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Zehn Prozent mehr Besucher in 2025Das soll sich 2026 im Huma in Sankt Augustin ändern

4 min
Huma blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2025 zurück.

Huma blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2025 zurück.

Die Outlet-Etage hat zu einem Anstieg der Besucherzahlen geführt. Das Marketing im Huma ist auf Familien ausgerichtet.

Sascha Leeser füllt gerade wieder zahlreiche Regale im Shop von Lindt auf der Huma-Outletebene mit Schokoköstlichkeiten auf. Sie sind leergekauft. „Der Dezember lief sehr gut“, berichtet der Store-Manager. „Sogar nach Weihnachten hatten wir genauso viel Umsatz wie vor dem Fest.“ Im Januar 2025 hatte Leeser seine Stelle im neu eröffneten Lindt-Shop angetreten, „seitdem ist es mit dem Umsatz stetig bergauf gegangen“. Das habe natürlich auch an vielen Aktionsangeboten gelegen. Während der Adventszeit gab es zum Beispiel drei Tüten mit süßen Köstlichkeiten zum Preis von zwei.  

„Durch die Eröffnung der Outletebene am 21. November 2024 hat Huma noch einmal einen deutlichen Sprung nach oben bei den Besucherzahlen gemacht“, berichtet Center-Manager Nicolas Simmich. Rund 5,1 Millionen Gäste wurden Ende 2024 gezählt, 2025 waren es zum 31. Dezember knapp 5,7 Millionen. Die Flaute im stationären Einzelhandel hat Huma nur kurz gespürt. „Nur die ersten zwei Wochen im Dezember waren im Vergleich zum Vorjahr bei der Kundenfrequenz mit zwei Prozent im Minus, dann ging es jedoch wieder bergauf, sodass wir mit 565.000 gezählten Menschen zum Jahresende 2025 unterm Strich für den letzten Monat im Jahr ein Frequenzplus von drei Prozent hatten“, sagt Simmich.

Wir haben das Marketing im Huma auf Familien ausgerichtet.
Nicolas Simmich, Huma-Manager

Als er im Jahr 2022 seine Tätigkeit als Huma-Manager antrat, sei ihm sofort klar gewesen, was geändert werden müsse, um das vor sich hin dümpelnde Center wieder auf klaren Kurs zu bringen. „Der Umbau des ehemaligen Real mit der Suche nach neuen Mietern war wichtig“, betont Simmich.  Gefunden wurden Edeka und Aldi, die für ihn als „perfekte Nachfolger“ gelten.

Dann ging es weiter: der Umzug von Smyth Toys ins Erdgeschoss, der Bau der Outlet-Etage im Obergeschoss mit den notwendigen Verlagerungen der Einzelhändler von dort ins Erdgeschoss. „Wir haben zudem das Marketing auf Familien ausgerichtet.“ Dazu gehörten die Bastel- und Backstationen für Kinder und Jugendliche während der Weihnachtszeit. Eine weitere Spielfläche soll bald entstehen.   

Durch die Outlet-Ebene wurde Huma mit seiner herkömmlichen Einkaufsfläche zum Hybrid-Center. Von den 50.000 Quadratmetern Verkaufsfläche stehen zurzeit 2000 Quadratmeter leer. Simmich ist sich sicher, dass dieses Zahl im nächsten Jahr deutlich sinken wird.   

Leere Regale im Shop von Lindt auf der Outletebene nach dem erfolgreichen Weihnachtsgeschäft.  Shop-Manager Sascha Leeser räumt Ware nach. Huma blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2025 zurück

Leere Regale im Shop von Lindt auf der Outletebene nach dem erfolgreichen Weihnachtsgeschäft. Shop-Manager Sascha Leeser räumt Ware nach.

Michael Haslinger ist für die Belegung der Outletebene im Huma verantwortlich. In der europäischen Branche ist er als Spezialist für strategische Beratung von Designer Outlets, Factory Outlets, City Outlets und Einkaufszentren bekannt. „Huma ist nicht in eine Fußgängerzone eingebunden, die Menschen müssen also gezielt aus einer Fahrentfernung von gut 30 Minuten und mehr durch ein gutes Angebot kommen“, lautet seine Einschätzung. Diese Premiumkunden, wie er sie nennt, achteten in der Outletebene auf bekannte Marken. 

Das Konzept lebt davon, dass wir kurzfristig neuen Marken auch Ladenlokale anbieten können
Michael Haslinger, Outlet-Experte

„Die Kundenfrequenzen sind weit über unsere Erwartungen hinausgegangen“, sagt Haslinger im Rückblick auf das Jahr 2025. 15 Geschäfte wurden neu eröffnet. Ihn störe es übrigens nicht, dass es in der Outletebene noch freie Flächen gebe: „Das Konzept lebt davon, dass wir kurzfristig neuen Marken auch Ladenlokale anbieten können.“

Gemeint ist damit zum Beispiel Mode, die durch Influencer plötzlich im Trend ist. Diese Anbieter möchten vielleicht einen ersten Schritt vom Internetverkauf in ein Ladenlokal machen. Eine gut frequentierte Outletebene biete sich da an. Für die Kunden hätte dieses „Angebot mit hohem Bekanntheitsgrad an eine junge Zielgruppe“ seinen Reiz als Attraktion beim Einkaufsbummel.      

Outletebene im Huma wir eröffnet.

Die Outletebene im Huma wurde im November 2024 feierlich eröffnet. (Archivbild)

Haslinger ist sich sicher, dass 2026 mindestens noch eine „Top-Sportmarke“ kommen wird. „Wir verhandeln zurzeit mit zwei bekannten Anbietern.“ Mehr möchte er nicht verraten. Es könne jedoch durch Umbauarbeiten bedingt später Herbst werden, bis sich die Ladentüren fürs Sportpublikum öffneten. Optimierungsbedarf sieht er noch im „Food Court“, ebenfalls auf der Outletebene.

Das sieht übrigens auch Simmich so. „Wir haben jetzt schon ganz viel geschafft in 2025.“ Eine wichtige Aufgabe sei es, das Angebot im Food-Court als „letzte verbliebene Baustelle“ zu optimieren. „Wir sind in Gesprächen mit einigen Anbietern.“ Das Angebot müsse jedoch zum Anspruch des Huma passen. Einfach die Ladenlokale mit „irgendwelchen Frittenbuden füllen“, funktioniere nicht.

Simmich verrät aber, dass sich bald einiges im Huma unter dem Stichwort „look and feel“ ändern wird, sprich: im optischen Erscheinungsbild des Einkaufszentrums. Noch vor Ostern 2026 gebe es neue, gemütliche Sitzgelegenheiten auf alle drei Etagen. Viele Kunden hätten sich zudem Schließfächer gewünscht, diese würden dann ebenfalls angeboten. Auch die Bepflanzung werde geändert.