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Ohrwürmer und JubelA Capella Band „Kellner“ feiert mit Publikum in Lohmar 30. Geburtstag

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Die Kellner bei ihrem Konzert zum 30. Geburtstag

Die Kellner bei ihrem Konzert zum 30. Geburtstag

Zum 30. Geburtstag der A Capella-Band trat auch der Kinder- und Jugendchor Lohmar mit auf. Das Publikum feierte begeistert mit.

Es war eine gute Idee, den Start des Konzerts der Lohmarer A-cappella-Band Die Kellner anlässlich deren 30. Geburtstags kurzfristig um 15 Minuten zu verschieben. Grund: Die Gäste in der rappelvollen Jabachhalle wurden noch einmal mit Wasser versorgt. Da ahnten die Verantwortlichen wohl, dass der hochsommerlich aufgeheizten Hallen-Temperatur durch ein rassiges Jubiläums-Programm noch mehr Feuer zugeführt würde.

Man kannte sich in der Jabachhalle, schließlich hatten die fünf „Kellner“ ihre Wurzeln im Kinder- und Jugendchor Lohmar, den es bereits seit 41 Jahren gibt. Jedenfalls hatte die große Kellner-Fan-Familie Lust auf eine krachende Geburtstags-Party.

Schwierige Chorstücke von Take That und Michael Jackson zum Auftakt

Und eine solche war sie in dem Moment, als sich der Vorhang öffnete und den Blick frei gab auf den aktuellen Kinder- und Jugendchor, der sogleich sein erstes Vollbad im Jubel nahm. Dies und die ruhige Art von Dirigentin Barbara Wingenfeld nahm den jungen Sängerinnen und Sängern die Nervosität, womit sie souverän und selbstbewusst mit den fünf Geburtstags-Sängern das eröffnende „Never Forget“ von Take That meisterten.

Auch Michael Jacksons schwer zu singenden „Earth Song“ bewältigten sie blitzsauber. Sie wurden damit zur wertvollen Stütze der Kellner, auch weil dieses Stück erst durch Chorstimmen seine Dynamik erhält. Die fünf Jubilare zeigten sich sichtlich gerührt und klatschten beim Abgang jedes Kind mit einem High Five ab. Moderator Johannes Wingenfeld: „Mit Euch kommen wir zurück zu dem, wo wir einst waren.“

Sänger schlugen Profikarriere aus, weil sie selbst über ihre Besetzung entscheiden wollten

Der Rest des Abends gehörte den drei Wingenfeld-Brüdern Johannes (Tenor), Christoph (Bariton) und Gregor (Bariton) sowie Jens Wölken (Bass) und Daniel Hürter (Bariton). Der Satz „Wir sind die Kellner und singen Dir jetzt ein Lied!“ stand am Anfang der 30-jährigen, für einen Laienchor überaus erfolgreichen Karriere, die in der Auszeichnung mit dem „Ward Swingle Award 2002“ in Graz einen Höhepunkt hatte.

Die Chance auf eine Profikarriere schlugen die Kellner aus, weil ein Manager, der mit einem „Konzept und schönen Zukunftsvisionen“ gelockt hatte, einen der fünf Sänger „gegen einen besseren“ austauschen wollte, wie Johannes Wingenfeld berichtete: „Das war keine Option. Wir blieben stur und sagten ihm, dass wir selbst entscheiden wer singt.“ Es schadete dem Quintett nicht, alle fünf sind heute Familienväter und stehen beruflich auf festen Füßen. Und für die Aggerstadt und die Region bleiben sie die jungen und unkomplizierten Burschen, die hervorragend singen können und sich bestens auf Entertainment verstehen.

Ohrwürmer am laufenden Band beim Kellner-Konzert

So gab es Ohrwürmer in großartigem A-cappella-Gewand und fröhliche Plaudereien und Schmankerl. Die gesangliche Reife der Kellner belegt der Umstand, dass sich jeder auch auf den Leadgesang versteht. Das heißt, er verantwortet die Singstimme, während die anderen die Chorelemente oder die gesungenen „Instrumente“ Bass (Christoph) und Schlagzeug (Wölken) beisteuern.

So glänzte etwa Daniel Hürter mit der Leadstimme beim rhythmisch-treibenden „Wake Me Up, Before You Go Go“ oder Jens Wölken in Billy Joels bewegendem „Leningrad“ vor großem chorischen Hintergrund der anderen vier. Die Wingenfelds bewährten sich ebenfalls vielfach am Hauptmikrofon. Etwa Johannes bei Michael Jacksons „Billie Jean“ inklusive Moonwalk oder Jackie Wilsons soul-seligem „Higher And Higher“, während Gregor bei „Walking On Sunshine“ (Katrina & The Waves) und „Crocodile Rock“ (Elton John) punktete. Christoph wurde für Maffays - „Nessajah“ sowie „My Way“ (Sinatra) bejubelt.

Zum Dauerläufer des Abends wurde Coldplays „Viva La Vida“ als letztes Stück vor den Zugaben. Die Gäste hielt es jetzt nicht mehr auf den Sitzen. Alles tanzte und sang, wobei die berühmte Oh-Oh-Oh-Oh-Vokalise fast zur Endlosschleife wurde – eine große und lange Umarmung zum großen Fest.