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Bäume am RheinuferKönigswinter will mehr Bäume, muss aber auch fällen

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Thomas Krischik, Westenergie, Klimaschutzmanagerin Antje Fehr und Bürgermeister Lutz Wagner

Königswinter – Bei allen Neu- und Umbauten von Gebäuden der Stadt Königswinter, die erklärtermaßen ab 2035 klimaneutral sein will, sollen künftig Photovoltaikanlangen auf den Dächern installiert werden. Diesen Grundsatzbeschluss für die öffentlichen Bauten hat nach Angaben von Bürgermeister Lutz Wagner der Verwaltungsvorstand gefasst.

Aktuell werden der Neubau der Kindertagesstätte am Limperichsberg und die ehemalige Paul-Moor-Schule (künftig „Mosaik“) mit den Solaranlagen ausgestattet; die Ausschreibungen liefen zurzeit.

Resistente Bäume am Rheinufer gepflanzt

Wagner äußerte sich anlässlich der Präsentation von elf Klimabäumen, die dank eines Programms des Energieunternehmens Westenergie auf einer Wiese am Rheinufer zwischen Bootshaus Oberkassel und Fähre Niederdollendorf gepflanzt wurden. 2500 Euro hat die Anschaffung und Pflanzung von Rotbuchen, Birnen und einer Eiche gekostet.

Laut Thomas Krischik, Kommunalmanager der Westenergie AG, haben sich 125 Kommunen – darunter Königswinter – für das Nachhaltigkeitsprojekt beworben, so dass insgesamt 1250 Bäume gepflanzt würden. Die neu am Rheinufer stehenden elf Bäume gelten nach heutigen Erkenntnissen als vergleichsweise stressresistent bei Hitzewellen und Starkregen.

Wagner betonte, dass man nicht nur den Klimaschutz im Blick haben (Stichwort Photovoltaik), sondern sich auch um die Klimafolgenanpassung kümmern müsse, wie beispielsweise durch die Pflanzung stressresistenter Bäume. Laut Königswinters Klimaschutzmanagerin Antje Fehr wurde der Standort auf der Rheinwiese, die im Hochwassergebiet liege, mit der Unteren Naturschutzbehörde abgestimmt.

47 Bäume stehen vor Fällung

Gar nicht weit entfernt von den elf Neupflanzungen könnten unterdessen noch in diesem Jahr 47 Bäume gefällt werden müssen, die auf oder zu nahe an einer Trinkwasserleitung des Wahnbachtalsperrenverbandes (WTV) stehen, über die unter anderem die Talschiene von Königswinter versorgt wird. Betroffen sind davon auch mehr als 30 Kastanien, die das Niederdollendorfer Ortsbild in der Straße Rheinufer prägen.

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Von der Fällung bedroht: Mehr als 30 Kastanien an der Straße Rheinufer in Niederdollendorf.

Der zuständige Bau- und Verkehrsausschuss hatte sich im Februar in Niederdollendorf ein Bild gemacht, das Thema in seiner jüngsten Sitzung aber vertagt. Nun steht es am 17. Mai auf der Tagesordnung des Gremiums.

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Der Vorlage zufolge würde eine Verlegung der Trinkwasserleitung allein an der Straße Rheinufer – so könnten die Kastanien womöglich erhalten werden – rund 400.000 Euro kosten. Allerdings lasse sich diese Maßnahme, so der WTV, „aufgrund der bereits im Straßenbereich vorhandenen Infrastruktur (unter anderem Abwasserkanal DN 700) kaum realisieren“ (also ein Abwasserrohr mit 70 Zentimeter Durchmesser, Red.).

Verbleib der Bäume wäre mit Risiken verbunden

Sollte die Stadt bereit sein, das Haftungsrisiko zu übernehmen für den Fall, dass es zu einem Schaden an der Trinkwasserleitung kommt – dieses Angebot macht der WTV –, könnten nach Einschätzung der Verwaltung kaum zu kalkulierende Kosten auf die Stadt und damit den Steuerzahler zukommen. Vor allem drohten hohe Kosten bei einer Unterbrechung der Hauptwasserleitung, weil Regressansprüche etwa von Gewerbe- und Industriebetrieben zu befürchten wären.

Bau- und Verkehrsausschuss, Dienstag, 17. Mai, 17 Uhr, Aula Oberpleis