Mehr als 100 Jahre nach dem Tod des Komponisten Engelbert Humperdinck ist ein bisher unbekanntes Gesangsstück aufgetaucht.
Bekanntester Sohn Siegburgs„Eine Sensation“ – Unbekanntes Werk von Humperdinck entdeckt

Mehr als 100 Jahre nach dem Tod von Engelbert Humperdinck ist ein bisher unbekanntes Gesangsstück des Komponisten aufgetaucht. Hier ist sein Name auf einer anderen Komposition zu sehen. (Illustration)
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Seine Oper „Hänsel und Gretel“ gehört zu den meistgespielten der Welt: Engelbert Humperdinck (1854-1921) gilt denn auch als bekanntester Sohn der Stadt Siegburg. Mehr als ein Jahrhundert nach seinem Tod ist nun nach Angaben der Stadt ein bisher unbekanntes Werk des Komponisten aufgetaucht: ein „Weihnachtswiegenlied“. „Für die Musikwelt ist der Fund eine Sensation“, sagte Stadtsprecher Jan Gerull der Deutschen Presse-Agentur.
Es handelt sich demnach um ein nur einseitiges Manuskript, das sich lange in Familienbesitz befunden hat. Vor einiger Zeit habe Humperdinck-Urenkel Lothar Witte es dem Stadtarchiv Siegburg für dessen Humperdinck-Sammlung geschenkt. Danach habe zunächst geklärt werden müssen, ob Humperdinck das Lied nicht doch noch in anderem Zusammenhang verwendet und veröffentlicht habe.
Humperdinck schuf viele weihnachtliche Kompositionen
Infrage gekommen seien seine vielen Liedersammlungen oder weihnachtlichen Kompositionen wie „Der blaue Vogel“, „Das Mirakel“, „Bübchens Weihnachtstraum“ oder „Weihnacht im Schützengraben/Christnacht 1914“, sagte Christian Ubber, Leiter der Musikwerkstatt Siegburg. „Diese Überprüfung hat einige Zeit in Anspruch genommen und fiel negativ aus, so dass erst jetzt feststand, dass dieses "Weihnachtswiegenlied" tatsächlich bislang unbekannt war.“
Zudem habe parallel auch der Entstehungszusammenhang geklärt werden können: Das Lied sei als Beitrag zum „Volksliederbuch für Männerchor“ gedacht gewesen, dann aber dort nie verwendet worden, sagte Ubber.
Das „Weihnachtswiegenlied“ ist eine Bearbeitung des bekannten Weihnachtslieds „Josef, lieber Josef mein“. Es lasse sich aber insofern von einer eigenständigen Komposition Humperdincks sprechen, weil das Lied von ihm für vier Männerchorstimmen gesetzt worden sei, so Ubber. „Harmonik und Stimmführung sind ausschließlich Humperdinck, ferner die teilweise kontrapunktische selbständige Führung der einzelnen Stimmen.“
Deshalb sei das Stück auch nicht einfach zu singen, sagte Stadtsprecher Gerull. Aber das tue der Begeisterung keinen Abbruch, im Gegenteil: „Siegburg freut sich darauf, wenn das Stück vor Weihnachten zur Aufführung kommt.“ (dpa/red)
