Der Trägerverein Frauen helfen Frauen hat lange dafür gekämpft.
Investoren kaufen GrundstückDrittes Frauenhaus im Rhein-Sieg-Kreis entsteht linksrheinisch

Mehr Schutzplätze für Frauen und Kinder wird es in Zukunft im Rhein-Sieg-Kreis geben: Ein drittes Frauenhaus kommt.
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Am Bedarf gab es keinen Zweifel, nun trägt der lange Einsatz für ein drittes Frauenhaus im Rhein-Sieg-Kreis offenbar Früchte: „Familie Heep hat noch einmal ein Grundstück gekauft“, gaben Michiko Park und Jana Bach aus dem Vorstand des Vereins Frauen helfen Frauen bekannt. Das Troisdorfer Ehepaar Heep hatte bereits das Frauen- und Kinderschutzhaus in Troisdorf errichten lassen und vermietet es an den Trägerverein. Das neue Frauenhaus soll in einer noch nicht genannten Kommune im Linksrheinischen entstehen.
Seit 2017 verfolgt der Troisdorfer Verein das Ziel
Seit 2017 verfolgen die Beschäftigten und Mitglieder von „Frauen helfen Frauen“ das Projekt eines weiteren Frauenhauses im Rhein-Sieg-Kreis – „todesmutig“ nannte Michiko Park nun den nächsten Schritt. Denn noch gibt es – trotz vieler positiver Signale von Land, Bund und Kreis – etliche Fragen zur Finanzierung des Vorhabens. Grundlage sei aber das Gewalthilfegesetz des Bundes, so Bach und Park bei einem Pressegespräch.
Das sieht vor, dass bis 2032 der Rechtsanspruch auf einen Schutzplatz im Frauenhaus vollständig umgesetzt sein soll; die Ausführungsregeln müssen die Länder noch festlegen. In Nordrhein-Westfalen sollen zunächst am Jahresende die Resultate einer Bedarfsabfrage vorgestellt werden, erstes Geld im kommenden Jahr fließen. Immer wieder haben nicht nur die Frauenzentren und Frauen helfen Frauen auf den Mangel an Schutzplätzen hingewiesen.

Stellten die Pläne für ein drittes Frauenhaus im Rhein-Sieg-Kreis vor: Jana Bach (links) und Michiko Park aus dem Vorstand von Frauen helfen Frauen.
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Allein im Rhein-Sieg-Kreis fehlen, legt man die Istanbul-Konvention zugrunde, die auch Deutschland unterschrieben hat, bei einer Einwohnerzahl von rund 600.000 Menschen 38 Familienplätze, was ungefähr 94 Betten entspricht:Da viele Frauen auch mit ihren Kindern Schutz vor gewalttätigen Partnern suchen müssen, wird ein Faktor von etwa 2,5 Personen angenommen. In den Frauenhäusern Troisdorf und Sankt Augustin gibt es 56 Betten.
Verwaltung des Rhein-Sieg-Kreises kann noch keine Finanz-Zusagen machen
„Noch ist nicht klar, wie viel Geld wofür da ist“, so Park zur aktuellen Situation. Der Bund habe aber angekündigt, bis 2036 insgesamt rund 2,6 Milliarden Euro bereitzustellen, um in den Ländern den Ausbau der Strukturen zu unterstützen. Und da das bislang so unkonkret ist, habe auch der Kreis noch keine Aussage zur konkreten finanziellen Unterstützung treffen können, sagte Jana Bach. Von Anfang an sei das Kreissozialamt aber in das Projekt eingebunden worden.
In der vorerst ungenannten Kommune im Linksrheinischen läuft nun das Bauantragsverfahren, angepeilt ist, das neue Haus im Frühjahr 2029 in Betrieb zu nehmen. Mit 1400 Quadratmetern Wohnfläche wird es um die Hälfte größer sein als das im November 2021 bezogene Frauen- und Kinderschutzhaus in Troisdorf. Dass es bis zur Eröffnung noch ein Weilchen dauert, finden Bach und Park ganz beruhigend: Vieles müsse geplant und vorbereitet werden, Personal gefunden und Kooperationen aufgebaut werden. „Wir wollen langsam wachsen“.
Für Frauenhaus im Linksrheinischen wird es Unterstützung brauchen
„Da drüben kennt uns ja keiner“, weiß Michiko Park: In Troisdorf und Umgebung hingegen sind der Verein und seine Arbeit längst bekannt; es gibt ein festes Netz auch der Unterstützer. Und die wird es ebenso am neuen Standort brauchen. Schließlich soll jede der Frauen, die hier Schutz findet, zum Beispiel eine eigene Küche nutzen können.
In eigenen abgeschlossenen Appartments können die Frauen und ihre Kinder zur Ruhe kommen. Sie können, so Michiko Park, „den Aufenthalt nutzen, um geschützt etwas aufzuarbeiten und zu verändern.“ Und dann, so hat sie erfahren, „ist hier einiges möglich“.