Scharfe Kritik vom BUNDFahrradwege am Rhein in Königswinter und Bad Honnef werden ausgebaut

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Fahrradfahrer fahren mit ihren Fahrrädern auf einer Straße.

Die Fahrradwege am Rhein in Bad Honnef und Königswinter können saniert werden.

Die Fahrradwege am Rhein in Königswinter und Bad Honnef können ausgebaut werden. Der BUND reagiert mit heftiger Kritik.

Dem Ausbau der Fahrradwege am Rhein in den Städten Königswinter und Bad Honnef steht nichts mehr im Wege. Mit großer Mehrheit beschloss der Beirat bei der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises, keine Bedenken gegen eine Befreiung von den Verboten des Landschaftsschutzes für die beiden Projekte zu erheben. Nur vom BUND, der die Projekte als nicht entscheidungsreif bezeichnete und zunächst eine Expertenrunde forderte, gab es Gegenstimmen.

In Königswinter soll der Rheinradweg zwischen der Stadtgrenze Bonn und der Fährstraße zu einer Radvorrangroute ausgebaut werden. In Bad Honnef wird der bestehende Rad- und Gehweg an der Rheinpromenade in Rhöndorf zwischen der Grenze zu Königswinter und dem Überweg der Stadtbahn 66 ausgebaut und saniert. Der Ausbau der Wege soll auch aus Klimaschutzgründen erfolgen und der erforderlichen Mobilitätswende zugutekommen.

Der Rheinradweg in Königswinter wird in der Breite von 2,50 Meter auf drei bis vier Meter erweitert. Dadurch soll auch dem zunehmenden Zweiradverkehr mit E-Bikes und Pedelecs Rechnung getragen werden. In dem Artenschutzgutachten des Ingenieurbüros Afry, das vor allem auf das Vorkommen von Brutvögeln, Zauneidechsen und Fledermäusen eingeht, werden Beeinträchtigungen wegen besonderer Vermeidungs-Maßnahmen ausgeschlossen.

Vertreter des BUND nahmen aber vehement Stellung gegen das Projekt. Nach Ansicht von Dr. Franz Rohmer ist es nicht notwendig, den Radweg auf vier Meter zu verbreitern. Ralf Jakob forderte, die geplante Vergrämung von Zauneidechsen für die Zeit der Bauarbeiten dürfe nur erfolgen, wenn auch Ersatzhabitate in der Nähe geschaffen würden. Christoph Rüter vom Kreisnaturschutzamt betonte: „Diese Vergrämung muss mehr als Schutz- und Vorsichtsmaßnahme verstanden werden, falls überhaupt Zauneidechsen vorhanden sind.“

Peter Inden sprach sich gegen eine Beleuchtung außerhalb von bebauten Gebieten aus. Heute sei jedes Fahrrad mit ausgezeichneten Lampen ausgerüstet. Auch Vorsitzender Dr. Norbert Möhlenbruch (Landesjagdverband) vermisste eine Richtschnur dafür, was an Beleuchtung zwischen Bebauung und den Naturräumen notwendig sei. Laut Rüter will die Kreisverwaltung zunächst noch das Ergebnis einer bundesweiten Tagung zur Wegebeleuchtung abwarten und dann die neuesten Erkenntnisse in die Genehmigung einfließen lassen.

Die Verkehrssicherheit ist laut Stadtverwaltung Bad Honnef auf der Rheinpromenade in Rhöndorf wegen der stark beschädigten Oberfläche beeinträchtigt. Dort soll der Rad- und Gehweg 4,25 Meter breit ausgebaut werden. Saniert werden soll auch die instabile Ufermauer. Zurzeit ist auf diesem Abschnitt des Radwegs keine Beleuchtung vorhanden.

Debatte wurde zunehmend hitziger

Der BUND-Forderung, dort auch keine zu installieren, widersprach Fabiano Satiro Pinto vom Geschäftsbereich Städtebau der Stadt Bad Honnef mit dem Hinweis, dann gebe es auch dort auch keine soziale Sicherheit für Frauen und Kinder. Darauf wiederum reagierte Ralf Jakob heftig und bezeichnete dieses Argument als Unverschämtheit, worauf Vorsitzender Möhlenbruch mit einem Ordnungsruf drohte.

Dr. Michael Pacyna beantragte, die Wegeoberfläche wie bei dem Radweg in Königswinter mit einer hellen Asphaltschicht zu versehen. Dadurch soll der Hitzeeffekt und die damit verbundene Barrierewirkung für Insekten gemindert werden. Das Gutachten des Ingenieurbüros Sweco schließt im Übrigen eine Beeinträchtigung für den Artenschutz aus.

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