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Bis Sommer 2027
Autobahnkreuz Bonn/Siegburg wird erst in den nächsten Tagen gesperrt – Alle Infos

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Nur zwei Spuren sind auf der A3 offen, hier der Verkehr in Richtung Frankfurt.

Nur zwei Spuren sind auf der A3 offen, hier der Verkehr in Richtung Frankfurt.

Auch bei der Umleitung für die Sperrung ist mit Staus zu rechnen. Ein Überblick über die umfangreiche Sperrung an A3 und A560 und die Folgen.

Das Autobahnkreuz Bonn/Siegburg soll für rund ein Jahr teilweise gesperrt werden. Betroffen sind dann vor allem Verkehrsteilnehmende, die auf der Autobahn 3 in Richtung Frankfurt fahren und auf die A560 wollen.

Eigentlich sollte das Autobahnkreuz ab Dienstagmorgen, 26. Mai, 5 Uhr, bereits gesperrt werden, hatte die Autobahn GmbH mitgeteilt. Im Laufe des Vormittags wurde jedoch klar: Das Autobahnkreuz Bonn/Siegburg wird erst in den kommenden zehn Tagen gesperrt. Entgegen der Ankündigung der Autobahn GmbH, die für den Betrieb zuständig ist, begann die Sperrung nicht am frühen Dienstagmorgen.

Sperrung erfolgt doch erst in den nächsten Tagen

Wann genau, konnte die Behörde auf Anfrage nicht mitteilen, man sei von den Kapazitäten der Baufirma abhängig. In Vorbereitung auf die einjährige Sperrung müssen die beiden Fahrspuren aus Richtung Köln auf die Gegenfahrbahn gelegt werden. Diese Arbeiten dauerten am Dienstag noch an, auch Markierungsarbeiten müssen noch stattfinden. Erst dann kann die Abfahrt zur A 560 in Richtung Hennef und Sankt Augustin gesperrt werden.

Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Sperrung haben wir hier auf einen Blick zusammengetragen.

Welche Verbindungen sind gesperrt?

Wer aus Richtung Lohmar beziehungsweise Köln kommt, kann bis mindestens Mai kommenden Jahres nicht auf die A560 Richtung Hennef oder Sankt Augustin auffahren. Wer aus Richtung Hennef kommt, kann weiterhin nicht auf die A3 Richtung Köln fahren. Diese Sperrung besteht bereits seit Anfang des Jahres und dauert noch bis mindestens April 2027.

Ausdrücklich möglich ist es, aus Hennef kommend auf die A3 Richtung Frankfurt zu fahren. Doch auch hier kommt es zu Behinderungen. Auf der A3 wird die Fahrbahn pro Richtung auf zwei Fahrstreifen verengt. Sie verlaufen über die Spur nach Köln. Da die Verbindung zur eigentlichen Spur erst hinter dem Autobahnkreuz liegt, ist die Abfahrt auf die A560 nicht möglich.

Welche Umleitungen gibt es?

Die offizielle Umleitung der Autobahn GmbH führt von der Anschlussstelle Lohmar auf die B484 Richtung Siegburg und nach wenigen hundert Metern auf die B56n Richtung Sankt Augustin. An der Anschlussstelle Siegburg geht es wieder auf die A560 Richtung Hennef. Aufgrund der Baustelle an der Rothenbachbrücke auf der B484 ist hinter der Abfahrt in Lohmar allerdings ebenfalls mit Staus zu rechnen.

Was wird genau gebaut?

Etwa 450 Meter nördlich der A560 verläuft die Bahnstrecke zwischen Köln und Siegen. Sie führt unter der A3 hindurch. Die Brücke muss abgerissen und erneuert werden. „Die Brücke über die Bahnstrecke besteht aus zwei Teilbauwerken – je eines pro Fahrtrichtung. Aufgrund der Sperrzeitfenster der Deutschen Bahn müssen wir die Brücken komplett neu bauen und können sie nicht wie üblich hälftig abreißen und für den Verkehr offen lassen“, teilt Sabrina Kieback von der Autobahn GmbH mit.

Diese Brücke in Sankt Augustin über die Bahnstrecke soll erneuert werden.

Diese Brücke in Sankt Augustin über die Bahnstrecke soll erneuert werden.

Es ist also immer wieder mit Sperrungen auf der Bahnstrecke zu rechnen. Ab Dezember 2026 wird die Bahnstrecke zwischen Troisdorf und Siegen ohnehin für ein halbes Jahr gesperrt. Deswegen müssen die Arbeiten auf der Autobahn jetzt beginnen.

Warum teilt die Autobahn GmbH die Sperrung so kurzfristig mit?

Nur sechs Tage vor der Sperrung informierte die Behörde die Öffentlichkeit, die angrenzenden Kommunen wissen nach eigenen Angaben seit Anfang derselben Woche Bescheid. Sprecherin Kieback zufolge sei immer mit der Sperrung zu rechnen gewesen: „Wir hatten immer angekündigt, dass es durch die Instandsetzung des Abschnitts zwischen Lohmar und dem Kreuz Bonn/Siegburg zu Einschränkungen kommen würde. Die Planungen sind mit heißer Nadel gestrickt und bis zum letzten Moment vorbereitet, so dass wir erst kurzfristig über die tatsächlichen Einschränkungen informieren konnten.“ Wie kurzfristig, offenbart die Kommunikation: Zwei Mal gab die Autobahn GmbH seit vergangener Woche Korrekturen für die Sperrungsmeldung heraus.

Wo ist mit Staus zu rechnen?

Staugefahr herrscht an der Anschlussstelle Lohmar und an der Kreuzung der B56n mit der A560. Die dortige Baustelle sorgt vor allem im Berufsverkehr für Rückstaus, auch der verstärkte Linksabbieger-Verkehr auf die A560 könnte zu verstärkten Rückstaus führen. „Unsere Baumaßnahmen werden mit allen beteiligten Akteuren, unter anderem Kommunen, Kreis, Straßen NRW, Polizei, Feuerwehr und Rettungskräften besprochen und abgestimmt. Bei diesem Bauwerk sind aber vor allem die Abstimmungen mit der Deutschen Bahn maßgeblich“, sagt Sabrina Kieback.

Bei allen Baustellen werde die Verkehrsentwicklung geprüft und gegebenenfalls nachgebessert. „Aus Erfahrung können wir sagen, dass sich der Verkehr nach etwa zwei Wochen an die neuen Bedingungen anpasst.“

Wie reagieren die betroffenen Kommunen?

Die Umleitung führt durch Lohmar, Siegburg und Sankt Augustin. Die Stadt Lohmar teilt mit, sie sei wie der Rest der Bevölkerung erst Mitte vergangener Woche informiert worden. „Grade aufgrund der Auswirkungen auf die Region war das viel zu spät“, kritisiert Stadtsprecher Jens Udelhoven. Die Stadt habe keinen Einfluss darauf, welche Strecken die Autobahn GmbH als Umleitung ausweise.

Udelhoven weist die Aussage Kiebacks zurück, wonach die Kommune informiert worden sei. „Es hat im Vorfeld keine Kontaktaufnahme seitens der Autobahn GmbH gegeben.“ Die Stadt empfiehlt, gegebenenfalls andere Transportmittel und -wege zu wählen.

Die Stadt Siegburg teilt mit, sie sei in der vergangenen Woche per Mail über die einjährige Sperrung informiert worden. Die Verwaltung sei ebenfalls nicht in die Planung der Umleitungsstrecke eingebunden worden, was aber auch nicht relevant sei, da keine Straßen betroffen seien, die die Kreisstadt selbst bewirtschaften müsse. Die Verwaltung rät davon ab, eine Abkürzung durch die Innenstadt zu wählen. „Aufgrund der Baustellen dort gibt es keinen Zeitgewinn.“