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Übung der HilfsorganisationenIn Sankt Augustin starteten drei Einsatzeinheiten zur Kolonnenfahrt

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Die Hilfsorganisationen übten das Kolonnefahren im Verband, dazu waren drei Einsatzeinheiten auf den Bereitstellungsraum in Sankt Augustin am Aldi-Zentrallager gekommen.

Die Hilfsorganisationen übten das Kolonnefahren im Verband, dazu waren drei Einsatzeinheiten auf den Bereitstellungsraum in Sankt Augustin am Aldi-Zentrallager gekommen. 

Aus dem gesamten Kreisgebiet kamen Einsatzkräfte von Deutschem Roten Kreuz, Malteser-Hilfsdienst und Johanniter-Unfallhilfe nach Sankt Augustin.

Matthias Puls hatte alles andere als Puls. Denn die große Übung der Hilfsorganisationen ging nach seiner Aussage zügig und reibungslos über die Bühne. Drei der vier Einsatzeinheiten waren am Samstagmorgen zum Bereitstellungsraum am Aldi-Zentrallager nach Sankt Augustin-Buisdorf gekommen. Auf der Agenda stand Kolonne fahren, der Beauftragte des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) hatte die 46 Kilometer lange Strecke gemeinsam mit Kreisbereitschaftsleiter Jens Kölzer geplant.

Zwei Einsatzeinheiten bauen einen Behandlungsplatz für 50 Personen auf

In voller Sollstärke gehören zu einer Einsatzeinheit 33 Kräfte. Um die im Ehrenamt jederzeit zu erreichen, sind doppelt so viele Menschen in der Alarmschleife. Zwei dieser Einheiten werden gemeinsam gerufen, um etwa einen Betreuungsplatz für 500 Personen oder einen Behandlungsplatz für 50 Personen aufzubauen. Das Konzept ist landesweit ausgerollt und wird bei größeren Katastrophen spontan oder geplant bei Großveranstaltungen, wie Kirchentagen oder Fußball-Europameisterschaften, angewandt.

Die 1. Einsatzeinheit kehrt nach 46 Kilometern in Kolonne zum Bereitstellungsraum zurück.

Die 1. Einsatzeinheit kehrt nach 46 Kilometern in Kolonne zum Bereitstellungsraum zurück.

Am Samstag kamen die Fahrzeuge aus Alfter, Bad Honnef, Bornheim, Lohmar, Meckenheim, Much, Neunkirchen-Seelscheid, Rheinbach, Sankt Augustin, Siegburg, Troisdorf und Windeck. Beteiligt waren neben dem DRK der Malteser-Hilfsdienst und die Johanniter-Unfallhilfe, die mit ihrem Einsatzleitwagen Information und Kommunikation sicherstellten. Über Funk kamen aus den Lautsprecher immer wieder kurze Lagemeldungen: „Alle Fahrzeuge der ersten Marschkolonne auf der Autobahn 560“oder „zweite Marschkolonne in Höhe Lohmar“.

Die Freiwillige Feuerwehr führte den Bereitstellungsraum in Buisdorf

Die Freiwillige Feuerwehr aus Neunkirchen-Seelscheid übernahm die Registrierung und führte den Bereitstellungsraum. Auf einem eigens vom Kreis entwickelten Bogen nahmen sie die Daten auf. Ihre Rückmeldung: Für die Zuordnung zu einer Einsatzeinheit gibt es kein eigenes Feld. Diese Anregung nahm Florian Lückerath, der den Kreis vertrat gerne mit.

Eine der drei Kolonnen fährt im geschlossenen Verband auf die Autobahn 560 auf.

Eine der drei Kolonnen fährt im geschlossenen Verband auf die Autobahn 560 auf.

Gut, dass es während einer Übung passierte, waren auch die anfänglichen Schwierigkeiten mit dem Funk. Einige Fahrzeuge überlagerten den Übungskanal mit dem Leitstellenfunk. Erst als das beseitigt war, schickte Puls die drei Marschkolonnen auf die Reise. „Mit sieben, acht Autos zum Beispiel auf die Autobahn aufzufahren wird tricky“, meinte er.

Mit sieben, acht Autos auf die Autobahn zu fahren wird tricky.
Matthias Puls, Beauftragter für Katastrophen Schutz des Deutschen Roten Kreuzes (DRK)

Autofahrer seien oft schon verwirrt, wenn ihnen ein Rettungswagen begegne. „Wir lassen Fahrzeuge in die Kolonne und auch wieder raus“, briefte er seine Leute, auch wenn das Ziel sei, möglichst im Verband zu bleiben. „Junge Kräfte rücken nach und es gibt eine Reihe junger Führungskräfte“, begründete er die Übung an einem freien Samstagvormittag.

Übungsleiter Matthias Puls war mit den Erkenntnissen aus der Übung zufrieden.

Übungsleiter Matthias Puls war mit den Erkenntnissen aus der Übung zufrieden.

Im Ernstfall müssen sie eine Stunde nach der Ankunft einsatzbereit sein. Das Kolonnefahren jedenfalls klappte, nach 35 Minuten war die erste Einsatzeinheit wieder zurück. „Ein bisschen durch die Stadt fahren wäre ein bisschen interessanter gewesen“, regte eine Einsatzkraft für das nächste Mal an.