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Vernachlässigt und abgemagertKreisveterinäramt beschlagnahmt in Königswinter 28 Pferde

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Ungepflegte Pferde stehen um Matsch.

Schlecht untergebracht, ungepflegt und unterernährt: Das Kreisveterinäramt löste einen Pferdebestand in Königswinter auf.

Dem Pferdehalter in Königswinter waren 2025 schon Islandpferde weggenommen worden. Nun verstieß er erneut gegen den Tierschutz.

Nach erneuten Verstößen gegen den Tierschutz hat das Veterinäramt des Rhein-Sieg-Kreises in Königswinter jetzt einen Pferdebestand aufgelöst. Die insgesamt 28 vernachlässigten Tiere des Edgarshofs in Königswinter seien an einem anderen Ort untergebracht worden, an dem sie versorgt würden, teilte die Kreisverwaltung  mit.

Der Pferdehalter hatte nach Angaben der Behörde in der Vergangenheit zahlreiche und schwerwiegende Tierschutzverstöße begangen. Das habe daher letztlich ein Pferdehaltungs- und Betreuungsverbot erlassen. Zuvor waren schon 2025 sechs Tiere, deren Zustand am schlimmsten war, sofort aus dem Bestand entnommen.

Die Pferde standen in Königswinter im Matsch zwischen aufgetürmten Kothaufen

Mit dem Haltungsverbot verbunden war laut Mitteilung die Auflage, den Gesamtbestand innerhalb einer gesetzten Frist vollständig aufzulösen. Da der Halter dieser Auflage nicht nachkam, schritt das Veterinäramt jetzt erneut ein und entnahm die 28 verbliebenen Tiere.

Pferde in Königswinter schlechte gehalten und beschlagnahmt

Eines von insgesamt 28 Pferden, die in Königswinter vernachlässigt wurden.

Der Zustand als auch die Unterbringung und Pflege der Pferde am Tag der Bestandsauflösung seien weiterhin stark tierschutzwidrig gewesen. Den Pferden standen demnach unter anderem keine trockenen Liegeflächen zur Verfügung, sie mussten in teils tiefem Matsch stehen und der angefallene Kot war zu großen Haufen aufgetürmt. Der Ernährungszustand vieler Pferde sei schlecht gewesen, die Hufe deutlich zu lang und teilweise bereits stark ausgebrochen. Das Fell sei ungepflegt gewesen und einigen Tieren hafteten große, eingetrocknete Kotplatten an.

In den kommenden Wochen entscheidet sich, ob die Pferde vom Rhein-Sieg-Kreis versteigert werden

Die Pferde würden nun an einem anderen Ort versorgt, tierärztlich untersucht, gegebenenfalls behandelt und einem Hufschmied vorgestellt. Wie es für die Tiere weitergehe, entscheide sich in den kommenden Wochen.

Möglich sei eine Veräußerung durch das Kreisveterinäramt, oder der Halter bekomme die Möglichkeit, kurzfristig selbst neue Eigentümerinnen oder Eigentümer zu finden. „Zurück an den Halter gehen die Pferde aufgrund der schwerwiegenden Tierschutzverstöße und des Haltungs- und Betreuungsverbotes nicht.“

Im Herbst vorigen Jahres waren die sechs Islandpferde in einem Reit- und Fahrstall in Euskirchen untergebracht worden, der schon mehrfach beschlagnahmte Tiere untergebracht hatte. Die Pferde wurden dann meistbietend verkauft.