An der Kreuzung Frankfurter Straße/Wahnbachtalstraße ist nach Kanalbauarbeiten ein Kreisverkehr geplant. Auch der Radweg auf der Siegbrücke ist gesperrt.
Ausbau zum KreisverkehrKnotenpunkt in Siegburg wird umfassend erneuert

Die Kreuzung Frankfurter Straße/Wahnbachtalstraße soll zum Kreisverkehr umgebaut werden.
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Von Wolsdorf über Deichhaus nach Buisdorf zu gelangen, ist für Rad- und Autofahrende zurzeit ein schwieriges Unterfangen. Nicht nur ist der Radweg auf der Siegbrücke seit Wochen gesperrt, auch die Wahnbachtalstraße ist nur eingeschränkt befahrbar. Die Kreuzung mit der Frankfurter Straße soll zu einem Kreisverkehr ausgebaut werden. Ein Überblick über die Bauarbeiten.
Auf der Wahnbachtalstraße finden zwischen Dammstraße und Frankfurter Straße Kanalbauarbeiten statt. Außerdem werden Versorgungsleitungen erneuert. Nach dem Umbau der Kreuzung zum Kreisverkehr sollen Fahrbahn und Radweg saniert werden, denn diese sind stark beschädigt. Mit dem Bau des Kreisverkehrs soll der Verkehrsfluss an einem wichtigen Knotenpunkt im Straßennetz verbessert werden. Für Fußgänger werden neue Querungshilfen geschaffen.
Verspätung wegen Pause während Mittelaltermarkts in Siegburg
Bereits Ende Oktober vergangenen Jahres war die Kreuzung Dammstraße/Wahnbachtalstraße für drei bis vier Wochen gesperrt, dort fanden die Kanalbauarbeiten statt. Ursprünglich war vorgesehen, den ersten Bauabschnitt zwischen Dammstraße und Siegwehr bis zum Jahreswechsel abzuschließen – doch auch nach Ostern dauern die Arbeiten noch an. „Wir wollten zur Weihnachtszeit, in der wegen der Einkäufer und Besucher des Mittelaltermarkts besonders viel Verkehr herrscht, eine Pause einlegen. Deswegen ging es erst Mitte Januar weiter“, erläutert Jan Gerull, Sprecher der Stadt Siegburg.
Grundsätzlich richteten sich die Arbeiten auch dem Wetter. „Dabei gab es zum Teil erhebliche Herausforderungen – ebenso durch Funde größeren Gesteins im Straßenkörper. Die mussten erst raus, bevor es an den Kanalbau ging.“ Voraussichtlich bis Mitte Mai soll der Abschnitt komplett fertig sein. „Dann ist dort kein Bagger mehr zu sehen“, verspricht Gerull.
Dafür komme anschließend der Abschnitt vom Siegwehr bis zur Frankfurter Straße dran. Die Verkehrsführung erfolge während der Bauarbeiten weiterhin über eine Einbahnstraßenregelung. Die Wahnbachtalstraße bleibt ausschließlich in Richtung Kaldauen befahrbar.

Zwischen Mühlengraben und Dammstraße ist die Wahnbachtalstraße derzeit nur in Richtung Kaldauen befahrbar.
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Auf eine wechselseitige Ampelschaltung wurde bewusst verzichtet. „Mit einer Baustellenampel käme es zu erheblichen Staus, auch mit Auswirkungen auf den ÖPNV“, erklärt Gerull. „Die Einbahnstraßenregelung funktioniert unserer Beobachtung nach gut, negative Rückmeldungen gab es bisher keine.“ Anwohnerinnen und Anwohner sowie Gewerbetreibende seien im Vorfeld informiert worden. Die Tankstelle und ansässige Firmen an der Wahnbachtalstraße sollen die gesamte Zeit über erreichbar bleiben.
Bauarbeiten sollen Ende 2026 oder Anfang 2027 beendet werden
Auch der Bau des Kreisverkehrs selbst habe bereits begonnen, auch wenn dies auf den ersten Blick nicht erkennbar sei. In den vergangenen Wochen seien unter anderem Leitungen verlegt und neue Beleuchtungsmasten gesetzt worden. Ein wesentlicher Schritt erfolgte zuletzt mit dem Rückbau der alten Beleuchtungsanlage über der Kreuzung, was Voraussetzung für den Bau des Kreisverkehrs sei. „Für die Entfernung dieses Spinnennetzes wurde die Frankfurter Straße komplett gesperrt.“ Die Arbeiten finden künftig parallel an mehreren Stellen statt. „Es wird bald gleichzeitig auf der Frankfurter und auf der Wahnbachtalstraße gebaut“, kündigt Gerull an.
Der Abschluss der Bauarbeiten hänge auch von möglichen weiteren Baupausen ab. Wenn die Arbeiten ohne Unterbrechung fortgesetzt würden, könnte die Baustelle bis Ende 2026 abgeschlossen werden. „Wenn wir Weihnachten alles durchziehen, wäre die Gesamtmaßnahme Ende 2026 abgeschlossen. Möglich ist allerdings, dass wir wieder die letzten Wochen ruhen, dann wären wir im ersten Quartal 2027 fertig.“
Baustelle in Siegburg: Kosten von rund 2,7 Millionen Euro
Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 2,7 Millionen Euro. Davon entfallen etwa 766.000 Euro auf den Bau des Kreisverkehrs, rund 364.000 Euro auf die Mischwasserkanalisation, etwa 730.000 Euro auf den Straßenentwässerungskanal, rund 414.000 Euro auf die Versorgungsleitungen der Rhein-Sieg-Netz sowie knapp 398.000 Euro auf die Erneuerung des Straßenbelags auf der Wahnbachtalstraße.
Die Kosten werden von unterschiedlichen Trägern übernommen. Der Landesbetrieb Straßen NRW finanziert unter anderem den Kreisverkehr, die Straßenerneuerung und Teile der Entwässerung. Während die Stadtbetriebe für die Mischwasserkanalisation zuständig sind und Rhein-Sieg-Netz seine eigenen Leitungen finanziert, übernimmt die Stadt Siegburg die Bau- und Projektleitung. „Es kommen womöglich kleinere Beträge für Gehwegausbesserungen auf die Stadt zu, die sind noch nicht bezifferbar“, so Gerull.
Nach zwei Unfällen: Radweg auf Siegbrücke seit Februar gesperrt
Unabhängig von der Baustelle an der Wahnbachtalstraße ist seit Anfang Februar der Radweg auf der Siegbrücke der L333 gesperrt. Auslöser waren zwei Unfälle am 27. und 29. Januar, bei denen zwei Radfahrer stürzten. Nach Angaben von Straßen.NRW ist die Oberfläche stark beschädigt. Die Beschichtung werde insbesondere bei Nässe sehr glatt und stelle damit eine erhebliche Gefahr für Radfahrende dar.

Auf der Siegbrücke der L 333 zwischen Deichhaus und Buisdorf ist der Radweg gesperrt.
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„Kurzfristige Reparaturen sind nicht möglich. Die notwendigen Arbeiten sind technisch anspruchsvoll und können nur von spezialisierten Fachfirmen durchgeführt werden“, sagt Anja Albert von Straßen NRW. Wann die Sanierung beginnt, sei derzeit noch offen. Der Landesbetrieb warte noch auf ein Angebot eines beauftragten Unternehmens. Erst danach stehen Baubeginn und Dauer der Maßnahme fest, geplant sei die Instandsetzung aber bis Ende Juni.
„Für die Dauer der Sperrung wurde eine Umleitung eingerichtet. Diese führt über seitliche Rampen unter der Brücke hindurch auf die jeweils gegenüberliegende Seite. Die Straße zu überqueren, ist damit nicht nötig“, so Albert.

