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Cafeteria mit „Heimatspeisen“Stadtarchiv Sankt Augustin stellt Programm für Tag der offenen Tür vor

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Werner Quadt (Arbeitskreis Stadtgeschichte und Fotogruppe) zeigt Max Leitterstorf (Bürgermeister) einen Teil der Fotoausstellung „Sankt Augustin früher und heute“.

Werner Quadt (Arbeitskreis Stadtgeschichte und Fotogruppe) zeigt Max Leitterstorf (Bürgermeister von Sankt Augustin) Bilder der Fotoausstellung „Sankt Augustin früher und heute“.

Am 6. März können Interessierte beim Stadtarchiv vorbeischauen. Es wird sich alles rund um das Thema „Alte Heimat – Neue Heimat“ drehen.

Am ersten Wochenende im März öffnen viele Archive in ganz Deutschland die Türen, um Einblicke in ihre Arbeit zu geben. Dieses Jahr dreht sich beim Tag der Archive alles rund um das Thema „Alte Heimat – Neue Heimat“. Auch das Stadtarchiv in Sankt Augustin beteiligt sich wieder.

Besucherinnen und Besucher können Einblicke in die Bestände bekommen und unter anderem Quellen zu den Migrationsbewegungen im 19. Jahrhundert, den Flüchtlingsströmen am Ende des Zweiten Weltkriegs oder dem Strukturwandel und Zuzug seit den 1950ern anschauen.

„Heimat im Bild“: Das Stadtarchiv zeigt eine Auswahl an Fotos und Postkarten.

„Heimat im Bild“: Das Stadtarchiv zeigt eine Auswahl an Fotos.

„Mit dem Begriff Heimat verbindet man eigentlich die tiefe Verwurzelung. Die gibt es auch hier, aber Sankt Augustin hat gezeigt, dass man hier auch neue Heimat finden kann“, sagt Max Leitterstorf, Bürgermeister der Stadt. So sei Sankt Augustin in den 1970er Jahren die am schnellsten wachsende Kommune in Nordrhein-Westfalen gewesen.

Otto Deibler spricht über den Flüchtlingshelferkreis in Hangelar

Am 6. März will das Stadtarchiv Besucherinnen und Besucher ein vielfältiges Programm bieten – auch für die Jüngeren ist etwas dabei, wie zum Beispiel das Üben der Schrift der Urgroßeltern. Über den Tag verteilt wird es Vorträge zum Thema Heimat, Migration und Integration in Sankt Augustin geben. Unter anderem berichtet auch Otto Deibler von seiner Arbeit.

Otto Deibler hat im Jahr 2015 den Flüchtlingshelferkreis in Hangelar mit aufgebaut. Insgesamt habe er über 200 Geflüchtete betreut und rund 50 ehrenamtliche Paten vermittelt. Wichtig sei vor allem die Sichtbarkeit und das Engagement im Ort gewesen. „Wir haben Menschen durch Beschäftigung integriert“, so Deibler. Die Paten stünden bis heute in Kontakt mit den geflüchteten Menschen. „Eine Bekannte hat bis heute Kontakt zu der Familie. Wie bei den Großeltern schauen die Kinder nach der Schule vorbei“, erzählt Bürgermeister Leitterstorf.

Fotoausstellung zeigt die Stadt Sankt Augustin früher und heute

Am Tag der offenen Tür stellen sich außerdem der Bürgerverein aus Birlinghoven sowie die Fotogruppe vor. Die Fotogruppe sei wöchentlich unterwegs und dokumentiere die Stadt, erklärt Werner Quadt, vom Arbeitskreis Stadtgeschichte und Fotogruppe. „Wir halten Sankt Augustin aktuell fest, um in 40 oder 50 Jahren zurückzublicken“, fährt er fort. Es solle schließlich auch die junge Geschichte von Sankt Augustin dokumentiert werden, ergänzt der Leiter des Archivs, Michael Korn.

Die Fotoausstellung „Sankt Augustin früher und heute“.

Ein Teil der Fotoausstellung „Sankt Augustin früher und heute“.

Für den Tag der offenen Tür hat die Fotogruppe 75 Bilder aus dem Archiv ausgesucht und dann neue Bilder an derselben Stelle aufgenommen. Entstanden ist die Fotoausstellung „Sankt Augustin früher und heute“. „Ich habe in den letzten paar Tagen etwa 200 Bilder durchgeschaut und jetzt viereckige Augen“, erzählt Quadt lachend.

Tag der offenen Tür: Cafeteria mit „Heimatspeisen“

Zum ersten Mal soll es auch eine Cafeteria mit „Heimatspeisen“ geben. Über dreißig Leute, von Anfang 20 bis Mitte 80, aus unterschiedlichen Regionen und mit individuellen Biografien stellen ihre „Heimatspeisen“ vor. Vom Hangelarer Möhrenkuchen über den Lemberger Käsekuchen bis hin zu Reibekuchen aus der Eifel oder kurdischem Börek können Besucherinnen und Besucher über die Speisen auch mit den Personen selbst ins Gespräch kommen.

Darüber hinaus erwartet die Besucherinnen und Besucher die Filmvorführungen von historischem Material, ein Bücherflohmarkt, eine Lese- und Erinnerungsecke sowie eine Beratung für Familienforscher. Beim Stadtarchiv in Sankt Augustin arbeiten sechs Hauptamtliche und rund 100 Ehrenamtliche. Und die seien von großer Bedeutung, betont Leiter Korn. „Nur sie wissen, was im Ort wirklich abgeht“, sagt er.


Mehr Informationen zum Tag der offenen Tür gibt es online.