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Tee und Decken verteiltLkw blockierte A3 Richtung Köln stundenlang – Fahrbahn wieder frei

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Die Autobahn A3 ist am frühen Dienstagmorgen in Fahrtrichtung Köln zwischen der Anschlussstelle Siebengebirge und dem Kreuz Bonn/Siegburg wegen eines defekten Schwertransports in der Baustelle komplett gesperrt.

Die Autobahn A3 ist am frühen Dienstagmorgen in Fahrtrichtung Köln zwischen der Anschlussstelle Siebengebirge und dem Kreuz Bonn/Siegburg wegen eines defekten Schwertransports in der Baustelle komplett gesperrt.

Die Fahrbahn war seit 3.20 Uhr in der Nacht blockiert. Einsatzkräfte verteilten Decken und warme Getränke an die Betroffenen im Stau.

Die Autobahn A3 im Siebengebirge in Fahrtrichtung Köln wurde in den frühen Morgenstunden des Dienstag, 6. Januar, komplett gesperrt. Grund war ein defekter Schwertransporter, der zwischen der Anschlussstelle Siebengebirge und dem Kreuz Bonn/Siegburg in der Baustelle stehen geblieben war. Erst gegen 9 Uhr konnte der Verkehr wieder ungehindert fließen. 

Das Schwerlastfahrzeug transportierte ein Bohrgerät auf Kettenbasis und benötigte im Bereich der Baustelle offenbar beide verbleibenden Spuren. In Höhe der Ortslage Königswinter-Oberscheuren kurz vor der Brücke Scheurenstraße am Bockerother Berg blockierten die Bremsen des Aufliegers.

Hinter dem blockierenden Schwertransporter bildete sich in den Morgenstunden ein langer Stau.

Hinter dem blockierenden Schwertransporter bildete sich in den Morgenstunden ein langer Stau.

Eine Notreparatur vor Ort scheiterte. Seit 3.20 Uhr war die Autobahn ab der Anschlussstelle Siebengebirge komplett gesperrt. Hinter dem Schwerlasttransporter staute sich der Verkehr zunächst auf einer Länge von etwa sechs Kilometern bis zur Anschlussstelle Siebengebirge. Im Berufsverkehr vergrößerte sich der Stau dann sogar bis zur nächsten Anschlussstelle Bad Honnef/Linz. 

Dabei war im Stau die rechte der zwei Spuren komplett mit Lkw blockiert. Auch auf der linken Spur standen viele Lkw, aber auch einige Autos. Die Einsatzkräfte machen sich aufgrund der Kälte um die Lkw wegen der autarken Versorgung nicht so viele Sorgen.

Unfall auf der A3: Auto- und Lkw-Fahrer standen stundenlang in der Kälte im Stau

Aber wegen der Autofahrer startete am frühen Morgen ein großer Betreuungseinsatz. Die Alarmierung erreichte die Hilfsorganisationen in den frühen Morgenstunden kurz vor 5 Uhr. Dabei waren das DRK Siebengebirge, DRK Troisdorf, der Maltester-Hilfsdienst Bad Honnef und der Malteser-Hilfsdienst Siegburg und Troisdorf sowie die Malteser Meckenheim mit insgesamt 35 Einsatzkräften vor Ort.

Die Helfer nutzten eine Notzufahrt direkt unterhalb der Brücke Scheurenstraße, um auf die Autobahn zu gelangen. Diese wird bei Verkehrsunfällen auch von der Feuerwehr genutzt und durch ein Zahlenschloss gesichert. Zusätzlich konnte das Quad-Fahrzeug des DRK Siebengebirge sich den Weg durch die gesperrte Baustellenspur bahnen.

Die Betreuungskräfte hatten ihre Basis an der Anschlussstelle Siebengebirge mit dem Einsatzleitwagen aufgebaut. Die vier Hilfsorganisationen hatten warme Getränke vorbereitet. Dabei standen 2000 Liter Kaffee und Tee zur Verfügung, um die steckengebliebenen Autofahrer zu versorgen. Außerdem wurden bei Bedarf Decken verteilt.

Die Hilfskräfte fahren mit Rollwagen und den Heißgetränken von Auto zu Auto.

Die Hilfskräfte fahren mit Rollwagen und den Heißgetränken von Auto zu Auto.

„Die Autobahnpolizei hat uns nach gut anderthalb Stunden hinzugerufen, weil die Pkw auf der Autobahn nicht zurückgeführt werden konnten“, so DRK-Kreisbereitschaftsleiter Jens Koelzer. „Wir sollten die Betreuung der Betroffenen übernehmen“, fügte er an. 

Grundsätzlich gehen die Hilfskräfte in einer solchen Situation von drei Personen pro Fahrzeug aus, was insgesamt 1500 Betroffenen bedeutet hätte. Allerdings saßen die meisten Autofahrer alleine in ihrem Fahrzeug, sodass Koelzer schlussendlich von etwa 380 betroffenen Personen sprach, die mit warmen Getränken und Decken versorgt wurden.  

„Viele Menschen sitzen seit längerer Zeit fest – unser Ziel ist es, sie warm zu halten und schnell mit dem Nötigsten zu versorgen“, fügte Ulf Krüger, Einsatzleiter der Malteser hinzu. „Gerade in den frühen Morgenstunden ist die Belastung hoch. Decken und heiße Getränke helfen, die Situation für die Betroffenen zumindest etwas erträglicher zu machen.“

Auch das Begleitfahrzeug des Schwertransporters ging es nicht mehr weiter.

Auch das Begleitfahrzeug des Schwertransporters ging es nicht mehr weiter.

Von zwei Seiten aus versorgten die Einsatzkräfte die Fahrzeuginsassen im Stau. Weil durch die Blockierung des Schwertransporters beide Fahrspuren komplett mit Fahrzeugen gestaut waren, mussten die Hilfskräfte die Versorgung über die Baustellenspur durchführen.  

Dabei waren die Helfer zu Fuß mit kleinen Rollwagen, bestückt mit den Heißgetränken, entlang des Staus unterwegs. Sie klopften an die Scheiben und boten den Fahrern die warmen Getränke an. Auch ein Reisebus war betroffen. Manche Autofahrer hatten immer noch den Motor laufen, die meisten aber hatten den Motor abgestellt. 

Währenddessen wurde mit Hochdruck daran gearbeitet, den Lkw zu reparieren. Ein Werkstattwagen war vor Ort. Mit Druckluft wurde Luft in das Bremssystem gepumpt, doch die Bremsen blockierten weiterhin. Da das Fahrzeug relativ neu ist, wurde der Bordcomputer ausgelesen, um den Fehler zu finden. Erst gegen 8.30 Uhr konnte der Schwertransporter bewegt werden und wurde in den Baustellenbereich gebracht, sodass kurz darauf die Fahrbahn für den Verkehr wieder freigegeben werden konnte.

Die Polizei empfahl den gesamten Morgen über, den Bereich auf der A3 so gut es geht weiträumig zu umfahren. Hinter der Anschlussstelle Siebengebirge staute sich der Verkehr sogar auf weiteren sechs Kilometern bis zur Abfahrt Bad Honnef/Linz. Die Ortsdurchfahrten ab der Anschlussstelle Siebengebirge wie zum Beispiel Oberpleis oder Niederpleis waren phasenweise völlig überlastet.