Auf dem Gnadenhof zeigte die Kuh weiter ein aggressives Verhalten gegenüber Menschen.
Jahresrückblick 2025Nach Bemühungen um ihre Rettung – Narkose für „Wilde Hilde“ endete tödlich

Am 3. Juli 2025 wurde auf dem Lebenshof 'Wilde Hilde' das Kälbchen Ludwig geboren. Seine Mutter starb im November nach einer Narkose.
Copyright: Lebenshof Wilde Hillde
Hildes dramatische Flucht begann Anfang Dezember 2024. Im oberbergischen Nümbrecht konnte die Kuh auf dem Weg ins Schlachthaus beim Verladen über eine Mauer springen und sich im Wald verstecken. Sie streifte zwischen den Ortschaften Leuscherath und Herfterath bei Much umher. Hilde war äußerst wachsam. Ein Tierarzt aus Much kam mit einem Betäubungsgewehr nur bis auf 20 Meter an sie heran. Für einen Schuss reichte es nicht.
Das rief Tierschützer auf den Plan. Sie platzierten im Januar 2025 zahlreiche Wildkameras, um zu sehen, in welchem Radius sich Hilde bewegte. Dann lockten sie die Kuh mit Futter an. Tierschützerin Astrid Rath gelang es sogar, vorsichtig einen Kontakt zu Hilde aufzubauen. Das Tier ließ sich von ihr streicheln. Langsam wurde die Kuh so an Menschen in der näheren Umgebung gewöhnt. Am 11. Januar begann die Rettungsaktion.
Die Wilde Hilde floh auch aus dem Tierschutzhof in Lohmar in den Wald
Ein Bauer hatte Traktor und Hänger für den Abtransport zur Verfügung gestellt. An der Futterstelle wurde Hilde mithilfe eines Gewehres betäubt und auf einem Tierrettungstuch in den Hänger gehoben. Im Stall der Tara Tierhilfe in Lohmar fand die Kuh Unterkunft. Bei einem Besuch der Redaktion dort war zu merken, dass Hilde besonders vor Männern Angst hatte. Das Angus-Rind drängte sich in die äußerste Ecke seiner Box.
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Zehn Tage später floh Hilde erneut. „Als sie am Nachmittag gefüttert werden sollte, drängte sie sich plötzlich ungestüm an der Tierpflegerin vorbei, als diese vorsichtig die Boxentüre öffnete“, berichtet Jenny Seidt von der Tiersuchhilfe Rhein-Sieg-Oberberg. Hilde sei aus dem Stand über zwei Zäune gesprungen und in den Wald gelaufen. „Nach drei Tagen verlieren Tiere langsam den Bezug zum Menschen“, erläutert Seidt.

Die Wilde Hilde floh auch vom Tierschutzhof in Lohmar in den Wald.
Copyright: Nina Mühletaler
Hilde habe wochenlang im Wald gelebt, sie sei daher im Umgang mit Menschen verunsichert gewesen. Daher auch die erneute Flucht. In Wolperath wurde sie mit einem Narkosegewehr betäubt und kam so zu Tara zurück. Auf einem Gnadenhof in Niedersachsen brachte Hilde dann am 3. Juli eine Kälbchen zur Welt, sie war also bei ihrer Flucht schon tragend gewesen.
Am 19. November starb Hilde, nachdem sie mit einer Betäubung hatte ruhiggestellt werden müssen. Eine weitere Kuh lag krank im Stall, und Hilde ließ Mitarbeitende und Tierärzte nicht vorbei. Sie habe aufgrund ihres aggressiven Verhaltens und ihrer Neigung, über Zäune und Tore zu springen, schon öfter ruhiggestellt werden müssen, hieß es vom Hof, dabei gebe es immer ein Risiko. Diesmal wachte Hilde aus der Betäubung nicht mehr auf. Um ihr Kalb Ludwig will sich der Hof weiter kümmern.

