In der Tunnelkette der B42 in Königswinter ist jetzt wieder Tempo 80 erlaubt. Der Landesbetrieb erklärt, warum mehr nicht geht.
TunnelketteDarum ist auf der B42 in Königswinter nur Tempo 80 erlaubt

Die Tempo-60-Schilder verschwinden, die digitalen gehen jetzt in Betrieb.
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Mehr als zwei Monate nach der offiziellen Freigabe der B42-Tunnelkette, die viereinhalb Jahre lang für 62 Millionen saniert und modernisiert worden war, herrschen seit diesem Freitag (26. Juni) wieder „normale Verhältnisse“: Laut Landesbetrieb Straßenbau NRW ist die neue digitale Verkehrsbeschilderung in Betrieb gegangen.
Damit ist wieder – wie vor dem Großprojekt – Tempo 80 auf der vier- und zum Teil sechsspurigen Bundesstraße erlaubt. Nach der Freigabe durch NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer im April dieses Jahres hatte der Landesbetrieb für eine Testphase noch die Beschränkung auf 60 Stundenkilometer ausgeschildert. Allerdings hielt sich augenscheinlich kaum ein Fahrer auf der gut ausgebauten Trasse an die Geschwindigkeitsbeschränkung.
Tunnelleitzentrale in Leverkusen prüfte die neue Beschilderung
Vom Ende des „Blindbetriebs“ sprach die Behörde am Freitag. In den vergangenen Wochen habe die Tunnelleitzentrale in Leverkusen die „Inhalte“ der digitalen Schilder „auf einwandfreie Funktionalität überprüfen konnte. Nach positivem Verlauf wird nun die Anzeigenregelung aktiviert, so dass die Schildinhalte sichtbar sind“. Gleichzeitig werde die „Blechbeschilderung“ (Tempo 60) zunächst lediglich unkenntlich gemacht. Wenn der Normalbetrieb keine Auffälligkeiten zeige, werde die Baustellenbeschilderung abgebaut.
Dass keine höhere Geschwindigkeit auf der gut ausgebauten Straße erlaubt wird, ergebe sich aus den „Richtlinien für die Ausstattung und den Betrieb von Straßentunneln“ (RABT 2006), erklärte die Behörde. Für Tunnelbauwerke wie die der B42 werde darin ausdrücklich Tempo 80 empfohlen. Ein wesentlicher Faktor sei dabei die Beleuchtung.
Die Tunnelkette habe aufgrund ihrer Bauweise besonders anspruchsvolle Lichtverhältnisse. Die Beleuchtung im Tunnel müsse mehrere sicherheitsrelevante Funktionen erfüllen: Sie müsse den Wechsel von hellem Tageslicht zu dunkleren Tunnelzonen für das Auge ausgleichen und gleichzeitig visuelle Effekte wie den „Stroboskopeffekt “ reduzieren. Hinzu käme die teilweise offene Bauweise mit seitlichen oder mittigen Öffnungen. Der dadurch entstehende Lichteinfall könne die Sichtverhältnisse beeinträchtigen. Darüber hinaus sprächen Steigungen sowie Ein- und Ausfahrten in den Tunnel gegen eine höhere zulässige Geschwindigkeit.
Tausende Pendler standen bei Königswinter über viereinhalb Jahre oft im Stau
Die Mammutbaustelle hatte Tausende Pendler über viereinhalb Jahre viele Nerven gekost. Oft stand je Fahrtrichtung nur eine Spur zur Verfügung. Oliver Krischer hatte sich für die lange Dauer bei den Betroffenen entschuldigt: „Ich kann hier nur um Verständnis und um Verzeihung bitten, dass solche Projekte nicht im Vorhinein immer so abschätzbar und nicht immer so planbar sind, wie es vielleicht wünschenswert wäre.“
