Der Hinweis eines Gefangenen löst in der Justizvollzugsanstalt Siegburg einen Polizeieinsatz aus. Was bislang über den Vorfall bekannt ist.
„Absolute rote Linie“Großeinsatz in JVA Siegburg – Verdacht auf Aufstand

Das rote Backsteingebäude der Justizvollzugsanstalt in Siegburg (Archivbild)
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Nach Hinweisen auf einen geplanten gewaltsamen Aufstand von Inhaftierten hat es in der Justizvollzugsanstalt Siegburg am Dienstag einen Großeinsatz der Polizei gegeben. Die Lage sei unter Kontrolle, teilte das nordrhein-westfälische Justizministerium mit. Der Einsatz sei durch die Aussage eines Gefangenen ausgelöst worden.
Beteiligt waren am Dienstagabend demnach rund 100 Einsatzkräfte. Die Beamten durchsuchten die Anstalt, wie es weiter hieß. Gegen 22.00 Uhr sei der Einsatz beendet gewesen. Verletzte habe es nicht gegeben, sagte der Ministeriumssprecher.
JVA Siegburg: Rund 100 Einsatzkräfte im Einsatz
Bei der Durchsuchung seien vier Handys und geringe Mengen Drogen sichergestellt worden. Waffen seien nicht gefunden worden. Die Razzia sei aber noch nicht vollständig abgeschlossen. Die Ermittler seien weiterhin mit mehreren Daten- und Drogenspürhunden in der Anstalt.
„Die Androhung bewaffneter Gewalt in unseren Justizvollzugsanstalten ist eine absolute rote Linie“, sagte NRW-Justizminister Benjamin Limbach (Grüne). Sollte sich der Verdacht bewahrheiten, würden die Drahtzieher die volle Härte des Gesetzes zu spüren bekommen.
Die Landtagsfraktionen von SPD und FDP haben eine Sondersitzung des Rechtsausschusses beantragt. Die Frage sei, „wie Gefangene überhaupt in der Lage sein konnten, einen solchen Aufstand vorzubereiten und sich darüber abzustimmen - ohne, dass das Justizsystem das von sich aus mitbekommen hat. Genau das muss jetzt lückenlos aufgeklärt werden“, erklärte die rechtspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Sonja Bongers. (dpa/jv)
