Simulationen dieser Art sind für die Betriebserlaubnis des Flugplatzes nötig. Mitglieder der Jugendfeuerwehr stellten Verletzte dar.
NotfallübungWenn ausgerechnet der Rettungshubschrauber in Sankt Augustin verunglückt

Rettungskräfte stehen am verunglückten Hubschrauber.
Copyright: Marius Fuhrmann
Simulierter Rauch aus einer Nebelmaschine dringt aus einem Transporter, am Steuer eine bewusstlose Person. Daneben steht der Rettungshubschrauber Christoph 5, normalerweise in der Region Ludwigshafen unterwegs.
Ein Trupp zieht unter Atemschutz den bewusstlosen Fahrer aus dem Auto und übergibt ihn dem Rettungsdienst. Der probt die medizinische Erstversorgung bis zur Aufnahme in den Rettungswagen. Zugleich machen sich die Feuerwehrleute daran, die Insassen im Hubschrauber zu befreien. Sie werden von Angehörigen der Jugendfeuerwehr dargestellt.
Das Szenario: Hubschrauber kollidiert mit Auto
Die Freiwillige Feuerwehr Sankt Augustin probte am vergangenen Samstag auf dem Flugplatz Hangelar. Bei dem angenommenen Szenario sollte ein Hubschrauber im Landeanflug mit einem Auto kollidiert sein. Übungen dieser Art sind erforderlich, damit der Flugplatz seine Betriebserlaubnis behält.
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Mitarbeiter der Luftaufsicht der Bezirksregierung Düsseldorf beobachten die Übung.
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Um kurz nach 10 Uhr fuhren die Feuerwehrfahrzeuge vom Aufstellungsplatz an der Richthofenstraße auf den Flugplatz – nacheinander, wie es auch in der Realität der Fall wäre, denn die Einheiten haben unterschiedliche Anfahrtszeiten. „Ein Fahrzeug der flugplatzeigenen Feuerwehr ist bereits vor Ort, aber kann nur kleinere Einsätze bewältigen“, schilderte Dennis Schwellenbach, Pressesprecher der Feuerwehr.
Rotoren könnten noch rotieren
„Natürlich darf der Hubschrauber bei der Übung nicht beschädigt werden, wir können also kein technisches Gerät einsetzen“, sagte Schwellenbach. „Ansonsten ist die Vorgehensweise ähnlich wie bei einem Auto.“ Man müsse allerdings ein paar Dinge beachten: „Rotoren können noch rotieren, außerdem hat ein Helikopter weit mehr Kraftstoff mit als ein Auto, was die Gefährlichkeit erhöht. Zudem ist er aus Kohlefasern gefertigt, die sollte man nicht einatmen. Er hat dafür keine Airbags, die nachträglich auslösen könnten.“

Rettungskräfte behandeln einen Verletztendarsteller.
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Der Flugplatz Hangelar ist zugleich Standort des ADAC Heliservice, der in Sankt Augustin Rettungshubschrauber wartet. Mitarbeiter erklärten den Feuerwehrleuten die Handgriffe, etwa zum Schlitten der Trage an der Heckklappe des Helikopters. „Das ist sinnvoll, denn an Hubschraubern arbeiten wir selten.“ Als regionaler Flugplatz habe Hangelar keine eigene Flughafenfeuerwehr. „Es ist so vorgesehen, dass die Freiwillige Feuerwehr ausrückt. Die Übung ist alle zwei Jahre notwendig, damit der Flugplatz seine Betriebserlaubnis behält“, erklärte Schwellenbach.
Immer wieder Unglücke in Flugplatz-Umgebung
Unglücke geschähen immer wieder. Im März 2022 stürzte eine Cessna nach dem Start in einen Vorgarten hinter der Bahnstrecke, die Insassen überlebten. Im Februar dieses Jahres krachte ein Hubschrauber auf einen Acker neben der A 59, die Landebahn in Sichtweite. Auch hier kamen die Insassen mit dem Leben davon.
Weitaus schlimmer war der Absturz einer Beechcraft Bonanza im vergangenen März. Das Leichtflugzeug war nach dem Start auf einen Acker geprallt und in Flammen aufgegangen. Der Pilot starb, seine sechsjährige Tochter wurde gerettet. „Die Einsatzkräfte bewältigen diese Übung ruhig und strukturiert, wir sind mit dem Ablauf zufrieden“, sagte Schwellenbach.

