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DRK kritisiert StadtNeue Rettungswache in Lohmar - Diskussion um Standort und Bauherrschaft

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Die 24-Stunden-Wache in Kreuznaaf ist eine provisorische Lösung, um die Notfallversorgung für Lohmar sicherzustellen.

Die 24-Stunden-Wache in Kreuznaaf ist eine provisorische Lösung, um die Notfallversorgung für Lohmar sicherzustellen.

Bis Ende 2029 soll Lohmar eine neue Rettungswache bekommen. Standort, Finanzierung und Bauherrschaft sorgen für Diskussionen.

Die Lohmarer 24-Stunden-Rettungswache sitzt aktuell in Kreuznaaf, es gibt sie seit Juli 2024. Durch diese provisorische Lösung wurde damals die Notfallversorgung der Bürgerinnen und Bürger sichergestellt, vorher war sie nicht gegeben. Ein Neubau war zu dieser Zeit auf die Schnelle nicht umsetzbar gewesen, bis Ende 2029 soll dieser nun entstehen.

Wo genau, ist noch unklar. Nicht klar ist außerdem, ob das Deutsche Rote Kreuz (DRK) auch die neue Rettungswache betreiben wird, wie es aktuell der Fall ist. Im Dezember 2027 läuft der aktuelle Dienstleistungsvertrag mit der Stadt aus, um maximal zwei Jahre kann er verlängert werden.

Diskussion um Verfahren im Haupt-, Finanz- und Digitalausschuss

Sarah Lenz vom Tiefbauamt stellte im jüngsten Haupt-, Ordnungs- und Digitalausschuss verschiedene Standorte vor, die möglicherweise für die neue Rettungswache infrage kommen. Mehrere Grundstücke seien bereits geprüft worden. Einige davon würden jedoch nicht auf dem favorisierten Einsatzgebiet liegen oder den Anforderungen des Überschwemmungsschutzes nicht entsprechen, oder aber die Eigentümer wären nicht verkaufsbereit. Ideal wäre, wie bereits 2024 angedacht, der nördliche Rand von Donrath. Der Standort muss vom Rhein-Sieg-Kreis abgesegnet werden, außerdem sollen hier Erweiterungen möglich sein.

Ungeeignet seien mehrere Grundstücke in und um Wahlscheid. Direkt am Rand von Donrath stehe aktuell kein Grundstück zum Kauf zur Verfügung, westlich der B484 gibt es jedoch Flächen, die dem Aggerverband gehören. Hier wären eventuell Tauschgrundstücke erforderlich. Noch bis Ende des Jahres will die Stadt ein Grundstück auswählen, das notwendige Baurecht herstellen und die Bauherrschaft entscheiden.

Grüne und DRK kritisieren, Stadt Lohmar wolle selbst bauen

Burkhard Bröhl (Grüne) kritisierte im Ausschuss, dass die Präsentation erst am Vorabend der Sitzung im Ratsinformationssystem eingestellt worden sei; dass Unterlagen kurzfristig kommen, würde immer häufiger vorkommen und die Vorbereitungsmöglichkeiten einschränken. Er verwies auf das DRK als aktuellen Betreiber der Rettungswache, und die Ungewissheit, ob das so bleiben soll. „Wenn man die Präsentation liest, fragt man sich: Wo geht das Ganze hin?“, so Bröhl. Es entstehe der Eindruck, dass die Stadt selbst bauen wolle und dies bereits feststehe. 

„Diese Präsentation erzeugt den Eindruck, dass für die Stadt Lohmar eigentlich klar ist, dass sie die Rettungswache bauen will“, so auch Hartmut Kreutz vom DRK Lohmar, der auf Antrag der Grünen im Ausschuss zu Wort kam. Würde die Stadt so entscheiden, müsse sie die Bauherrschaft europaweit ausschreiben. Er verwies darauf, dass die Städte Hennef und Niederkassel erfolgreich mit dem DRK als Bauherr und Betreiber der dortigen Rettungswachen zusammenarbeiten. Vertreterinnen und Vertreter der Stadtverwaltung oder des Ausschusses können sich vor Ort ein Bild davon machen.  

„Die Kosten, wenn das DRK baut, werden in der Kalkulation nach Quadratmeter abgerechtet. Für die Stadt Lohmar entstehen absolut null Kosten und null Risiko“, sagte Kreutz. Auch bezüglich möglicher Erweiterungen in den nächsten 10 bis 15 Jahren würde das DRK die Kosten tragen. Das DRK hoffe, Bauleiter der Rettungswache zu werden, um ein sicheres Gesamtkonzept für Bevölkerungsschutz und Rettungsdienst umzusetzen und der Stadt kostengünstig zur Verfügung zu stellen, so Kreutz. Für ein geeignetes Grundstück in Donrath, das aktuell dem Aggerverband gehört, sei Tauschfläche nötig; hier bot Kreutz an, das DRK könne internen Bestand im Naafbachtal zum Tausch nutzen.

Florian Schröder (CDU) äußerte, dass das Thema auch im Hinblick auf den Haushalt und die zu erwartenden Finanzmittel betrachtet werden solle und fragte diesbezüglich nach mehr Zahlenmaterial. Es sei noch keine Entscheidung über die Bauherrschaft getroffen worden, betonte Bürgermeister Matthias Schmitz (CDU), die Stadtverwaltung sei hier ergebnisoffen. Alle Möglichkeiten müssten geprüft werden, jedoch müsse das DRK nicht befürchten, nicht einbezogen zu werden. Hier wolle man in engem Austausch bleiben. Gleichzeitig wolle die Stadtverwaltung finanzielle Aspekte verstärkt in der Planung berücksichtigen.