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Fußgänger- und Radbrücke Naafshäuschen in Lohmar eröffnet

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Eröffnung der Brücke Naafshäuschen

Auch viele Kinder kamen zur Einweihung.

Fünf Jahre war die wichtige Verbindung gekappt. Jetzt ist die neue Brücke über die Agger offiziell eröffnet.

Nach fünf Jahren kann die Agger bei Naafshäuschen endlich wieder überquert werden: die neue Rad- und Fußgängerbrücke wurde am Donnerstag, 30. Juli  eröffnet. An die 100 Lohmarerinnen und Lohmarer waren gekommen, um die Brücke nach der langen Wartezeit erstmals feierlich zu betreten.

„Die Wegebeziehung hat jahrzehntelang existiert, und dann gab es sie plötzlich nicht mehr“, sagte Bürgermeister Matthias Schmitz bei der Eröffnung. Fünf Jahre seien eine lange Zeit, und der Wegfall der Brücke sei nicht nur für Wandernde und Radfahrende, sondern für die allgemeine Bevölkerung mit erheblichen Einschränkungen verbunden gewesen. Unter anderem stellt sie eine wichtige Verbindung zum Honrather Bahnhof und zur Wahlscheider Schule dar.

Wesentiche Wegeverbindung fehlte fünf Jahre

„Mir fehlt die Brücke auch seit Jahren. Als Neuhonrather muss man ehrlich sagen, ist das eine ganz wesentliche Wegebeziehung für alle Bereiche“, so Schmitz. Lange genug habe es nun gedauert, und die Brücke sei entscheidend für die Lebensqualität vor Ort. „Oft merken wir das erst, wenn die Brücke fehlt.“

Eröffnung der Brücke Naafshäuschen

Auch NRW-Staatssekretär Viktor Haase kam zur Eröffnung.

Bereits 2021 wurde die alte, damals marode Holzbrücke nach einer Bauwerksüberprüfung gesperrt, 2024 schließlich abgerissen. Elf Monate dauerte der Neubau der Brücke. Grund für die länger als ursprünglich geplante Bauzeit seien Verzögerungen im Werk gewesen, so Sonja Kreikemeier, die das Tiefbauamt leitet.

Poller fehlen noch, um Brücke für Autos zu sperren

Die neue Brücke ist stolze 3,50 Meter breit, die alte war um einiges schmaler. „Schon mehrfach hab ich natürlich gehört: Da kann ich ja jetzt mit dem Bus drüber fahren“, witzelte Matthias Schmitz. Da die Brücke nur für Fußgänger und Radfahrer geeignet ist, sollen hier möglichst zeitnah Poller aufgestellt werden, um das Auffahren von Autos zu verhindern. Pferde dürfen über die Brücke geführt werden, so der Ingenieur Frank Miebach, nur das Reiten über die Brücke wäre wegen der zu niedrigen Geländer nicht sicher. 

Eröffnung der Brücke Naafshäuschen

Die neue Brücke besteht zu etwa 80 Prozent aus Fichtenholz.

Grund für die Breite: Die Brücke ist Teil des Agger-Sülz-Radwegs und muss bestimmte Voraussetzungen erfüllen, um Fördergelder von Bund und Land zu erhalten. Beispielsweise auch Lastenräder müssen in beide Richtungen aneinander vorbeifahren können, erklärte Schmitz. Insgesamt beliefen sich die Kosten auf rund 1,5 Millionen Euro. 75 Prozent der Baumaßnahmen wurden von Bund und Land gefördert, im Rahmen der Förderrichtlinie Nahmobilität und des Sonderprogramms „Stadt und Land“ für den Radverkehr. 

Auch Staatssekretär Viktor Haase aus dem Landesministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr erschien zur Eröffnung: „Glauben Sie mir, ich freu mich über jede Brücke, die wir als Verkehrsministerium neu eröffnen und nicht sperren müssen, das kommt ja leider allzu häufig vor.“ Insbesondere freue er sich über jede Fuß- und Radwegebrücke, da es diesbezüglich in Nordrhein-Westfalen noch nicht genügend Infrastruktur gebe. Ein Budget von 172 Millionen Euro solle in diesem Jahr auf Landesebene für den Ausbau und das Schaffen neuer Radwege ausgegeben werden. Außerdem sollen 1000 Kilometer neu Radwege geschaffen werden, „und da kommen heute 40,5 Meter hinzu“.

Eröffnung der Brücke Naafshäuschen

Zur Eröffnung der neuen Brücke am Naafshäuschen kamen Vertreter aus Politik, Verwaltung und Bauunternehmen zusammen.

Haase zeigte sich ebenfalls überrascht und erfreut über die vielen Bürgerinnen und Bürger, die sich zur Eröffnung versammelt hatten, „das zeigt auch ganz deutlich, was diese Brücke für eine Bedeutung für Lohmar und die Region hat.“ Er sprach auch auf die ehemalige Bürgermeisterin Claudia Wieja an, die beim Ministerium bereits in ihrer Amtszeit viel Werbung für den Wiederaufbau der Brücke und deren Finanzierung gemacht habe.

Die fertige Brücke wiegt an die 90 Tonnen, erklärte Ingenieur Frank Miebach; Hauptbestandteile seien Fichtenholz aus nachhaltiger Bewirtschaftung, Stahl und Granit. Durch den hohen Holzanteil von etwa 80 Prozent werden im Bau circa 40 Tonnen CO2 gebunden. Das wichtigste bei der Planung des Neubaus sei von Anfang an gewesen, anders als bei der alten Brücke keine Pfeiler zu nutzen. Dies mache die Brücke stabiler bei Hochwasser, so Miebach.