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Fernduell um die MeisterschaftSiegburg ist bereit für den Showdown in Merten

3 min
Jens Fikisi

Jens Fikisi und der SSV 04 wollen dem SV Bergisch Gladbach 09 um Jan Luca Bugenhagen den Titel noch wegschnappen.

Der Fußball-Mittelrheinligist geht zuversichtlich in den letzten Spieltag – und hofft, dass das Nein des WDFV zum Regionalliga-Lizenzantrag nur vorläufiger Natur ist. 

Drei Teams, eine große Hoffnung: Die Fußball-Mittelrheinligisten SV Bergisch Gladbach 09 (64 Punkte, 75:28-Tore), Siegburger SV 04 (62, 74:29) und Eintracht Hohkeppel (61, 84:36) dürfen vor dem letzten Spieltag noch von der Regionalliga träumen. Der SSV 04 reist mit nahezu voller Kapelle nach Merten, aber ohne Meister-Shirts. „Wir haben überhaupt nichts geplant, weil wir genügend mit der Spielvorbereitung zu tun haben“, betont Trainer Alexander Otto. „Zur Not können wir aber ganz gut improvisieren.“


Die Ausgangslage: Nur ein Sieg in Merten hilft Siegburg im Fernduell um die Meisterschaft weiter. Wenig überraschend also, dass Otto sagt: „Wir gehen am Sonntag all-in.“ Sollte man tatsächlich drei Punkte entführen und der Tabellenführer aus Bergisch Gladbach im Parallelmatch gegen die SpVg Porz (13.) leer ausgehen, wäre der Siegburger Coup perfekt.

Wir verspüren trotzdem überhaupt keinen Druck. Die Jungs sind mir fast schon etwas zu entspannt
Alexander Otto, Trainer des Siegburger SV 04

Im Falle eines Bergisch Gladbacher Unentschiedens bräuchten die 04er einen Sieg mit mindestens zwei Treffern Unterschied. Sollte das Spitzenduo am Ende punktgleich sein und dieselbe Tordifferenz aufweisen, entschiede erst die Anzahl der geschossenen Treffer und dann der direkte Vergleich. Letzteren hat der SSV verloren. „Wir verspüren trotzdem überhaupt keinen Druck“, betont Otto. „Die Jungs sind mir fast schon etwas zu entspannt. Fakt ist: Wir empfinden es als Privileg, am letzten Spieltag noch im Titelrennen dabei zu sein.“

Auch der am Sonntag spielfreie SV Eintracht Hohkeppel – die Partie in Pesch wird bekanntlich mit 2:0 für die Gäste gewertet – darf noch hoffen. Sollte Bergisch Gladbach nämlich leer ausgehen und Siegburg nicht gewinnen, wäre das Team von Trainer Giuseppe Brunetto der lachende Dritte.


Der Gegner: Ausgerechnet am Sonntag trifft Otto auf seinen „Angstgegner“. Siegburg verlor nämlich nicht nur das Hinspiel (0:1), sondern auch beide Vergleiche in der Vorsaison (2:4, 0:3). „Auf uns wartet ein richtig dickes Brett“, sagt der Siegburger Trainer über den Tabellenfünften. „Ganz einfach, weil Merten über brutale Qualität verfügt.“ Damit meint er nicht zuletzt seinen ehemaligen Schützling Bilal El Morabiti, der in dieser Saison schon 13 Tore und elf Assists verbuchte.

Wiedersehen mit Bünyamin Kilic

Hinzu komme mit dem Ex-Siegburger Trainer Bünyamin Kilic ein „gewiefter Coach mit einer klaren Handschrift“. Seine persönliche Statistik gegen Merten bereitet Otto allerdings keine Kopfschmerzen: „Vor unserer jüngsten Niederlage in Vichttal (2:3, Anm. d. Red.) hatte ich sämtliche sieben Duelle mit diesem Gegner gewonnen. Ich hätte nichts dagegen, wenn am Sonntag die nächste Serie zu Ende geht.“


Das Personal: Rechtzeitig zum Showdown hat Alexander Tackie Sai grünes Licht bekommen. Der Stoßstürmer kehrt nach auskuriertem Außenbandriss in den Kader zurück. Damit winkt ihm ein Einsatz an künftiger Wirkungsstätte, denn im Sommer wechselt der Angreifer bekanntlich zum SSV Merten. Dafür muss Otto auf Waiss Ezami verzichten; der Flügelstürmer sah im jüngsten Derby gegen den FC Hennef 05 (3:0) die fünfte Gelbe Karte.

Auch Ibish Ibishi (22) reist am Sonntag nach Merten. Allerdings nur, um seinen künftigen Teamkollegen die Daumen zu drücken. Der frühere Jugendspieler des FC Hennef 05 stürmte zuletzt für den 1. FC Düren, für den er unter anderem 17 Regionalliga-Einsätze (vier Tore) verbuchte. Nach überstandenem Kreuzbandriss will er in Siegburg wieder voll angreifen. Am liebsten in der Regionalliga West.


WDFV sagt vorerst Nein

Während Bergisch Gladbach 09 die Zulassung für die Regionalliga-Saison 2026/27 offiziell erhalten hat, wurde der Lizenzantrag des Siegburger SV 04 abgelehnt. Sollten sich die 04er am letzten Spieltag jedoch sportlich qualifizieren, würde der Verein Einspruch einlegen. Die vom Westdeutschen Fußballverband (WDFV) beanstandeten Mängel am Ausweichstadion „Sportpark Pennenfeld“ seien zu beheben, stellt Sportdirektor Oliver Karp klar. Es bleibt also die Hoffnung, dass das Nein des WDFV nur vorläufiger Natur ist.