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Beim Tanz in den Mai kennengelerntEisernes Hochzeitspaar feiert in Niederkassel

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Hubert und Katharina Tomiczek aus Niederkassel feiern eiserne Hochzeit

Hubert und Katharina Tomiczek aus Niederkassel feiern eiserne Hochzeit.

Hubert und Katharina Tomiczek heirateten am 27. Mai 1961 kirchlich in St. Dionysius in Rheidt. Das Tanzen begleitete ihre Ehe.

Wenn sich zwei beim Tanz in den Mai kennenlernen und verlieben, versteht es sich, dass sie auch den Bund fürs Leben im Wonnemonat schließen wollen. Bei Hubert und Katharina „Käthe“ Tomiczek (geb. Frohn) habe nie ein Zweifel darüber bestanden. Am 19. Mai 1957 im Gasthaus zur Linde forderte er sie zum ersten Mal zum Tanzen auf, am 20. Mai 1961 heirateten sie in Niederkassel standesamtlich, eine Woche später, am 27. Mai kirchlich in St. Dionysius in Rheidt.

Und weil der heutige Samstag genau dazwischen liegt, ist das freilich ein passender Tag für die Feier der eisernen Hochzeit, gemeinhin der 65. Hochzeitstag. Aus dem oberschlesischem Oppeln hatte es die Familie Tomiczek zunächst in die sowjetische Besatzungszone und später nach Koblenz verschlagen, wo die Mutter des Jubilars ein Haus geerbt hatte.

Aus Oppeln über Koblenz nach Niederkassel

Der Vater, der im thüringischen Gernrode und in Ilsenburg (Harz) bei der Polizei diente, fand in Koblenz keine Anstellung im Staatsdienst der Bundesrepublik und trug zum Familieneinkommen als Kanalarbeiter bei, wie sein Sohn Hubert berichtete.

Hubert und Katharina Tomiczek aus Niederkassel feiern Eiserne Hochzeit.

Hochzeit 1961 in St. Dionysius

Schließlich war es seiner Mutter zu verdanken, dass der Vater bei der hiesigen Polizei eingestellt wurde. Sie putzte - als eine von 13 Putzstellen - bei Hannelore Kohl, der Frau des späteren Bundeskanzlers, die Wohnung und erzählte ihr vom Schicksal ihres Mannes - mit Erfolg. Wenig später konnte Tomiczek senior seinen Dienst beim Polizeiposten in Rheidt antreten, erhielt dort sogar eine Dienstwohnung.

In die Fußstapfen des Vaters getreten

Hubert Tomiczek, der das Abitur im Konvikt in Königstein im Taunus („Ich wollte ursprünglich Priester werden") machte, trat schließlich in die Fußstapfen des Vaters und wurde Polizist. Er landete im Jahr der Hochzeit zunächst bei der Autobahnpolizei Aggerbrücke, wechselte später in den gehobenen Dienst und baute unter anderem in einem Wohnwagen am Bonner Verteilerkreis eine Polizei-Autobahnstation auf. 1998 ging er als 1. Polizeihauptkommissar in den Ruhestand.

Die Lust aufs Tanzen, wie einst im Mai in der Linde, sollte zwischen dem „eisernen“ Ehepaar in der Ehe fortwähren. „Meine Frau hat leidenschaftlich gerne getanzt, wir machten alle Tanzsportabzeichen“ berichtete Hubert Tomiczek: „Sie war eine fantastische Tänzerin.“ Dabei streicht er seiner seit einigen Jahren gesundheitlich eingeschränkten Frau zärtlich durchs Haar.

Wunderschöne Erinnerungen aus Fatima und Namibia

Das Singen im Kirchenchor (sie Sopran, er Tenor) war ebenso beider Leidenschaft wie das ehrenamtliche Engagement im Deutschen Aussätzigen-Hilfswerk. „Wunderschöne Erinnerungen“ verbinden beide mit ihren vielen Reisen, aus denen „Fatima und Namibia herausragen.“ Die Ehe des Jubelpaares brachte die Kinder Stefan, Alexander, Heike und Elke hervor, außerdem freuen sie sich über drei Enkel.