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FSV Neunkirchen-SeelscheidLandesligist will Nümbrechter „Festung“ stürmen

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Jonas Friesen (links)

Youngster Jonas Friesen (links) vom FSV Neunkirchen-Seelscheid wird 2026 nicht mehr auf den Rasen zurückkehren. 

Highlight unter Flutlicht: Der Herbstmeister tritt bereits am Freitag im neuen Stadion des SSV Nümbrecht an. Dort, wo noch kein Team gewonnen hat. 

Die Euphorie ist vorerst verflogen. Nach einer beeindruckenden Hinrunde mit zwischenzeitlich zehn Siegen in Folge und dem Gewinn der Herbstmeisterschaft steht der Fußball-Landesligist FSV Neunkirchen-Seelscheid in diesem Jahr noch ohne Punkt da: Sowohl beim FV Bad Honnef (0:1) als auch in Lindenthal (1:2) ging man leer aus. Schon zwei seiner letzten drei Hinrunden-Spiele (1:2 beim jetzigen Spitzenreiter GW Brauweiler und 1:1 in Spich) hatte man nicht gewonnen.

Trainer Christoph Gerlach wurmt vor allem die jüngste Auswärtsniederlage. „Wir haben Lindenthal 70 Minuten lang regelrecht plattgemacht, aber einfach die vielen Chancen nicht genutzt.“ Selbst mit einem Punktgewinn wäre er am Ende „nicht zufrieden gewesen“. Doch noch schwerer wiegen zwei Verletzungen, wobei es Jonas Friesen besonders schlimm erwischt hat. Kurz vor dem Spielende wurde der 19-Jährige rüde gefoult. Die Diagnose ist ernüchternd: Riss des Innen-, Außen- und Syndesmosebandes.

Für Jonas Friesen ist das Fußball-Jahr vorbei
Christoph Gerlach, Trainer des FSV Neunkirchen-Seelscheid

„Für ihn ist das Fußball-Jahr vorbei“, so der Coach. „Er muss erst mal operiert werden. Das ist bitter für ihn und natürlich auch für uns, denn er ist ein Ausnahmespieler auf der Sechser-Position.“ Ärgerlich zudem aus FSV-Sicht, dass es für das besagte Foul nicht mal Gelb gab. Ganze drei Minuten hatte Christopher Mai (30) auf dem Platz gestanden. Der in der 69. Minute eingewechselte Mittelfeldakteur zog sich einen Muskelfaserriss zu und fällt sicherlich vier Wochen aus.

Ohne Friesen und Mai reist Neunkirchen-Seelscheid bereits am Freitag (20 Uhr) zum SSV Homburg-Nümbrecht. In der Hinrunde (2:1 für den FSV) hatten beide Teams wegen der Sanierung der Nümbrechter Sportanlage das Heimrecht getauscht, sodass die Gerlach-Elf zum Jahresauftakt vier Auswärtsspiele in Folge bestreiten muss. Am 22. März geht es zum TuS Marialinden.

Nümbrecht fühlt sich wohl im neuen „Schmuckkästchen“

Über das „Schmuckkästchen“ an der Gouvieuxstraße mit einer 700 Sitzplätze umfassenden Tribüne und neuem Sportlerheim durfte sich nicht zuletzt Marcus Voike freuen, denn der ehemalige Oberpleiser und Windecker Coach betreut den SSV bekanntlich seit dieser Saison. Eingeweiht wurde das neue Stadion am sechsten Spieltag – und zwar mit dem Derby gegen den FV Wiehl (4:2) vor über 1000 Zuschauern.

Es war das erste Heimspiel der Saison und der Startschuss für eine starke Bilanz im neuen Zuhause (fünf Siege, zwei Remis). Seine bisherigen drei Rückrundenpartien absolvierte der SSV allesamt auf eigener Anlage: Dem 4:0-Erfolg über Mondorf folgten zuletzt zwei Remis. Am Freitag wird der FSV Neunkirchen-Seelscheid versuchen, die Nümbrechter „Festung“ zu stürmen – und seine eigene Durststrecke zu stoppen.


Weitere Spiele: So., 15 Uhr: TuS Mondorf – GW Brauweiler, 15.15 Uhr: FV Endenich – FV Bad Honnef, 15.30 Uhr: SpVg Flittard – 1. FC Spich.