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GedenkfeierWie die Brüder Breuer aus Lohmar Geschichte schrieben

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Die Nachkömmling der Brüder Breuer

Die Nachkommen der Brüder Breuer.

Ein Junge aus Honrath schrieb Geschichte mit seinem Einsatz für arme Menschen. An Johann Gregor und seinen Bruder Adam Joseph erinnerte jetzt eine Feier.

Den Brüdern Johann Gregor und Adam Joseph Breuer war eine Gedenkfeier auf Hof Windlöck zwischen Honrath und Schloss Auel gewidmet. Das Fachwerk-Idyll im Grünen und ohne Verkehrslärm passte zum frühen 19. Jahrhundert, in welchem den Brüdern Richtungsweisendes gelang.

Wobei Johann Gregor, auf dessen Initiativen für  Jugend, Arme und Kranke das spätere Kolpingswerk fusst, historisch gesehen weitaus Wirksameres leistete. Seine Ideen hätte er aber ohne seinen älteren Bruder Adam Joseph wohl nicht entwickeln können.

Der ältere Bruder hatte Stellen als Lehrer in Schloss Auel und Neuhonrath

Ein Sommerfest mit Musik der Naafbachtaler Stubenhocker, mit Volksliedern und kölschem Liedgut, Kaffee und einer kleinen Wanderung zwischen Windlöck und Schloss Auel umrahmte die Retrospektive auf die beiden Persönlichkeiten. Tatjana von la Valette, Hausherrin von Schloss Auel, sowie Ulrike Clever, Sprecherin der ausrichtenden Dorfgemeinschaft Neuhonrath/Auel, hatten die Idee, das Leben der Breuer-Brüder zu illustrieren.

Gewonnen hatten sie hierfür die katholische Theologin Esther Duffner, die sich als „hauptberufliche Kolpingfrau und Breuer-Fan“ vorstellte. Tief tauchte die Historikerin ein in die Zeit nach dem Ende der napoleonischen Herrschaft. In diese wuchs der 1821 geborene Johann Gregor Breuer, Sohn eines Neusser Mühlenbauers hinein. Als Siebenjähriger starb seine Mutter, und sein 15 Jahre älterer Bruder Adam Joseph nahm sich des Jüngeren an. Das führte Johann Gregor nach Schloss Auel und Neuhonrath.

Dort hatte Adam Joseph Anstellungen als Lehrer. Er war, so Duffner „Bezugsperson, Erzieher, Lehrer und Vorbild“. So habe der Junge Johann Georg „selbst erlebt, wie wie entscheidend es ist, dass sich jemand kümmert“. Es hat ihn tief geprägt.

Schon mit 14 Jahren gründete er mit Freunden einen Armen-Kranken-Verein, der Lebensmittel, Geld und Bekleidung sammelte für kranke und arme Menschen. Es sollte sein ganzes Leben bestimmen. Er wurde Lehrer mit der Maxime, dass jeder junge Mensch unabhängig von Herkunft und Geschlecht Zugang zur Bildung haben muss. Von Lohmar zog es ihn nach Elberfeld, wo er, 24-jährig, Hauptlehrer (heute Direktor) an der katholischen Mädchenschule wurde.

Der Lohmarer gründete in Elberfeld  den ersten katholischen Gesellenverein

„Er wollte Menschen für das Leben bilden“, sagte Duffner über Breuers Lebensziel. „Er fing an, Hilfe zu organisieren. Nicht nur spontan, sondern strukturiert.“ 1846 gründet er in Elberfeld den ersten katholischen Gesellenverein, mit dem Ziel, den Menschen  Gemeinschaft, Heimat, Bildung, Unterstützung zu geben. In seiner „Denkschrift“ stellte er quasi eine Handlungsanweisung für Gründungen auf.

Adolph Kolping, der zur gleichen Zeit in Elberfeld wirkte, erkannte das Potenzial der Idee: „Da haben Sie ein Ding gemacht, daran habe ich ein Leben lang gefreit“, soll Kolping gesagt haben. Er wurde sogar Präses von Breuers Elberfelder Gesellenverein, gründete solche in Köln, Düssseldorf und Bonn und baute das heutige Kolpingwerk auf. Auch Breuers Liste der Vereins-Gründungen wird länger, für „Arme, für Kranke, für Jugendliche, für Frauen, für Männer“, so Duffner.

Tatjana von la Valette

Schlossherrin Tatjana von la Valette enthüllte das Wegeschild.

Ulrike Clever bebilderte das Leben von Adam Joseph Breuer mit zehn KI-unterstützten Schautafeln. Der moderne Pädagoge, „der die Dorfjugend für den Glauben und die Bildung zu begeistern wusste“, unterrichtete zudem in Schloss Auel auch die drei ältesten Söhne von Freiherr Philipp von la Valette St. George. Außerdem kümmerte er sich um den kleinen Bruder, so wie er es der Mutter auf dem Sterbebett versprochen hatte. Clever sprach auch über den Alltag in der Neuhonrather Einklassenschule mit 40 bis 70 Kindern, sechs Tagen Unterricht pro Woche und strenger Disziplin.

Mit der Gedenkveranstaltung allein soll es nicht getan sein. Künftig erinnern ein Wegeschild „Johann-Gregor-Breuer-Pfad“ an die Brüder, eingeweiht von den Pfarrern Dieter Scharf und Thomas Taxacher, und eine Gedenktafel mit Informationen zu ihrem Leben und Wirken.