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„Warum wegwerfen?“Wie Jecke bei der Kostümbörse in Lohmar ein buntes Outfit finden und sparen

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Großer Andrang herrschte bei der Kostümbörse des Lohmarer Repair-Café

Großer Andrang herrschte bei der Kostümbörse des Lohmarer Repair-Café

Im Repair Café konnten ausrangierte Verkleidungen abgegeben und untentgeltlich neue mitgenommen werden. Der Andrang war groß.

„Hauptsache bunt und was mit Punkten“ - Nicole Schröder aus Hennef hatte genaue Vorstellung, was sie bei der Kostümbörse des Lohmarer Repair-Cafés zu finden hoffte. „Karneval ist teuer genug, da ist man doch froh, wenn man wenigstens am Outfit etwas sparen kann“, findet die Auszubildende. Außerdem gefällt ihr der Nachhaltigkeitsgedanke: „Warum soll man Karnevalskostüme wegwerfen, wenn es dafür eine weitere Verwendung geben kann“, findet sie.

„Der Nachhaltigkeitsgedanke ist auch für uns wichtig“, sagt Michael Sahner, der mit seinem Team von Ehrenamtlern die Börse organisiert. Deren Prinzip ist einfach: In dem umgenutzten Pfarrsaal können ausrangierte Kostüme abgegeben werden, aus dem so entstandenen Fundus suchen sich Interessenten wiederum jecke Verkleidungen aus. Das ist für alle Beteiligte kostenlos – wobei eine freiwillige Spende natürlich gerne genommen wird.

Jecke hatten die Auswahl zwischen 150 Kostümen und Accessoires

„Wir sind immer wieder überrascht, wie groß der Andrang ist. Sowohl bei den Spendern, wie auch bei den Leuten, die etwas mitnehmen wollen“, sagt Sahner. Zur Eröffnung der Kostümbörse hatte sich eine Menschenschlange vor dem Repair-Café gebildet, dort musste bald ein weiterer Tisch aufgestellt werden, um den Massen der eingereichten Stücke Herr zu werden.

150 Kostüme oder Kostümteile warten so auf neue Interessenten, dazu unzählige Accessoires wie Orden, Kopfbedeckungen oder Shawls, die den Kostümen oft erst den letzten Pfiff geben. Die Bandbreite reicht von Marienkäfer-Outfits für die Kleinsten bis zur Komplettausstattung einer ägyptischen Tempelpriesterin. Besonders gefragt ist alles in Rot-Weiß und mit Bezug zum 1. FC Köln.

Großer Andrang herrschte bei der Kostümbörse des Lohmarer Repair-Café.
Leiter Michael Sahner (2.v.r) und sein Team

Großer Andrang herrschte bei der Kostümbörse des Lohmarer Repair-Café..Leiter Michael Sahner (2.v.r) und sein Team

Das meiste stammt aus den einschlägigen Fachgeschäften, doch dazwischen gibt es auch wahre Schätzchen: „Ich habe Sachen mitgebracht, die nicht mehr so gut passen oder an denen man sich sattgesehen hat, darunter auch teilweise selbstgenähte Kostüme“, berichtet Heike Leinert aus Lohmar: „Jetzt gucke ich, ob ich etwas finde, was ich irgendwie gebrauchen kann.“ Dabei hat sie nichts Spezifisches im Blick: „Ich will mich ein bisschen überraschen lassen.“ Das gilt auch für die vierköpfige Familie Schmitz. Sohn Benjamin ist bei der Suche nach einer Kappe in Tarnfarben erfolgreich, seine Mutter sorgt derweil auf dem Tisch mit den Kostümen für Nachschub: „Aus manchen Sachen wachsen die Kinder heraus oder verlieren das Interesse daran.“

Je nach der Länge der Session finden in Lohmar auch mehrere Kostümbörsen statt

Während ein paar Schritte weiter das Team des Repair-Cafés maroden Elektrogeräten neues Leben einhaucht, findet im vorderen Bereich eine jecke Modeschau statt. Dabei ist Monika Both bereits erfolgreich gewesen. Ein dunkelblaues Ensemble mit silbernen Pailletten wird sie durch die Session begleiten: „Nun brauche ich nur noch etwas Neonfarbenes für meine Enkelin.“

Großer Andrang herrschte bei der Kostümbörse des Lohmarer Repair-Café

Großer Andrang herrschte bei der Kostümbörse des Lohmarer Repair-Café

Je nach der Länge der Session finden auch mehrere Kostümbörsen statt, nicht aber in diesem Jahr. Verschwendet wird dabei nichts, verspricht Leiter Michael Sahner: Kostüme, die im ersten Anlauf keine neue Heimat finden, werden in Kartons eingemottet und warten im Keller des Repair-Cafés auf den nächsten 11.11.