Der Ausschuss für Planung und Verkehr stimmte für die Tariferhöhung. Die endgültige Entscheidung liegt beim Kreistag.
Personalkosten und InflationTaxitarif im Rhein-Sieg-Kreis soll ab Mai erhöht werden

Die Taxi-Gebühren im Rhein-Sieg-Kreis könnten steigen. Der Verkehrsausschuss stimmte über einen entsprechenden Antrag ab. (Symbolbild)
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Der Taxitarif im Rhein-Sieg-Kreis soll angepasst werden. Damit würde auch eine Preiserhöhung für die Beförderung einhergehen. Dafür stimmte der Ausschuss für Planung und Verkehr des Rhein-Sieg-Kreises in seiner jüngsten Sitzung. Die Entscheidung war mehrheitlich, jedoch nicht einmütig.
Die Delegierten des Rhein-Sieg-Kreises in der Fachvereinigung Personennahverkehr Nordrhein, Taxi-Mietwagen e.V. (FPN) beantragten Ende Januar eine Anpassung des aktuellen Taxitarifs. Hintergrund ist vor allem der Anstieg des Mindestlohns sowie weitere allgemeine Kostensteigerungen.
Personalkosten und Kosten für Fahrzeugbetrieb steigen
Der gesetzliche Mindestlohn ist zum 1. Januar 2026 auf 13,90 Euro angestiegen. Zum 1. Januar 2027 steigt er auf 14,60 Euro. „Diese Entwicklung macht eine erneute Tarifanpassung erforderlich, um die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Taxibetriebs und die Sicherstellung einer verlässlichen Mobilitätsversorgung weiterhin gewährleisten zu können“, schreiben die Delegierten in ihrem Antrag an den Ausschuss.
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Demnach seien die Personalkosten im Taxigewerbe der größte Kostenblock. Weiterhin seien auch allgemeine Kosten rund um den Fahrzeugbetrieb gestiegen. Der Rhein-Sieg-Kreis ist als Erlaubnis- und Genehmigungsbehörde für die Personenförderung mit Taxen und Mietwagen auf Kreisgebiet dazu verpflichtet, die Beförderungsentgelte so festzulegen, dass eine „wirtschaftliche Auskömmlichkeit der Unternehmen sichergestellt werden kann“. Das erläuterte Dezernent Michael Rudersdorf in der Verwaltungsvorlage im Ausschuss. Er stellte sich hinter den Antrag der FPN-Delegierten, die Tarifordnung zu ändern.
Tarif soll mit steigendem Mindestlohn erhöht werden
Demnach soll der Taxitarif ab dem 1. Mai 2025 folgendermaßen angepasst werden: Die Grundgebühr kostet 5,20 Euro anstatt aktuell 4,80 Euro. Je Kilometer werden werktags zwischen 6 und 22 Uhr bisher 2,70 Euro berechnet, ab dem 1. Mai sind es 2,90 Euro. Werktags zwischen 22 und 6 Uhr morgens sowie sonn- und feiertags werden 3,10 Euro je Kilometer fällig. Der Zuschlag für Großraumtaxen und umgebaute Fahrzeuge für Fahrgäste mit Rollstuhl wird von 9 Euro auf 10 Euro erhöht. Beantragt waren 13,50 Euro.
Vorbehaltlich der Tariferhöhung in diesem Jahr sollen sich die Taxigebühren ab Januar 2027 dann noch einmal leicht erhöhen. Die Grundgebühr beträgt dann 5,40 Euro. Pro Kilometer werden werktags zwischen 6 und 22 Uhr 3 Euro Entgelt erhoben, zwischen 22 und 6 Uhr und an Sonn- und Feiertagen 3,20 Euro pro Kilometer. Der Zuschlag für Großraumtaxen beträgt dann 10,50 Euro.
Preissteigerungen für Fahrgäste von rund sieben Prozent
Für Personen, die ab dem 1. Mai ein Taxi nutzen wollen, ergeben sich nach dem neuen Tarif Preissteigerungen von rund sieben Prozent bei Fahrten mit dem klassischen Taxi-Pkw. Eine Fahrt über drei Kilometer zwischen 6 und 22 Uhr kostet den Fahrgast dann 13,90 Euro. Im Nachttarif sind es 14,50 Euro. Beim Großraumtaxi schlagen die Steigerungen mit 14 bis 25 Prozent zu Buche, je nach Strecke und Uhrzeit der Fahrt. Während drei Kilometer tagsüber 27,40 Euro kosten (25,11 Prozent mehr als im aktuellen Tarif), sind es bei 15 Kilometer bei einer Preissteigerung von 14,55 Prozent 62,20 Euro.
Bei einer Strecke von sieben Kilometern erwarten den Fahrgast zwischen 6 und 22 Uhr Kosten von 25,50 Euro (+7,59 Prozent), im Nachttarif 26,90 Euro (+7,17 Prozent).
FDP kritisierte Tariferhöhung als „Planwirtschaft“
Weitere Steigerungen sehen 2027 bei Fahrtstrecken von sieben Kilometern tagsüber einen Preis von 26,50 Euro vor, nachts kostet die Fahrt 27,90 Euro. Bei einer Beförderung über zehn Kilometern sind es tagsüber 35,50 Euro und nachts 37,50 Euro.
Bei der Abstimmung über die Gebühren im Verkehrsausschuss stimmten lediglich die CDU, Grüne und SPD für die Anpassung des Taxitarifs. BSW, Linke, FDP und AfD enthielten sich. Friedrich-Wilhelm Kuhlmann (FDP) betonte, bei ihm sträubten sich bei dem Thema die Haare. „Das ist Planwirtschaft“, monierte er. „Und es geht letztlich zu Lasten der Fahrgäste.“ Er habe es selbst zuletzt erlebt, eine Fahrt von Witterschlick nach Bonn koste jetzt schon mehr als 30 Euro, das könne sich kaum noch jemand leisten. „Deregulierung und mehr Wettbewerb wären hier der bessere Weg. Aber ich weiß, das Thema ist nicht in unserer Zuständigkeit und ich werde mich hier enthalten.“
Mit der Entscheidung des Ausschusses für den neuen Tarif ist die Änderung jedoch noch keine beschlossene Sache. Mit seiner Abstimmung empfiehlt der Verkehrsausschuss den Beschluss dem Kreisausschuss. Entscheidet sich der Kreisausschuss auch dafür, hängt die endgültige Entscheidung am Kreistag in seiner Sitzung am 12. März.

