüssel tanzen wie die Elefanten-Skulptur des spanischen Künstlers Miquel Barceló vor der Telekom-Zentrale? Klar, dass Höttges den Elefanten bevorzugt, er hat das fünf Tonnen schwere Werk schließlich im vergangenen Jahr an der B9 aufstellen lassen, weil sie „Mut, Wandel und Balance“ verkörpere.

Zu diesem Mut, sich auf KI einzulassen, ermunterte er seine Zuhörer aus Handwerk und Mittelstand. Die Firmeninhaber dürften dieses Thema allerdings nicht delegieren, denn „KI ist Chefsache“. Er selbst nutze KI, habe sich mit deren Hilfe seine Rede schreiben lassen, gestand er, und erzählte freimütig, diesem maschinengestützten Informationssystem auch die Analyse seiner Blutwerte anvertraut zu haben. Meetings in seinem Büro würden von KI aufgezeichnet, Minuten nach dem Ende des Treffens sei bereits das Protokoll auf dem Tisch.

So schnell sind sie bei der Stadt Bonn nicht. Oberbürgermeister Guido Déus berichtete, im Stadthaus müssten bis zum sanierungsbedingten Auszug im nächsten Jahr 22,5 Kilometer Akten – das entspricht der Strecke zwischen der Bundesstadt und der Kurstadt Bad Neuenahr – digitalisiert werden. Bisher habe man vier Kilometer geschafft.