Der Marktplatz in Niederkassel-Rheidt soll mit wenig Aufwand mehr Aufenthaltsqualität bekommen.
Sitzbänke, BlumenbeetePositive Zwischenbilanz zur Umgestaltung des Rheidter Marktes in Niederkassel

Bei einer Informationsveranstaltung vor Ort hatte die Niederkasseler Stadtverwaltung zusammen mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern Ideen für die zukünftige Gestaltung des Rheidter Marktplatzes gesucht.
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Die Stadt Niederkassel zieht eine positive Zwischenbilanz ihres Versuchs, den Marktplatz in Rheidt attraktiver zu gestalten. Im Zuge des Experiments habe man „neue Impulse für eine Verbesserung der Aufenthaltsqualität auf dem Marktplatz“ setzen können, heißt es in einer Vorlage der Stadtverwaltung für die jüngste Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Planung und Umwelt.
Im Sommer vergangenen Jahres waren nach einem entsprechenden Beschluss des Planungs- und Verkehrsausschusses des Stadtrates zahlreiche Parkplätze verlegt worden. Mit Unterstützung des Zukunftsnetzes Mobilität NRW hatte die Stadt dann rund acht Wochen lang probeweise sogenannte Stadtterrassen auf den freigewordenen Flächen aufgestellt Sitzgelegenheiten, Tische, Blumenbeete, mit kleinen Bäumen bepflanzte Kübel, eine kleine Bühne und Fahrradabstellmöglichkeiten. Ziel des Versuches ist es, mehr Menschen zum Verweilen im Rheidter Ortskern zu bewegen.
Stadt Niederkassel will Kritik in ihre Planungen aufnehmen
„Im Anschluss an die Testphase hat eine Feedback-Veranstaltung stattgefunden, bei der die Öffentlichkeit Rückmeldungen geben konnte. Die Rückmeldungen waren in der Mehrzahl positiv“, bilanziert die Stadtverwaltung. Allerdings habe es auch einige kritische Anmerkungen und konstruktive Hinweise gegeben. Bemängelt worden sei unter anderem, dass nach der Umgestaltung vom vergangenen Jahr die Zahl der Kurzzeitparkplätze nicht mehr ausreiche. Alle Anregungen und Beschwerden aus der Öffentlichkeit sollen im weiteren Prozess berücksichtigt und in die Überlegungen für die zukünftige Gestaltung des Marktplatzes einbezogen werden, heißt es im Rathaus.

Im Sommer vergangenen Jahres hat die Stadt auf dem Rheidter Marktplatz sogenannte Stadtmöbel aufstellen lassen - eine Leihgabe des Zukunftsnetzes Mobilität NRW.
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Bestätigt sieht sich die Stadtverwaltung auch beim Austausch mit Gastronomen. Sowohl ein neu angesiedelter Bäcker als auch die Betreiber einer neuen Weinbar beabsichtigten, den Marktplatz für Außengastronomie zu nutzen. Im Rathaus will man alle betroffenen Gewerbetreibenden weiterhin einbinden, bevor die Stadtverwaltung einen abschließenden Gestaltungsvorschlag machen und ihre Überlegung zur „Organisation der Parkplätze“ in den zuständigen Ratsausschuss einbringt. Größere bauliche Veränderungen des Rheidter Marktes sind nach Angaben der Stadtverwaltung allerdings nicht geplant. Der Platz soll auch künftig für Veranstaltungen wie die Kirmes, den Feierabend- oder den Adventsmarkt zur Verfügung stehen.
In die positive Zwischenbilanz der Stadtverwaltung mochten im Ausschuss allerdings nicht alle Mitglieder einstimmen. Kritik gab es aus den Reihen von CDU und WIN. Vor allem ältere Menschen, die beim Besuch der Ärztehäuser am Marktplatz dringend auf gut erreichbare Parkplätze angewiesen seien, hätten nach deren Verlegung negative Rückmeldungen gegeben, schilderte Franz-Josef Schneiders (CDU). Vielen Senioren sei die Nutzung des neu geschaffenen geschotterten Parkplatzes nicht zuzumuten. Das mindeste sei, den Parkplatz zu asphaltieren, um Stolperfallen zu beseitigen. Auch über die Schaffung eines Fußgängerüberweges müsse bei den weiteren Überlegungen zur Umgestaltung des Marktplatzes nachgedacht werden.

