Die Brücke wird keine Beleuchtung haben, um die Fische nicht zu irritieren.
Bald BaubeginnLohmar lässt Holzbrücke zwischen Donrath und Heppenberg errichten

Die Holzbrücke in Donrath steht seit über 40 Jahren - und ist lange baufällig.
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Die Holzbrücke zwischen Donrath und Heppenberg in Lohmar wird neu gebaut. Die Arbeiten beginnen in Kürze. Über die größten Einschränkungen für Anwohnerinnen und Anwohner informierten Frank Miebach, verantwortlicher Ingenieur, und Christine Vogt, Leiterin des Tiefbauamts der Stadt Lohmar.
Warum muss die Brücke neu gebaut werden?
Das jetzige Bauwerk stammt Vogt zufolge aus dem Jahr 1983 und ist lange baufällig. Im Jahr 2014 wurden bereits Schäden festgestellt, seit 2017 gilt die Tragfähigkeit als beeinträchtigt. „Obwohl es eine Holzbrücke ist, ist es der verrostete Stahl, der das Problem ist“, sagte Miebach. Mit verschiedenen Sofortmaßnahmen wurde die Brücke in Stand gehalten – momentan dürfen nur drei Personen sie gleichzeitig benutzen. „Die Brücke wird monatlich geprüft“, sagte Vogt. Weil ein Neubau nur geringfügig teuer sein sollte als eine Sanierung, habe sich der Rat für diesen Weg entschieden.
Wer hat den Neubau beschlossen?
„Der Ausschuss für Bauen und Infrastruktur hat den Neubau im Mai 2021 in einer öffentlichen Sitzung beschlossen, im September hat das Ingenieurbüro Miebach die Pläne in ebenfalls öffentlicher Sitzung vorgestellt“, sagte Vogt. Sie trat damit Klagen von Anwohnerinnen und Anwohnern entgegen, vor vollendete Tatsachen gestellt worden zu sein.
Ingenieurbüro aus Lohmar liefert den Entwurf
Im Dezember 2022 hätten die Pläne offen gelegen, der Rat habe den Bebauungsplan im Januar 2025 beschlossen und damit Baurecht hergestellt. „Jetzt im Mai kam der Beschluss, aufgrund des engen Zeitfensters kurzfristig zu beginnen“, so Vogt. Den Zuschlag für den Entwurf bekam das Ingenieursbüro Miebach, den Bau verantwortet die Firma Schmees & Lühn, die auch die neue Brücke in Naafshäuschen gebaut hat.
Wie lange wird gebaut?
Die Bauarbeiten an der neuen Fußgängerbrücke beginnen noch im Juli, „in zwei bis drei Wochen“, so Vogt. Die Sperrung, die der Neubau mit sich bringt, wird voraussichtlich neun Monate betragen, also bis April 2027. „Wir können leider nur ein Zeitfenster zwischen Juli und Ende September nutzen, um die alte Brücke abzureißen und die neuen Widerlager zu betonieren. Sonst wird der Lebensraum der Fische beeinträchtigt“, sagte Miebach.

Der Entwurf der neuen Brücke nach den Plänen vom Ingenieursbüro Miebach.
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Außerdem müsse die Sommerzeit genutzt werden, weil unter die Brücke eine Erdgasleitung verlaufe, die für Heizungen wichtig sei. Die Bauarbeiten seien genau getaktet, dennoch könnten Frost, Hochwasser oder unvorhergesehene Ereignisse Verzögerungen verursachen. „Wir haben Optionen geprüft, bei denen die Brücke kürzer gesperrt ist, es geht aber nicht anders“, warb Miebach um Verständnis.
Wie soll die Brücke aussehen?
Die Brücke wird 3,50 Meter breit und 65 Meter lang sein. Das alte Bauwerk ist zwei Meter schmaler und hat steile Rampen, die für Gehbehinderte und Menschen im Rollstuhl herausfordernd sind. Der Neubau wird ein wenig höher liegen, um bei hohen Wasserständen besseren Durchfluss zu ermöglichen. Zugleich wird die Brücke lediglich noch einen tragenden Pylon mit vier Haltestreben bekommen, der wie ein A aussieht.
Dies geschieht aus Naturschutzgründen, denn allgemein sei der Neubau der Brücke mit engen Auflagen verbunden, so Miebach. Der Brückenkörper besteht weiterhin aus Holz, der Untergrund aus aufgerauten Natursteinplatten, die vor der Witterung schützen sollen. Das Geländer wird 1,30 Meter hoch und besteht aus Füllstäben, also einem vertikalen Gitter. Auf die Heppenberger Seite wird die Brücke in einem Bogen zulaufen, was eine niedrigere Rampe ermöglicht. Eine Beleuchtung soll die Brücke indes nicht bekommen – das würde die Fische in der Agger irritieren, berichtete Miebach.
Muss die Brücke so breit sein?
Anwohnerinnen und Anwohner befürchten eine „Rennstrecke“, schon jetzt werde die Brücke häufig von Personen auf Mofas und Rollern genutzt. Doch aus Sicht der Stadt ist dieser Schritt unumgänglich: „Die Baukosten betragen rund vier Millionen Euro. 70 bis 80 Prozent werden vom Bund gefördert – aber nur, wenn die Brücke den heute gültigen Vorgaben entspricht“, erklärte Vogt. Und die sähen eine Mindestbreite von 3,50 Metern vor. Wolle die Stadt eine schmalere Brücke, müsse sie selbst in die Tasche greifen.
Mit welchen Einschränkungen ist zu rechnen?
Auf der Heppenberger Seite wird ein Bauplatz eingerichtet. Die Fläche links neben dem Aufgang wird mit Schotter bedeckt, dort soll sich ein mobiler Kran positionieren. Insbesondere Schulkinder, die auf die Aggertalgrundschule gehen, sind von der Sperrung betroffen: Sie müssen bei Pützrath die Sülztalstraße überqueren und an der Straße Süsse Wiesen die Verlängerung In der Kornbitze nehmen, um zurück auf die Donrather Straße zu gelangen – ein Umweg von knapp anderthalb Kilometern. Vogt:„Wir sind froh, dass die Brücke gebaut werden darf. Es gibt leider Einschränkungen, die wir alle hinnehmen müssen – wie bei jeder anderen Baustelle auch.“
Für Fragen steht Eugen Sui von der Stadt Lohmar unter 02246/15289 zur Verfügung.
